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Schutzmaßnahmen vor der Vogelgrippe

Tiere |

Neue Fälle von Vogelgrippe sind in Tschechien, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Frankreich und nun auch in einem Nutztierbestand bei einer Hausgans in Thüringen aufgetreten. In Nordrhein-Westfalen wurden zwar bisher keine aktuellen Fälle gemeldet, trotzdem bereitet sich der Rhein-Kreis Neuss vorsorglich auf den Ernstfall vor. "Wer kranke oder tote Wildvögel findet, sollte jeden Kontakt mit den Tieren vermeiden. Wir bitten die Bürger, dem Kreisveterinäramt oder den örtlichen Behörden den Fund zu melden, damit die Tiere auf Vogelgrippe untersucht werden können", erklärt Dr. Gerhard Fischer, Leiter des Kreisveterinäramtes. "Um das Risiko eines Ausbruchs der Vogelgrippe zu minimieren, brauchen wir besonders die Unterstützung aller Geflügelhalter." Daher weist das Kreisveterinäramt auf Schutzmaßnahmen und grundsätzliche Pflichten der Geflügelhalter hin:

Meldepflicht

Jeder Halter von Enten, Gänsen, Fasanen, Rebhühner, Wachteln (Geflügel) und Tauben muss seinen aktuellen Tierbestand beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Kreises Neuss, Auf der Schanze 4 in 41515 Grevenbroich unter Angabe des Bestandes mit Standort, Nutzungsart, Tierart und Tierzahl anzeigen. Auch Hobbyhalter und selbst der Halter eines einzelnen Tieres muss seinen aktuellen Tierbestand anzeigen. Geflügelhalter, die ihrer Meldepflicht noch nicht nachgekommen sind, werden aufgefordert, sich bitte schriftlich oder telefonisch an das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu wenden

Gesundheitsfürsorge

Treten in einem Bestand mit Hühnern einschließlich Perl- und Truthühnern, Enten oder Gänsen innerhalb von 24 Stunden Verluste von 3 Prozent oder mehr in Tierhaltungen bis zu 100 Tieren und in größeren Beständen Verluste von 2 Prozent oder mehr auf oder kommt es zu einer erheblichen Veränderung der Legeleistung oder Gewichtszunahme, so ist der Tierhalter verpflichtet, dies beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt anzuzeigen und nach Anweisung eine Untersuchung auf das Geflügelpestvirus durchführen zu lassen.

Tierbestandsregister

Wer Geflügel (Hühner, Perl- und Truthühnern, Enten, Gänsen, Fasanen, Rebhühner, Wachteln) hält, ist zur Führung eines Bestandsregisters verpflichtet. In das Register sind unverzüglich folgende Eintragungen vorzunehmen:

  • im Falle des Zugangs von Geflügel Name und Anschrift des Transportunternehmes und des bisherigen Besitzers, Datum des Zugangs sowie Art des Geflügels,
  • im Falle des Abgangs von Geflügel Name und Anschrift des Transportunternehmens und des Erwerbers, Datum des Abgangs sowie Art des Geflügels,
  • für den Fall, dass eine betriebsfremde Person die Geflügelhaltung betritt, Name und Anschrift dieser Person, das Datum des Betretens sowie das Datum, an dem diese Person nach ihren Angaben zuletzt eine andere Geflügelhaltung beteten hat.

Schutzkleidung

Personen, die gewerbsmäßig beim Ein- und Ausstallen von Geflügel tätig sind, müssen vor Beginn der Tätigkeit gereinigte Schutzkleidung anlegen und müssen die Schutzkleidung während der gesamten Tätigkeit tragen. Die Schutzkleidung ist unmittelbar nach Gebrauch vom Halter des Geflügelbestandes zu reinigen und desinfizieren bzw. Einmalschutzkleidung unverzüglich nach Gebrauch zu beseitigen.

Diese Auflagen dienen einer schnellen Information der Tierbesitzer und erleichtern im Krisenfall den Einsatz gezielter Bekämpfungsmaßnahmen. Damit kann ein schnelles Ausbreiten der Seuche verhindert werden.

Um die Einschleppung der Geflügelpest in den Bestand zu minimieren, empfiehlt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt außerdem:

  • Betriebsfremde Personen sollten die Stallung nicht betreten.
  • Der Fahrzeugverkehr auf dem Hof ist weitgehend einzuschränken.
  • Räder sind zu desinfizieren.

Es sind ständige Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen. Vor den Zugängen zu den Stallungen sind Einrichtungen zur Desinfektion der Schuhe wie zum Beispiel mit Desinfektionsmittel getränkte Matten aufzustellen. Die Desinfektionsflüssigkeit ist täglich zu erneuern.

Geflügel sollte nur von unverdächtigen Betrieben gekauft werden.

Der Gesundheitszustand der Tiere ist täglich zu kontrollieren. Dabei ist insbesondere auf die Wasser- und Futteraufnahme der Tiere, Symptome einer Grippe wie Apathie, Nasen- oder Augenausfluss, Durchfallerkrankungen, Todesfälle oder die Legeleistung zu achten. Falls Krankheitssymptome auftreten, sollte sich der Tierhalter unverzüglich mit dem Hoftierarzt oder dem Veterinäramt zur Abklärung der Krankheitsursache in Verbindung setzen.

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Kreises Neuss ist erreichbar unter Tel. 02181/601-3901 oder -3911, Fax 02181/601-3999, E-Mail veterinaeramt@rhein-kreis-neuss.de.

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