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Bericht der Heimaufsicht des Kreises zur Versorgungsqualität

Fünf Personen

Die Heimaufsicht des Kreises stellte insgesamt ein gutes Zeugnis zur Versorgungsqualität in Heimen aus.

Soziales |

"Bis auf die Knochen wund", "Falsche Pflege führte zum Tod", "Gebadet wurde nur einmal im Monat". So oder ähnlich lauteten die Schlagzeilen zahlreicher Zeitungsberichte, mit denen über immer neue Skandale in Pflegeheimen berichtet wurde.

Ein anderes Bild ergibt sich im Rhein-Kreis Neuss. Die Ergebnisse einer Qualitätsanalyse zur Versorgungssituation in Altenpflegeheimen und Behindertenwohnhäusern für die Jahre 2005 und 2006 hat die Heimaufsicht des Rhein-Kreises Neuss jetzt in einem Bericht zusammengefasst.

"Die Pflege- und Versorgungssituation der rund 3.700 Menschen, die im Rhein-Kreis Neuss in Heimen leben, ist insgesamt gut." Zu diesem Schluss kommt Dr. Hans-Ulrich Klose, stellvertretender Landrat und Vorsitzender des Sozial- und Gesundheitsausschusses im Kreistag, der zusammen mit Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke, Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky und der Heimaufsicht die Ergebnisse des Berichtes im Kreishaus Grevenbroich vorstellten.

Im Rhein-Kreis Neuss hat sich der Sozial- und Gesundheitsausschuss bereits seit den 80er Jahren mit diesem Thema beschäftigt und Leitlinien unter anderem im "Silbernen Plan" aufgestellt. Ein wichtiges Instrument zur Qualitätskontrolle stellt die Heimaufsicht des Kreises dar, die beim Sozialamt angesiedelt ist. Sie hat den Auftrag, die Interessen und Bedürfnisse der Heimbewohner zu schützen. Der Gesetzgeber gab ihr dazu weitreichende Kompetenzen in die Hand, um Gefahren für die Bewohner abzuwenden. "Die unangemeldeten Kontrollbesuche, die zu jeder Tages- und Nachtzeit in den Heimen durchgeführt werden, aber auch die vielen präventiven Beratungsgespräche mit Heimleitungen und Leitungskräften haben sich im Rhein-Kreis Neuss bewährt", betonte Kreisdirektor Petrauschke. Er wies aber auch auf veränderte Aufgabenstellungen in den Pflegeheimen hin: "Während früher viele ältere Menschen noch ohne Pflegebedarf die Sicherheit eines Altenheimes suchten, ist heute fast jeder Bewohner ein Pflegefall. Das erfordert größeren Pflegeaufwand und damit mehr geschultes Personal, das erhöht aber auch den Kostendruck auf die Heimträger. Beschwerden sind daher oft unvermeidlich und werden von unserer Heimaufsicht in jedem Einzelfall geprüft." Dass dennoch die Heimaufsicht lediglich in 14 Fällen Beschwerden nachgehen mussten, - allerdings zum Teil auch mit weitreichenden Konsequenzen, wie beispielsweise die Entlassung einer Pflegekraft -, wertet Petrauschke als positives Zeichen im Hinblick auf die Versorgungsqualität der Heime. "Bei uns im Rhein-Kreis Neuss können sich die Heimbewohner sicher fühlen."

Um der gewachsenen Aufgabenstellung gerecht zu werden, hat der Kreis die Heimaufsicht um eine weitere Kraft verstärkt. Im Team mit jeweils einem Gesundheitsaufseher des Kreisgesundheitsamtes führte die Heimaufsicht in den Jahren 2005 und 2006 mehr als 100 Kontrollen in 30 Altenpflegeheimen, 3 Einrichtungen der ambulanten Pflege, 2 Hospizen sowie 42 Wohnhäusern für Menschen mit Behinderungen durch. "Wir legen bei unseren Kontrollen großen Wert darauf, nicht nur die Pflegedokumentation einzusehen, sondern auch mit dem Personal und den Bewohnern zu sprechen, um uns ein besseres Bild von der Gesamtsituation zu verschaffen", erläutert Marcus Mertens von der Heimaufsicht. Als wertvoll haben sich auch das von der Heimaufsicht organisierte Fortbildungsprogramm für Pflegekräfte und der Unterricht am Fachseminar für Altenpflege erwiesen. "Wir wollen nicht nur mit erhobenem Zeigefinger kommen, sondern bereits präventiv bei der Aus- und Fortbildung der Altenpflegekräfte ansetzen, um Pflegefehler frühzeitig zu vermeiden", so Mertens weiter.

Sorgen bereiten Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky derzeit die Ausbreitung von Noroviren-Infektionen in den Heimen, die zu schweren Durchfallerkrankungen führen. "In diesem Jahr sind bereits 13 Gruppen mit über 370 Menschen  im Kreisgebiet betroffen. Damit sind bereits Mitte 2007 die Fallzahlen des Vorjahres überschritten. Ein Phänomen, das leider bundesweit zu beobachten ist", sagte Mankowsky. Das Kreisgesundheitsamt hat deshalb einen 24-Stunden-Meldedienst eingerichtet, um möglichst schnell zusammen mit den Heimleitungen erforderliche Hygienemaßnahmen zu ergreifen. In zahlreichen vom Kreisgesundheitsamt angebotenen Fortbildungsveranstaltungen wird versucht, die Pflegekräfte für die besonderen Hygieneschutzmaßnahmen zu sensibilisieren.

Weitere Informationen zur Heimaufsicht sind beim Kreissozialamt oder unter nachfolgendem Link erhältlich.

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