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Pflichtaufgaben und eine optimale Wasserversorgung

Personengruppe in Wasserwerk

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„Wir arbeiten für die Menschen in unserer Region.“ Diesen Satz von Kreiswerke-Geschäftsführer Klaus Steiner wollen auch die Vertreter der russischen Region Kaluga beherzigen. Daher hatten sie bei ihrer Stippvisite im Rhein-Kreis Neuss einen Besuch bei den Kreiswerken eingeplant.

Insbesondere die ordnungspolitischen Fragen hatten es den Vertretern aus Russland angetan: von der Finanzierung der Wasserversorgungsunternehmen in Deutschland bis zur Frage, wie Kommunen ihre Pflichtaufgaben auf Dritte übertragen können. Dafür bieten die Kreiswerke mit ihren Geschäftsfeldern Trinkwasserversorgung, kommunale Dienstleistungen und Betrieb von Naherholungsanlagen ein ideales Informationsforum. Beeindruckt waren die Vertreter aus Kaluga zunächst von den Unternehmenskennzahlen der Kreiswerke: 10,6 Millionen Kubikmeter Wasserabgabe, nahezu 210.000 versorgte Menschen bei rund 50.000 Hausanschlüssen, ein Rohrnetz von knapp 1.000 Kilometer und eine Bilanzsumme von 65,1 Millionen Euro. Der Leiter der Delegation, Parlamentsvorsitzender Pavel Kamenskij, wollte wissen, wie die Kreiswerke die Reinvestitionen in ihre Versorgungsnetze sicher stellen. „Wir schützen Kunden und Anteilseigner vor einem Investitionsstau“, sagte Klaus Steiner, der die Delegation gemeinsam mit seinem Co-Geschäftsführer Ingolf Graul im Wasserwerk Büttgen-Driesch begrüßt hatte. Im Jahr 2005 habe das Unternehmen allein 4,6 Millionen Euro investiert. Eine nachhaltige Bewirtschaftung der Aktivposten Netz und Trinkwassergewinnung gehöre zur Basis der Kreiswerke-Geschäftspolitik. „Die durchschnittliche jährliche Netzerneuerungsrate beträgt in Deutschland 0,91 Prozent, bei den Kreiswerken liegt der Wert bei 1,5 Prozent.“ Von besonderer Bedeutung seien auch die niedrigen Wasserpreise: „Seit 1994 haben wir konstante Preise. Lediglich die Betriebskosten für die Wasserenthärtung im Jahr 1998 und das Wasserentnahmeentgelt im Jahr 2004 haben wir an die Kunden weitergegeben.“

Interessiert verfolgten die Vertreter aus Kaluga auch Steiners Ausführungen zu den Rahmenbedingungen der öffentlichen Wasserversorgung als Aufgabe der Städte und Gemeinden, die das auch auf Dritte übertragen können, zum Beispiel auf Privatunternehmen oder gemischt öffentlich-privatwirtschaftliche Körperschaften. Der Geschäftsführer erläuterte den Besuchern außerdem die Themen Versorgungssicherheit durch ein Verbundnetz sowie den rechtlichen Rahmen auf EU- und Bundesebene, in den die öffentliche Wasserversorgung eingebunden ist. Dabei gehe es um Genehmigungen, Gewässerschutz, Überwachungen, Wasserqualität, Kundenbeziehungen und Wasseraufbereitung. „Es gibt eine Fülle von technischen Spielregeln für Wasserversorgungsunternehmen“, sagte Steiner, der mit seinem Referat für eine rege Diskussion bei den Besuchern sorgte. Dolmetscherin Dr. Swetlana Issupova von der Ost-Euro GmbH sorgte dafür, dass beide Seiten miteinander ins Gespräch kommen konnten. Pavel Kamenskij betonte - wie schon zu Beginn seines Besuches im Rhein-Kreis - die steigende Wirtschaftskraft seiner Region, die von der Europäischen Union gefördert wird, um den Weg zu einer marktwirtschaftlichen Ordnung zu unterstützen. Und dazu gehört, wie die Gäste aus Russland mit ihrem Besuch bei den Kreiswerken zeigten, auch eine optimale Wasserversorgung.

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