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Amtstierarzt Dr. Fischer: "Keine Schlachtungen ohne Betäubung"

Verbraucherschutz |

Vom 20. bis 21. Dezember findet wieder "Kurban", das Fest der Brüderlichkeit, statt. An diesen Festtagen schlachten die Muslime traditionell Schafe und Rinder. Im Rhein-Kreis Neuss werden an fünf Schlachtstätten Opferschlachtungen durchgeführt. Auch an diesen Tagen sind die Tierärzte zusammen mit den Lebensmittel- und Fleischkontrolleuren von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang im Einsatz, um das Opferfest zu ermöglichen. Durch die permanente Anwesenheit des amtlichen Personals an den Schlachtstätten ist gewährleistet, dass ein reibungsloser und schneller Ablauf der Schlachtungen erfolgt und gleichzeitig die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden. Darauf weist das Kreisveterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt ausdrücklich hin.

Bei diesen Vorschriften handelt es sich insbesondere um das Tierschutzgesetz und das Fleischhygienerecht. Nach dem Tierschutzgesetz darf ein warmblütiges Tier nur geschlachtet werden, wenn es vor Beginn des Blutentzuges betäubt worden ist. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom November 2005 sind auch nach Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel mit behördlicher Genehmigung Ausnahmen vom Betäubungsgebot möglich. Allerdings werden auch weiterhin ähnlich hohe Anforderungen an eine Genehmigung im Einzelfall gestellt, wie dies vor dem Urteilsspruch der Fall war. Anträge auf Ausnahmegenehmigungen liegen nicht vor. "Es bleibt daher im Rhein-Kreis Neuss bei dem in den letzten Jahren bewährten und von allen Beteiligten akzeptierten Verfahren der Elektro-Kurzzeitbetäubung. Darüber hinaus sieht das Fleischhygienerecht vor, dass die Schlachttiere vor und nach der Schlachtung von einem amtlichen Tierarzt bzw. Fleischkontrolleur untersucht werden. Auch muss im Hinblick auf die BSE-Problematik sichergestellt werden, dass bestimmte Tierkörperteile (Risikomaterial) vom Verzehr durch Menschen ausgeschlossen werden", erläutert Amtstierarzt Dr. Gerhard Fischer.

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt appelliert an alle muslimischen Mitbürger, das Angebot in den bekannten Schlachtstätten anzunehmen und nur dort ihre Opfertiere schlachten zu lassen.

Das Kreisveterinäramt weist ferner darauf hin, dass Verstöße gegen das Betäubungsgesetz oder gegen die Schlachttier- und Fleischuntersuchungspflicht den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit bzw. Straftat erfüllen und entsprechend geahndet werden.

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