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Die magisch aufgeladene "Rote Couch"

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Eine Couch reist um die Welt. Mit dem einzigartigen Projekt "Gallery of Mankind - Galerie der Menschheit" begann der in Düsseldorf lebende Foto- und Videokünstler Horst Wackerbarth im Jahre 1980 die Welt zu bereisen. Neben Kamera und Videogerät war stets die "Rote Couch" dabei. Zahlreiche berühmte Persönlichkeiten wie Michail Gorbatschow, Sir Peter Ustinov oder Lord Yehudi Menuhin nahmen in den vergangenen Jahren auf ihr Platz - im Kreishaus Neuss waren es jetzt Landrat Dieter Patt, Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes und Sparkassendirektor Heinz Mölder, die gemeinsam mit dem Künstler ein im Rhein-Kreis Neuss geplantes Kunstprojekt vorstellten. Mehr als 150.000 Kilometer reiste Wackerbarth bisher durch Europa. In mehr als 35 Ländern hat er Menschen fotografiert und interviewt. "Das Sofa ist magisch aufgeladen, weil 600 Menschen auf ihm Platz genommen haben", sagt er. "Berühmte und Unbekannte, Arme und Reiche, Alte und Junge, Outlaws und Honoratioren. Jeder weiß, wenn ich mit dem Sofa komme, wer darauf gesessen hat. Und ich fahre weit, und das Sofa ist schwer, und ich trage ihm das in sein Lebensumfeld. In diesem Moment fühlt sich dieser Mensch auserwählt, und ich gebe ihm eine Bühne. Ich setze ihn auf einen Thron." Die Interviews mit seinem jeweiligen Gegenüber hält Wackerbarth mit der Videokamera fest. So entsteht eine einmalige Dokumentation, die einen eindrucksvollen Einblick in die Vielfalt europäischer Biografien gewährt. "Die Couch soll zeigen, dass die Menschen vielmehr gemeinsam haben, als sie denken", erklärte der Fotograf in Neuss. Der Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss war es, die Horst Wackerbarth für eine gemeinsame Aktion im Rhein-Kreis Neuss begeistern konnten. Dass die Couch die Menschen magisch anzieht, betonte auch Landrat Dieter Patt, der sich gemeinsam mit der Sparkassenstiftung und dem Sparkassenvorstand freut, dass mit Wackerbarth ein weiterer weltweit renommierter Künstler der Neuzeit für ein Kunstprojekt im Rhein-Kreis Neuss gewonnen werden konnte. Mehrere einzelne Events sind für das Jahr 2006 im Rhein-Kreis Neuss geplant: 1. Ausstellung Herzstück der Aktion ist die vom 2. Oktober bis 17. Dezember 2006 stattfindende Ausstellung im Kreiskulturzentrum Sinsteden. Hier werden 70 - 100 Bilder, 40 - 50 Videos und die "Rote Couch" präsentiert. 2. Voting In Zusammenarbeit mit lokalen Medien (der Neuß Grevenbroicher-Zeitung und dem Lokalradio News 89.4) wird im August 2006 ein Voting über die Persönlichkeit stattfinden, die die Region Rhein-Kreis Neuss in Wackerbarths Ausstellung "Rote Couch - ein Porträt Europas / Galerie der Menschheit" vertreten soll. 3. Raphaelshaus in Dormagen Horst Wackerbarth wird sechs Kinder aus dem Jugendhilfezentrum Raphaelshaus in Dormagen auf der "Roten Couch" fotografieren und Videointerviews mit ihnen führen. Diese Werke werden dann in der großen Ausstellung des Künstlers im Kreiskulturzentrum Sinsteden und, ab Ende November 2006, in einer Vernissage im Raphaelshaus dem Publikum vorgestellt. Nach dem Ende der Ausstellung verbleiben die sechs Porträts dauerhaft im Raphaelshaus. Die Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss hat des Weiteren zwei Werke des Künstlers mit Bezug zum Rhein-Kreis Neuss erworben. Beide Werke wurden im Tagebau "Garzweiler" erstellt und werden als Leihgabe im Neusser Kreishaus dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich sein. Die im Jahr 1988 gegründete Stiftung hat bereits viele Künstler für den Rhein-Kreis Neuss gewinnen können. In Grevenbroich konnte im Jahre 1992 das Skulpturen-Ensemble von Heinz Mack "Formen des Wachsens" vor dem Ständehaus platziert werden. Nur ein Jahr später konnte die Stiftung die nächste Dauerleihgabe vor dem Ständehaus präsentieren. Hierbei handelt es sich um "den Thron des Arbeiters", eine Skulptur von Anatol Herzfeld, die bereits auf der Bienale von Antwerpen gezeigt wurde. Mit der Aktion Kohle für Kohle in den Jahren 2000 - 2004 wurde die Stiftungsarbeit weit über den Rhein-Kreis Neuss bekannt gemacht. Die Künstler James Rizzi, Otmar Alt, Stefan Szcesny und Professor Ernst Fuchs zogen zahlreiche Besucher aus ganz Deutschland nach Grevenbroich. Bleibende Erinnerung an diese Aktion ist der Turmkater von Otmar Alt im Kreisverkehr vor der Sparkasse Neuss und dem Kreishaus in Grevenbroich. Durch Verpflichtung von Ian Hamilton Finlay und Ulrich Rückriem wurden weitere Kunstdenkmäler geschaffen. Ian Hamilton Finlay erstellte im Rahmen der Landesgartenschau 1994/95 in Grevenbroich neun Kunstwerke und Ulrich Rückriem füllte die in Sinsteden errichteten Kulturhallen mit zahlreichen Skulpturen.

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