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Der teuerste Rennwagen der Welt startet bei den Classic Days

altes Foto eines Rennwagens

Freizeit |

Zwei D-Typen von Auto-Union mit originaler Rennhistorie existieren noch. Einer davon gehört inzwischen Audi Tradition, der andere einem in Monaco lebenden Brasilianer, der mit der Entwicklung von Computerspielen viel Geld verdient hat und mit Leidenschaft historische Rennwagen sammelt.

Der Wagen dieses Sammlers sollte vor zwei Jahren bei einer Auktion in London bis zu 9,35 Millionen Euro erbringen, wurde dann jedoch nicht versteigert. Statt dessen kommt er nun ans Schloss Dyck. Das wird besonders den ebenfalls anwesenden Hans Joachim Stuck freuen, dessen Vater, der „Bergkönig“ Hans Stuck, auf Auto-Union C- und D-Typ Rennen gefahren ist.

Der D-Typ, maßgeblich von Ferdinand Porsche entwickelt, ist ein technischer Leckerbissen. Sowohl die Motor- wie die Fahrleistungen wurden erst Jahrzehnte später von jüngeren Konstruktionen eingestellt. Das am Schloss Dyck startende Modell verfügt über einen hinter dem Fahrer eingebauten V12-Zylinder mit 3 Litern Hubraum. Mittels Doppelkompressor-Aufladung erreicht das Triebwerk bis zu 485 PS und macht den Wagen rund 300 km/h schnell.

Die Schloss Dyck Classic Days feiern in diesem Jahr „100 Jahre Grand Prix“. Die Organisatoren freuen sich, dieses Thema nicht nur mit raren Einzelstücken besetzen, sondern vielfach sogar zeitgenössisch korrekte Paarungen aufbieten zu können: So fährt der Benz-Siegerwagen des ersten Grand Prix von 1908 gegen seinen originalen Konkurrenten von Panhard & Levassor, zum Auto-Union-D-Typ gesellt sich das Ausstellungsstück eines Mercedes-Benz-Silberpfeils von 1939 und die jüngere Grand-Prix-Geschichte – heute unter dem Namen Formel 1 – wird nicht nur durch den McLaren-Weltmeisterwagen von Mika Häkkinen von 1998 eindrucksvoll belegt, sondern gleich von mehreren zeitgenössischen Boliden wie Arrows und March lebendig. So viel Königsklasse gab es bei den Classic Days noch nie.

Der Mythos des Auto Union D-Typs ist übrigens nicht nur in seinen legendären Siegen begründet. Die Wirren der späteren Geschichte tragen genug zur Mythenbildung bei. Die beiden Originalrennwagen, von denen eingangs die Rede war, sollen im zweiten Weltkrieg von den Nazis in einem Bergwerkschacht versteckt worden sein, von wo sie die siegreichen Russen in die Sowjetunion überführten, um in Ruhe die überlegene Technik zu studieren. In den frühen 70er Jahren hörte Paul Karassik während eines Besuchs in Polen von den verschollenen Rennern. Karassik war ein in die USA ausgewanderter Serbe mit einer großen Leidenschaft für klassische Fahrzeuge. Er begann eine zehnjährige Suche nach den Auto Union Wagen. Erst 1982 gelang es ihm während einer Reise in die Sowjetunion, seinen Intourist-Aufpasser abzuschütteln und einen alten Freund zu treffen, den er von der russischen Militärakademie in Serbien kannte: Oleg Tolstoi, den Urenkel des Dichterfürsten. Tolstoi schließlich brachte Karassik in Kontakt mit russischen Autoenthusiasten, über die er schließlich die traurigen Reste beider Fahrzeuge in mehr oder weniger gut erhaltenen Einzel­teilen fand. Tatsächlich gelang es Karassik, die Teile im doppelten Boden eines Wohnmobils über Helsinki aus Russland zu schmuggeln. Die renommierte britische Restaurationsfirma Crosthwaite & Gardiner baute dann die beiden Wagen aus den Originalteilen wieder auf. Einer wurde an Audi verkauft – der andere fährt am 2. und 3. August 2008 ums Schloss Dyck. Eine wirkliche Sensation!

Herausgeber dieser Pressemeldung:
Schloss Dyck Classic Days e.V.
Bontenbroich 1,
41363 Jüchen
Telefon 02182 8244977
V.i.S.d.P.: Eicke Schüürmann
E-Mail: schueuermann@schloss-dyck-classic-days.de

 

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