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Gesundheitskonferenz setzt Schwerpunkt auf "Gesundheitsförderung im Alter"

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"Gesundheit im Alter" stand ganz oben auf der Tagesordnung der 18. Gesundheitskonferenz des Rhein-Kreises Neuss im Kreishaus Grevenbroich. "Ich freue mich, dass zu diesem Thema mit der international renommierten Altersforscherin und ehemaligen Bundesgesundheitsministerin Frau Prof. Dr. Ursula Lehr eine hochkarätige Referentin für die Gesundheitskonferenz gewonnen werden konnte", erklärte der stellvertretende Landrat Dr. Hans-Ulrich Klose, der die Veranstaltung gemeinsam mit Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky eröffnete. Die Bevölkerungsstruktur wird sich in den kommenden Jahren auch im Rhein-Kreis Neuss stark verändern: Kommen heute auf einen Bürger, der älter als 75 Jahre ist, noch 11,2 jüngere Menschen, wird der Zahl Jüngerer bis zum Jahr 2015 auf 8,4 je Über-75-Jährigen sinken. Diese Quote wird sich bis 2050 auf 5,5 Personen weiter vermindern. Prof. Dr. Ursula Lehr erläuterte, dass neben dem absehbaren Mangel an Pflegekräften auch ein Rückgang der häuslichen Pflege aufgrund steigender Mobilität und sich auflösender Familienstrukturen zu berücksichtigen sei. Hinzu komme, dass die Pflegeversicherung schon heute an den Grenzen ihrer Belastbarkeit angelangt sei. Daher werde es erforderlich, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und die Selbständigkeit und Alltagssouveränität alter Menschen so lange wie möglich zu erhalten. Diese Ziele können insbesondere durch Prävention und durch gesundheitsbewusstes Verhalten älterer Menschen erreicht werden, so Prof. Dr. Ursula Lehr. Außerdem müsse die Stadtplanung es alten Menschen ermöglichen, barrierefrei zu wohnen, einzukaufen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. "Unsere Gesellschaft muss endlich ein positiveres Altersbild entwickeln. Das Alter bietet sehr viele gute Seiten und wenn man die Ressourcen alter Menschen fördert, kann diese Lebensphase außerordentlich lebenswert gestaltet werden. Im Übrigen können alte Menschen noch sehr viel für die Gesellschaft leisten. Dieses Potenzial gilt es ebenfalls stärker zu erschließen", forderte die Altersforscherin. Mit ihrem engagierten Vortrag trug sie zur Entscheidung der Gesundheitskonferenz bei, einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf das Thema "Gesundheit im Alter" zu legen und einen entsprechenden Arbeitskreis zu gründen. Im Rahmen des Arbeitskreises soll Gesundheitsförderung im Alter mit konkreten Maßnahmen im Rhein-Kreis Neuss umgesetzt werden.

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