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Das Veterinäramt warnt vor der Schweinepest

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Nach einer trügerischen Ruhephase über die Sommermonate sind in einem Revier in Bad Münstereifel erneut Wildschweinepestfälle aufgetreten. Von 93 erlegten Wildschweinen wurden 13 positiv getestet. "Die Schweinepest ist in unmittelbarer Nähe des Rhein-Kreises Neuss und bedroht auch nach wie vor unsere heimischen Nutztierbestände", warnt Amtstierarzt Dr. Gerhard Fischer vom Rhein-Kreis Neuss. Verschärft werde die Situation noch dadurch, dass erneut Wild aus der Blankenheimer Sammelstelle gestohlen worden sei. Die sichere Aufbewahrung bis zum Abschluss der zwingend vorgeschriebenen Untersuchung war bisher nicht gegeben. "Der jüngste Schweinepestseuchenzug in Recklinghausen und Borken konnte eindeutig auf das Verfüttern von infiziertem Wildschweinefleisch zurückgeführt werden", so Fischer weiter. 100 000 Schweine mussten getötet werden; insgesamt entstanden Kosten von 24 Millionen Euro. Aus diesem Grund gibt das Kreisveterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt noch einmal wichtige Hinweise zur Schweinepest und appelliert gleichzeitig an alle Landwirte und Jäger, besonders an die Jäger, die ihr Revier in den von Schweinepest betroffenen Gebieten haben, die nachfolgenden Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  1. Bereits den Verdacht auf Schweinepest soll dem Veterinäramt angezeigt werden! Verdächtig sind Krankheitserscheinungen, die bei mehreren Schweinen gleichzeitig oder in kurzen Zeitabständen mit ähnlichen Anzeichen auftreten. Deshalb sofort den Tierarzt hinzuziehen. Jeder verlorene Tag erhöht das Risiko der Weiterverschleppung des Virus um ein Vielfaches.
  2. Tiere nur aus wenigen, bekannten und gesunden Beständen zukaufen.
  3. Tiertransporte auf ein Minimum beschränken.
  4. Fahrzeuge der Tierkörperbeseitigungsanstalt dürfen das Hofgelände nicht befahren.
  5. Die Verfütterung von Küchenabfällen an Schweine ist verboten!
  6. Jeglichen Kontakt zwischen Haus- und Wildschweinen ist zu vermeiden.
  7. Schadnager wie Mäuse und Ratten sind zu bekämpfen.
  8. Betriebsfremde Personen den Zutritt verwehren! Bei Bedarf Einwegschutzkleidung zur Verfügung stellen.
  9. Die allgemeine Hygiene im Betrieb verbessern:
    1. Sauberkeit in allen Bereichen,
    2. Desinfektionswannen und -matten in allen Zugangs- und Zufahrtsbereichen sowie in Stallein- und ausgängen legen,
    3. Ständig saubere Arbeits- und Schutzkleidung vorrätig halten "Stallkleidung nur im Stall tragen",
    4. Jagdkleidung und Ausrüstungsgegenstände möglichst in den Revieren der gefährdeten Bezirke zurücklassen.
    5. Die Veterinärexperten schlagen vor für das Versorgen der Wildstücke, falls sie nicht unversorgt an der Wildsammelstelle abgeliefert werden müssen,einen Overall anzuziehen, so dass die Kleidung zumindest nicht mit infektiösem Material, Schweiß, Kot und Urin in Berührung kommen kann. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, stets Desinfektionsmittel im Fahrzeug mitzuführen, sei es als Hand- oder Rückenspritze, um sämtliche Gegenstände wie Messer, Wannen, Stiefel, Innenraum des Fahrzeuges aber auch Reifen nach vorhergehender gründlicher Reinigung desinfizieren zu können. Für das Reinigen ist natürlich stets ausreichend Wasser mitzuführen.
  10. Jagdausübungsberechtigte und sonstige Jagdbeteiligte haben sich nach jedem Kontakt mit Wildschweinen gründlich die Hände und das Schuhwerk zu reinigen und zu desinfizieren.
  11. Kontakte zu Schweine haltenden Betrieben sind unbedingt zu vermeiden.
  12. Der Transport von Wildscheinen oder Teilen erlegter oder verendeter Wildschweine aus den gefährdeten Bezirken in Schweine haltende Betriebe ist verboten. 
  13.   
"Lieber zweimal mehr an Schweinepest denken, als einmal zu wenig, denn ein geäußerter Verdacht, der sich als unbegründet herausstellt, hat keine, ein nicht geäußerter Verdacht dagegen verheerende Konsequenzen", appelliert Fischer. Nur bei der Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen lasse sich die Ausbreitung der Schweinepest stoppen, die Solidarität aller Schweinehalter und Jäger ist hier gefordert. Weitere Auskünfte erteilt das Kreisveterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt unter der Rufnummer 02181 601-3910.

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