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Tragisches Unglück auf Kraftwerksgroßbaustelle in Neurath

Schadensereignis |

Nach den jüngsten Erkenntnissen zum schweren Arbeitsunfall auf der Kraftwerksbaustelle in Grevenbroich sind bei dem Unglück drei Menschen ums Leben gekommen, sechs sind zum Teil schwer verletzt. Im Namen des Rhein-Kreises Neuss spricht Landrat Dieter Patt den Angehörigen der Verstorbenen sein tief empfundenes Beileid aus.

Auf der Kraftwerksbaustelle in Grevenbroich-Neurath ist es gestern bei Montagearbeiten gegen 16:30 Uhr zu einem schweren Arbeitsunfall gekommen. Aus noch ungeklärter Ursache haben sich Teilstücke des Großkesselgerüsts gelöst und sind aus einer Höhe von über 100 Metern zu Boden gestürzt. Die Konstruktion aus mehreren Stahlträgern hatte ein Gewicht von mehr als 450 Tonnen.

In der Leitstelle des Rhein-Kreises gingen um 16:35 Uhr die ersten Meldungen über den Unfall ein. Die ersten Einsatzkräfte waren bereits um 16:44 Uhr vor Ort. Um 16:52 Uhr war der Krisenstab des Rhein-Kreises Neuss aktiviert und Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke hat Katastrophenalarm ausgerufen. Insgesamt kam ein Großaufgebot von 288 Einsatzkräften der Feuerwehren, der Höhenrettung aus Düsseldorf und Köln sowie der Rettungsdienste am Unfallort zum Einsatz, darunter auch sechs Rettungshubschrauber. Die Verletzten wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht, die aufgrund der frühzeitigen Alarmierung durch die Kreisleitstelle vorsorglich auf einen Massenanfall von Verletzten eingestellt waren. So standen in den beiden Krankenhäusern des Rhein-Kreises Neuss in Grevenbroich und Dormagen zusätzliche OP-Teams bereit, um Schwerstverletzte medizinisch zu versorgen.

Landrat Patt, der gestern nachdem ihn die Nachricht erreicht hatte, gleich aus Berlin zurückgeflogen ist: "Ein gewisser Trost ist, dass die Schwerverletzten mittlerweile außer Lebensgefahr sind. Ich danke allen Einsatzkräften für ihren schnellen, professionellen Einsatz und allen Helferinnen und Helfern für die große Unterstützung. Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten und RWE konnten die Erstmaßnahmen effektiv durchgeführt werden." Noch gestern Nacht hatte Kreisdechant Monsignore Assmann, Oberpfarrers von St. Quirin , gegenüber Landrat Patt sein tiefes Mitgefühl ausgedrückt und erklärt, dass in den Gottesdiensten im Quirinus-Münster und in vielen anderen katholischen Kirchen des Kreises für alle Betroffenen gebetet werde.

Am Unfallort informierten sich noch gestern Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers und Innenminister Dr. Ingo Wolf über die Situation. Der Krisenstab des Rhein-Kreises Neuss hat am späten Abend die Einstufung als Großschadenslage aufgehoben. Für die weiteren Rettungs- und Bergungsmaßnahmen vor Ort sind die Werksfeuerwehr und der Betriebsrettungsdienst von RWE verantwortlich. Der Polizeipräsident Düsseldorf ist für die Sicherung der Unglücksstelle zuständig. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

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