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Spitzenvertreter des neu strukturierten Caritasverbandes zu Gast im Kreishaus Neuss

Soziales |

Ein Jahr nachdem das Erzbistum Köln die beiden Dekanate für Kreis und Stadt Neuss vereint hat, wurden auch die beiden Caritasverbände im Rhein-Kreis Neuss zusammengeführt. Als Vertreter des neuen Verbandes mit dem Namen Caritasverband Rhein-Kreis Neuss e. V. waren jetzt Kreisdechant Monsignore Winfried Auel, sein Stellvertreter Monsignore Jochen Koenig sowie die Caritas-Geschäftsfüher Norbert Kallen und Hans-Werner Reisdorf zu einem Gedankenaustausch ins Kreishaus Neuss gekommen, wo sie von Landrat Dieter Patt empfangen wurden. Zentrales Thema des Treffens war die neue Struktur des Caritas-Verbandes. Der Sitz des nun rund 1.200 Mitarbeiter beschäftigenden Caritas-Verbandes ist an der Montanusstraße in Grevenbroich. Träger des neuen Vereins sind die 56 katholischen Pfarrgemeinden und die Fachverbände, wie zum Beispiel der Sozialdienst Katholischer Frauen. Wie Landrat Dieter Patt, Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke, Kreissozialdezernent Stefan Stelten, Gesundheitsdezernent Karsten Mankowsky und Sozialamtsleiter Siegfried Henkel bei dem Gespräch erfuhren, führt der neue Caritasverband, der intern wie eine Holding organisiert ist, seit Januar zwei gemeinnützige Gesellschaften und eine Stiftung. "In der Gesellschaft Seniorendienste gGmbH sind unsere acht Altenheime – inklusive des derzeit in Rommerskirchen im Bau befindlichen Hauses – und unsere fünf Sozialstationen zusammengefasst. Die andere Gesellschaft, die Sozialdienste gGmbH, kümmert sich um die sechs verschiedenen Sozialen Dienste, z. B. Suchtkrankenhilfe oder Wohnungslosenhilfe", berichtete Hans-Werner Reisdorf. "Eine dritte Organisationsabteilung ist direkt beim Verein angesiedelt und beinhaltet die Verwaltung sowie die Tätigkeiten im Bereich Kinder, Familien und Senioren", so Norbert Kallen. "Die gemeinnützige Arbeit", so Landrat Dieter Patt, "wie sie in der alten Organisationsform schon seit Jahrzehnten tägliche Aufgabe und gelebte ‚Caritas’ im wörtlichen Sinn von ‚Wohltätigkeit’ war, wird in dem neuen Verband gebündelt und fortgesetzt. Und das ist besonders wichtig, denn viele Aufgaben - vor allem im sozialen Bereich - wären für den Staat allein gar nicht zu bewältigen. Hier bildet die vielfältige Arbeit des Caritasverbandes eine unverzichtbare Unterstützung. Dies wird vom Rhein-Kreis Neuss mit jährlichen erheblichen Kostenbeteiligungen finanziert." Landrat Patt dankte dem Caritas-Verband für die langjährige, vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit. Dies sei praktizierte Subsidiarität. "Große Unterstützung erhalten wir auch von unseren rund 2.400 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den verschiedensten Diensten tätig sind und deren unmittelbare Arbeit mit den Menschen, z. B. im Altenheim, unverzichtbar ist", betonte Monsignore Auel. Die finanzielle Unterstützung aus dem Haushalt des Kreises sei nur die eine Seite, sagte Patt: "Die andere Seite ist die traditionell gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Caritasverband und dem Rhein-Kreis Neuss. Das gilt selbstverständlich auch im Verhältnis zu den anderen Wohlfahrtsverbänden. Gemeinsam sind wir für das Wohl der Menschen, die im Rhein-Kreis Neuss leben, tätig - vor allem für junge und alte Menschen sowie für Pflegebedürftige, die sich aus eigener Kraft nicht helfen können." Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung wurde die Bedarfssituation in der Heimpflege angesprochen. Sozialdezernent Stelten führte aus, dass der Kreis keine gesetzliche Zuständigkeit mehr hat, um regulierend auf den Markt einzuwirken. Die steuernde Pflegebedarfsplanung sei von der früheren Landesregierung abgeschafft worden. "Augenblicklich deckt das vorhandene Angebot bereits den nach dem ‚Silbernen Plan’ ermittelten Bedarf für das Jahr 2010 ab. Trotzdem gibt es eine ungebrochene Nachfrage von privaten Investoren." Eine sehr bedenkliche Situation, die sich für die bestehenden Pflegeheime negativ auswirken könne. "Jede neue Einrichtung belastet zudem indirekt die kommunalen Haushalte", so Stelten. Geschäftsführer Kallen konnte die gefährliche Entwicklung nur bestätigen: "Für die betroffenen Menschen kann nicht hingenommen werden, wenn sich aus der entstehenden Konkurrenzsituation zwischen den gewerblichen und den caritativ geführten Heimen ein Kostendruck ergibt, der dann die Qualität der Pflege beeinträchtigt", so seine Bewertung. Zustimmung erhielt auch Kreisdirektor Petrauschke, der dafür warb, sich gemeinsam in allen gesellschaftlichen Bereichen für Familien zu engagieren, um diese sozial zu stützen und ihre Situation zu verbessern. Die Vertreter der Caritas und des Rhein-Kreises Neuss verständigten sich darauf, die gemeinsamen Aufgaben im Auge zu behalten, sie zu aktualisieren und den Notwendigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung anzupassen. "Wir werden uns immer wieder zusammensetzen, miteinander reden und gemeinsam handeln", erklärte Landrat Dieter Patt zum Abschluss des Gesprächs.

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