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Drei Fälle von Hantavirus-Infektionen in Dormagen

Gesundheit |

In Dormagen sind in den letzten Monaten erneut drei Personen an einer Hantavirus-Infektion erkrankt. Das teilt das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss mit. Bereits 2004 und 2005 waren in Dormagen insgesamt vier Hantavirenfälle bekannt geworden.

Das Reservoir von Hantaviren sind wildlebende infizierte Mäuse, die das Virus über Speichel, Kot und Urin ausscheiden. "Der Mensch infiziert sich in der Regel durch die Inhalation erregerhaltigen Staubes, selten auch durch Nagertierbisse. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist aber nicht möglich“, betonte Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky.

Dennoch ist eine Hantavirus-Infektion keine harmlose Erkrankung. Die Krankheit verläuft grippeähnlich. Nach einer Ansteckungszeit von einer bis fünf Wochen kommt es bei Erkrankung zu hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Kopfschmerzen. In der Folge werden häufig Bauch-, Lenden- und Rückenschmerzen angegeben. Vier bis zehn Tage nach Krankheitsbeginn kann auch Nierenversagen eintreten. In Ausnahmefällen sind lebensbedrohliche Blutungsneigungen möglich.

"Die drei in Dormagen betroffenen Personen werden nicht mehr stationär behandelt, ihnen geht es den Umständen entsprechend gut“, sagte Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamtes.

Bundesweit ist in diesem Jahr eine deutliche Zunahme an Hantavirus-Infektionen zu beobachten. In diesem Jahr wurden bereits 426 Fälle gemeldet, davon 25 in Nordrhein-Westfalen. Das sind  bereits sechsmal so viele Infektionsfälle wie im Vorjahreszeitraum (72). Für die beobachtete Infektionshäufung vermuten die Experten auch die Zunahme der für die Übertragung verantwortlichen Nagetierpopulation infolge eines milden Winters.

Um das Risiko einer Infektion zu minimieren, sollen keine lebenden oder toten Mäuse oder Ratten berührt werden. Bei Arbeiten, bei denen ein Kontakt mit Mäusen oder deren Ausscheidungen zu befürchten ist, beispielsweise in Kellern, Scheunen, Schuppen, wird vom Kreisgesundheitsamt empfohlen neben Handschuhen möglichst einen Mundschutz zu tragen.

Weiter Informationen zum Thema sind im Kreisgesundheitsamt erhältlich.

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