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Bodenproben aus Überschwemmungsgebieten der Erft werden untersucht

Umwelt |

In der nächsten Woche wird das Umweltamt des Rhein-Kreises Neuss zusammen mit Gutachtern des Instituts für Stadtökologie und Bodenschutz Proben von Böden in Neuss, Grevenbroich, Korschenbroich und Kaarst entnehmen. Die Proben werden für die digitale Bodenbelastungskarte des Rhein-Kreises Neuss untersucht. Mehr als 360 Quadratkilometer, das sind 64 Prozent des Kreisgebiets, wurden bereits im Rahmen dieses Bodenschutzprojekts begutachtet. "Bei 77 Prozent der untersuchten Böden werden alle vom Gesetzgeber festgelegten Vorsorgewerte eingehalten. Ein insgesamt sehr erfreuliches Ergebnis", stellt Kreisumweltdezernent Karsten Mankowsky fest. Noch genauer unter die Lupe genommen werden jetzt Bodenproben aus ehemaligen Überschwemmungsgebieten der Erft. "Mit Hochwasser der Erft wurden Schwermetalle aus dem Raum Mechernich in den Überschwemmungsgebieten abgelagert. Bis ins letzte Jahrhundert wurde in diesem Bereich der Eifel Blei abgebaut und bleihaltiges Gestein und Schlacken gelagert. So gelangen bis heute Blei und Cadmium über Rinnsale und Bäche in die Erft," erklärt Mankowsky. Die Ablagerung von Schwermetallen in land- und forstwirtschaftlich genutzten Böden an der Erft wurde bereits im Rahmen der bisherigen Untersuchungen bei Erstellung der digitalen Bodenbelastungskarte nachgewiesen. Eine Gefahr für den Menschen gehe von den Schwermetallen nicht zwangsläufig aus, betont Norbert Clever, Leiter des Umweltamtes beim Rhein-Kreis Neuss. Auch Karbonate, beispielsweise Kalk, hätten sich abgelagert und die Schwermetalle gebunden, so dass sie von Pflanzen nicht aufgenommen werden könnten. "Wegen des sauren Regens wird Kalk heute jedoch ausgewaschen. Die Folge ist, dass Schwermetalle gelöst werden und dann von Nutzpflanzen aufgenommen werden können. Landwirte kalken deshalb regelmäßig ihre Böden", so Clever. "In den Überschwemmungsgebieten an der Erft wird jetzt geprüft, ob Schwermetalle auch in gelöster Form im Boden vorhanden sind." Die aktuellen Bodenproben werden insbesondere in Bereichen entnommen, in denen in Gärten und Kleingartenanlagen Gemüse angebaut wird. Das Kreisumweltamt informiert die Gartenbesitzer und Pächter über die Probenentnahme und teilt ihnen die Ergebnisse der Untersuchung mit. Falls gelöste Schwermetalle nachgewiesen werden, informiert das Kreisumweltamt über Maßnahmen wie die Kalkung der Böden. "Außerdem kann man andere Gemüsesorten pflanzen und auf den Anbau von Pflanzen verzichten, die vermehrt Schwermetalle aufnehmen. Dazu zählen beispielsweise Möhren, Spinat und Grünkohl", erläutert Karl-Heinz Olk vom Kreisumweltamt, der die Erstellung der digitalen Bodenbelastungskarte betreut und Ansprechpartner des Rhein-Kreises Neuss für die zusätzlichen Bodenuntersuchungen ist.

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