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Landrat: "Jetzt Impfschutz gegen Masern überprüfen lassen!"

Vier Frauen sitzen am Tisch

Gesundheit |

Seit Monaten steigt die Zahl der Masernerkrankungen in Nordrhein-Westfalen. In der Region Düsseldorf wurden bis Mitte Mai 64 und im Kreis Mettmann 52 Fälle von Masern gemeldet. Mit nur zwei Fällen in diesem Jahr ist der Rhein-Kreis Neuss bisher von der Infektionswelle weitgehend verschont geblieben. "Aber Viren machen an kommunalen Grenzen nicht Halt. Deshalb gehen wir das Problem aktiv an und sind gut gerüstet. Das Kreisgesundheitsamt hat einen umfassenden Aktionsplan aufgestellt, um einer Ausbreitung der Erkrankung im Kreisgebiet vorzubeugen", so Landrat Dieter Patt. "An Eltern appelliere ich, jetzt den Impfschutz ihrer Kinder überprüfen zu lassen."

Im Rahmen seines Masernaktionsplans hat das Kreisgesundheitsamt bereits an allen Hauptschulen im Kreisgebiet Impfpasskontrollen durchgeführt. Auch an den Berufsbildungszentren des Rhein-Kreises Neuss läuft die Impfpasskontrolle mit zusätzlichem Beratungsangebot rund um das Thema „Impfen“. Im Zuge des Masernaktionsplans können außerdem Haus- und Kinderärzte bei Verdacht auf eine Infektion Masern-Diagnostik-Sets mit Material zum Abstrich an der Mundschleimhaut beim Kreisgesundheitsamt anfordern.

Masern werden oft als harmlose Kinderkrankheit unterschätzt, sind jedoch eine hoch ansteckende Virusinfektion, bei der es zu gefährlichen Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen kommen kann. Wie gefährlich die Krankheit ist, hat die Masernepidemie im vergangenen Jahr gezeigt, in deren Verlauf rund 1.700 Menschen in Nordrhein-Westfalen erkrankten. In sieben Fällen kam es zu schwersten Komplikationen, die für zwei Menschen tödlich endeten. "Wirksamen Schutz vor Masern bietet die Impfung. Dabei gilt der heute eingesetzte Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln als gut verträglich. Gelegentliche Reaktionen wie Hautreizungen oder Fieber sind natürliche Anzeichen dafür, dass der Körper Abwehrkräfte bildet", erklärt Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamts. Kinder sollten zwischen dem elften und dem vierzehnten Lebensmonat zum ersten Mal gegen Masern geimpft werden. Die zweite Impfung sollte zwischen dem fünfzehnten und dem dreiundzwanzigsten Lebensmonat vorgenommen werden. Kinder und Jugendliche, denen die zweite Impfung fehlt, können diese nachholen lassen. "Für Kinder und Jugendliche sind Impfungen in der Arztpraxis kostenlos und die Praxisgebühr wird für sie ohnehin nicht erhoben. Auch für Erwachsene ist eine Impfung noch möglich und sinnvoll", so Dr. Dörr.

Zu Fragen rund um das Thema Masern bietet das Kreisgesundheitsamt unter der Telefonnummer 02181 601-5350 eine Bürger-Hotline an.

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