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Tierseuchenrisiken besser beherrschen

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Die Entwicklung und Erprobung von gemeinsamen Maßnahmen für die Prävention und die Bekämpfung von Tierseuchen ist das Ziel des deutsch-niederländischen Projekts "Risiken beherrschen". Träger des EU-INTERREG-IIIA-Projekts der Euregio Rhein-Maas-Nord ist die internationale Kooperationsplattform GIQS (Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherung e. V.) mit Sitz in Kleve. Jetzt trafen sich die beteiligten Partnerorganisationen zu einer ersten Arbeitssitzung im Kreishaus Grevenbroich. "Uns holen Tierseuchen ganz aktuell ein", betonte Kreisumwelt- und Gesundheitsdezernent Karsten Mankowsky in seiner Begrüßung die Notwendigkeit des Projekts. "Wir haben einen hohen Viehbestand in der Region", machte Mankowsky auf das Gefährdungspotenzial für Geflügel- und Schweinepest sowie Maul- und Klauenseuche aufmerksam. Allein im Rhein-Kreis Neuss würden mehr als 16.000 Schweine, rund 7.000 Rinder und 80.000 Hühner gehalten. Neben dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Kreises Neuss gehören zu den Projektpartnern die Landwirtschaftskammer NRW, die Vion Food Group, der Gezondheidsdienst voor Dieren (GD) und die Erzeugergemeinschaft Rheinland. Koordiniert wird das deutsch-niederländische Verbundprojekt von den Universitäten Bonn und Wageningen. In einem projektbegleitenden Fachbeirat sind Vertreter der Landwirtschaftsministerien der Niederlande und von NRW, der Voedsel en Waren Autoriteit, der nordrhein-westfälischen Tierseuchenkasse, der Bezirksregierungen Düsseldorf und Münster sowie die Kreise und kreisfreien Städte der Euregios Rhein-Maas-Nord und Rhein-Waal vertreten. Unter der wissenschaftlichen Koordination der Universitäten Bonn und Wageningen werden in den nächsten 30 Monaten sechs wichtige Themen-Pakete zur Optimierung des Seuchenmanagements in beiden Ländern bearbeitet. Mankowsky: "Einerseits gilt es, die Zusammenarbeit in der Frühwarnung zu verbessern. Seuchenerreger sollen schneller erkannt und drohende wirtschaftliche Schäden im Krisenfall verhindert werden." Weiterhin konzentriere sich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf den schnellerenn Informationsaustausch zwischen Landwirtschaft und Verwaltung in Krisenzeiten. Wie komplex die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Tierseuchenbeherrschung ist, zeigen die aktuellen Ereignisse um die Geflügelpest. Zwar gibt die EU-Gesetzgebung einen einheitlichen Rechtsrahmen vor; dieser wird national jedoch sehr unterschiedlich umgesetzt. In den Niederlanden wird seit Ende der 90er Jahre die Tierseuchenbekämpfung zentral durchgeführt. Auf deutscher Seite liegt aufgrund des dezentralen Vorgehens eine hohe Verantwortung bei Kommunen und Kreisen. Dr. Gerhard Fischer, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Rhein-Kreises Neuss, hofft, dass deshalb künftige verbesserte Gegenmaßnahmen die bisher praktizierten Massentötungen von Tieren vermeidbar werden lassen. Das rund eine Millionen Euro kostende Projekt wird im Rahmen des Programms INTERREG IIIA zur Hälfte durch die EU finanziert und zu je 15 Prozent durch das niederländische Landwirtschaftsministerium und das Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen. Den Rest tragen die Projektpartner. Der Rhein-Kreis Neuss beteiligt sich mit 17.000 Euro.

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