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Landrat Patt kämpft um Erhalt des Baby-Notarztwagens

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Landrat Dieter Patt setzt sich in einem Schreiben an Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann für den Erhalt des Baby-Notarztwagens im Rhein-Kreis Neuss ein. In weiteren Schreiben an die aus dem Rhein-Kreis Neuss stammenden Landtagsabgeordneten bat Patt um deren Unterstützung. Im Juni hatte der Kreistag im Rahmen der Fortschreibung des rettungsdienstlichen Bedarfsplanes entschieden, das seit 1993 existierende, erfolgreiche Baby-Notarztwagen-Projekt fortzuführen. In diesem speziell ausgerüsteten Notarztwagen kommen neben der normalen rettungsdienstlichen Besatzung ein Kinderarzt und eine Kinderkrankenschwester aus der Intensivstation einer Kinderklinik im Notfall zum Einsatz. Das Problem ist: Die Landesverbände der Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen haben dem Kreistagsbeschluss mit dem Hinweis auf Kostengründe widersprochen. Nach dem Rettungsgesetz Nordrhein-Westfalen muss die Bezirksregierung Düsseldorf nun eine abschließende Entscheidung treffen. Und die hat signalisiert, dass sie als weisungsabhängige Behörde nach Rücksprache mit dem Gesundheitsministerium NRW der Auffassung der Krankenkassenverbände voraussichtlich folgen werde. Dies will Landrat Dieter Patt jedoch nicht hinnehmen. Er rechnet vor, dass die spezielle notfallmedizinische Versorgung der Säuglinge und Frühgeborenen nicht nur aus medizinischer Sicht sinnvoll sei, sondern auch kostenmäßig nicht groß ins Gewicht falle. Gerade einmal 18,06 Euro ist der speziell ausgerüstete Baby-Notarztwagen pro Einsatz teurer als die von den Krankenkassenverbänden favorisierte alternative Lösung des Einsatzes von Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug. Bei durchschnittlich 350 Einsätzen des Baby-Notarztwagens pro Jahr ergeben sich gerade einmal Mehrkosten von 6.321 Euro. "Angesichts eines Haushaltsvolumens für den Rettungsdienst für den gesamten Rhein-Kreis Neuss von mehr als 11,2 Millionen Euro sollten uns Säuglinge und Frühgeborene diese marginale Summe wert sein", mahnt Landrat Patt in seinen Schreiben. Auch im interkommunalen Vergleich sieht Landrat Patt sich bestätigt und moniert die Haltung der Krankenkassenverbände. Denn die rettungsdienstlichen Bedarfspläne in Köln, Münster, im Rhein-Sieg Kreis und im Märkischen Kreis weisen Baby-Notarztwagen aus. Ein Ungleichbehandlung sei allein deshalb schon nicht hinnehmbar, so Landrat Patt.

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