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Landrat Patt informiert sich über Strommasten-Sanierung

Wirtschaft |

Seit den mehrtägigen Stromausfällen im Münsterland Ende vergangenen Jahres, bei denen etwa 80 Strommasten unter der Last von Eis und Schnee umstürzten, wird auch im Rhein-Kreis Neuss die Versorgungssicherheit in Bevölkerung und Politik thematisiert. Als bedeutender nationaler Energiestandort mit einer Vielzahl abhängiger Unternehmen hat der Rhein-Kreis Neuss ein besonders engmaschiges Versorgungsnetz mit Hochspannungsmasten. Schon früh hatte sich daher Landrat Dieter Patt, auch in seiner Eigenschaft als Mitglied des Aufsichtsrates, an RWE gewandt, um sich über den Zustand des hiesigen Stromnetzes zu informieren. "(...) Bei der hier vorhandenen Bevölkerungsdichte hätten Probleme bei der Strominfrastruktur sicherlich weit reichende Konsequenzen für ihr Unternehmen. Von daher halte ich es für besonders wichtig und vordringlich, die Erneuerung der Strommasten im Rhein-Kreis Neuss möglichst zeitnah umzusetzen (...)", heißt es in einem Schreiben des Landrates an RWE. Bei einem Ortstermin im Rhein-Kreis Neuss informierte sich Patt jetzt aus erster Hand über mögliche Risiken und das geplante Strommasten-Sanierungsprogramm. Dr. Thomas Reißing, Geschäftsführer RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH, und Dr. Stefan Küppers, Leiter RWE Rhein-Ruhr Regionalzentrum Neuss, ließen keinen Zweifel daran, dass die Stromnetze im Rhein-Kreis Neuss sicher sind. Ausschließlich die extreme Wetterlage mit außergewöhnlichen Eis- und Schneebelastungen der Leitungen sei für die Stromausfälle Ende November 2005 in Teilen des Münsterlandes verantwortlich gewesen und nicht mangelnde Wartung. Dr. Reißing: "Es gibt an keiner Stelle ein Gefahrenpotenzial. Bei der Sicherheit machen wir keine Kompromisse. Das laufende Sanierungsprogramm sorgt neben vielen anderen Maßnahmen für die Fortschreibung unseres hohen Sicherheitsstandards". "Das neue Gutachten der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zu den Stromausfällen im Münsterland, das im Entwurf RWE vorliegt, bestätigt nach Einschätzung des Energieversorgers, dass es keine Versäumnisse bei der Wartung und Instandhaltung von Strommasten gegeben hat. Neben den in der Diskussion stehenden Strommasten aus "Thomasstahl", hielten laut RWE auch Masten neuerer Bauart den extremen Witterungsverhältnissen im Münsterland nicht stand. Thomasstahl verliert wegen seiner hohen Stickstoff- und Phosphat-Anteile im Alterungsprozess an Elastizität. Diese Eigenschaft war Hauptgrund dafür, dass das Verfahren in der Stahlherstellung seit Ende der 60er Jahre in Deutschland nicht weiter verwendet wurde. Seit mehreren Jahren verfolgt RWE deshalb vorsorglich ein rund 550 Millionen teures Sanierungsprogramm, das vorsieht, alle Strommasten aus Thomasstahl (rund 28.000) bis 2015 zu sanieren oder auszutauschen. Das gilt auch für die 452 Strommasten, die im Rhein-Kreis Neuss saniert werden müssen. Finanzielle Beschränkungen hierfür bestünden nicht, so der Essener Energieversorger. Insgesamt fließen jährlich rund zwei Milliarden Euro in die deutschen Stromnetze von RWE. Dr. Küppers: Die Stromversorgung im Rhein-Kreis Neuss ist und bleibt sicher. Wir liegen bei der Versorgungssicherheit im europäischen Vergleich vorn und tun alles, um diesen Vorsprung zu halten".

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