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Krankenhausausschuss tagte

Gesundheit |

Bei der jüngsten Sitzung des Krankenhausausschusses des Rhein-Kreises Neuss standen im Kreiskrankenhaus Dormagen unter dem Vorsitz des Kreistagsabgeordneten Dr. Christian Will unter anderem die Finanz- und Leistungsberichte der beiden Kreiskrankenhäuser auf der Tagesordnung. So konnten die Ausschussmitglieder zur Kenntnis nehmen, dass die bisherige Entwicklung der Kosten und Erträge im Rahmen des Wirtschaftsplanes verlaufen ist. Mit Blick auf das weitere laufende Geschäftsjahr und im Hinblick auf das Jahr 2007 musste Krankenhausdirektor Hubert Retzsch allerdings auf erschwerte Rahmenbedingungen hinweisen. Er informierte den Ausschuss über die Auswirkungen der neuen tarifvertraglichen Regelungen sowie über sich abzeichnende Belastungen für den Krankenhaussektor durch die geplante Gesundheitsreform. Der Ausschussvorsitzende Dr. Will sowie Sprecher aller Fraktionen unterstützten den Appell der Verwaltung an die politisch verantwortlichen auf Bundesebene, endlich für einen zumindest teilweisen Ausgleich der seit Jahren nicht gedeckten tarifvertraglichen Kostensteigerungen zu sorgen und auf weitere "Solidaropfer" zu Lasten der Krankenhäuser zu verzichten. Entsprechende Forderungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft an den Gesetzgeber wurden ausdrücklich unterstützt. Landrat Dieter Patt hat sich dazu bereits an Bundeskanzlerin Dr. Merkel gewandt. In einem Schreiben an die Kanzlerin macht er besonders auf die Notwendigkeit der Refinanzierung von Personalkostensteigerungen sowie die Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung in den Krankenhäusern aufmerksam. Außerdem, so der Landrat weiter, sollten aufwändige bürokratische Verfahrensweisen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen und beim Einzugsverfahren für stationäre Zuzahlungsbeträge abgebaut werden. Das die Kreiskrankenhäuser auch weiterhin selbst aktiv sind, um ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern, wurde insbesondere beim Bericht über die geplante Einführung des so genannten Case-Managements deutlich. Wie Pflegedirektorin Birgit van den Bergh erläuterte, handelt es sich dabei um einen Prozess der interdisziplinären Zusammenarbeit aller Abteilungen mit dem Ziel einer optimalen Patientenversorgung. Per Definition ist Case-Management ein Weg, die Aufgaben und Abläufe aller an der Patientenversorgung beteiligten Professionen zu koordinieren und damit die Leistung möglichst effektiv zu erbringen. Die Kosten sollen gesenkt und die Behandlungsqualität soll gesteigert werden. Die Ärztlichen Direktoren beider Häuser, Dr. Hans-Heinrich Jens und Dr. Friedrich W. Korsten, stellten übereinstimmend fest, dass in den Kreiskliniken bewährte Strukturen vorhanden seien. Dennoch sei es begrüßenswert, mit neuen Instrumenten Behandlungsabläufe zu durchleuchten. Denn Ziel aller Beteiligten sei es, den hohen medizinischen Standard der Kreiskrankenhäuser nicht nur zu halten, sondern - wo möglich - patientenorientiert weiter zu verbessern. Im Rahmen einer Auftakt-Veranstaltung am 31. Oktober wird das Konzept des Case-Managements zunächst den leitenden Mitarbeitern im Kreiskrankenhaus Dormagen vorgestellt. In einer der dortigen Klinikabteilungen soll es zuerst umgesetzt werden.

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