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Erste Examina an der neuen Pflegeschule in Neuss

Personengruppe steht vor Schulgebäude

Neben dem Examenszeugnis hatte Schulleiter Norbert Enkelmann (rechts) für alle Schülerinnen und Schüler auch Blumen parat.

Schule |

Wenn die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen wird, dann ist das ein Grund zum Feiern.

Das gilt für alle, die eine Lehre geschafft haben, in ganz besonderem Maße aber für die 63 Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger sowie Kinderkrankenpflegerinnen, die jetzt ihr Examen im neuen Ausbildungszentrum für Pflegeberufe an der Carossastraße in Neuss absolviert haben. Denn zum einen sind sie die ersten, die das schafften, zum anderen war es der erste Ausbildungsabschluss nach dem neuen Krankenpflegegesetz und zum dritten hatten sie mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Denn vor drei Jahren begann die Lehre in den einzelnen Krankenpflegeschulen in Dormagen, Grevenbroich und Neuss. Im vergangenen Jahr mussten die Schülerinnen und Schüler einen Umzug mitmachen und in einer völlig neuen Umgebung lernen.

"Alle diese Veränderungen sind zeit- und energieraubend gewesen", sagte Schulleiter Norbert Enkelmann jetzt bei der Zeugnisausgabe. Von allen Beteiligten sei viel Umdenken verlangt worden, im Ausbildungszentrum genau so wie auf den Stationen und Außeneinsatzorten, bei Pflegekräften, Ärztlichen und anderen Dozenten, Mentoren und Praxisanleitern. Vieles sei auch noch nicht zufriedenstellend abgeschlossen. Das aber gelte auf keinen Fall für das aktuelle Examen, dieses sei nun abgeschlossen, "mit sehr gutem Erfolg, auch wenn die Examensgestaltung für Sie lange Zeit ein Unsicherheitsfaktor war, schließlich gab es keine Vorgänger, die aus ihren Erfahrungen berichten konnten."

Mit dem Abschluss in der Tasche sei das nun wie mit einem gerade erworbenen Führerschein. Damit könne man sich nicht ins Auto setzen und sofort gut und sicher fahren. "Nein, Sie haben die Lizenz zum öffentlichen Üben ohne Fahrlehrer." Auch in der Anwendung der beruflichen Kompetenzen seinen die examinierten Schwestern und Pfleger nicht in allen Bereichen sicher und perfekt, "aber Sie dürfen und müssen jetzt die Verantwortung für Ihr Tun und Unterlassen voll übernehmen." Dabei sei es gut, wenn man dann immer noch seine erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zur Seite habe.

Viele allerdings werden sich neue Kollegen suchen müssen, denn nicht alle werden von ihren Ausbildungshäusern übernommen. Die meisten finden im Neusser Lukaskrankenhaus eine Stelle, insgesamt 16 an der Zahl. In Grevenbroich und Dormagen werden zwölf übernommen. Doch allen galten die guten Wünsche von Ärzten, Personal- und Betriebsräten sowie Pflegedienstleitungen aus allen drei Häusern. Direktor Hubert Retzsch von den beiden Kreiskrankenhäusern erinnerte daran, dass man nicht nur den Schülern die neue Kooperation zugemutet habe. "Wir haben das gleiche auch mit den Schulleitungen gemacht. Wir haben sie ins Leben entlassen mit dem Auftrag, aus dem Grundgedanken Kooperation etwas zu machen." Und das sei zum guten Teil auch schon geschehen.

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