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Haustiere jährlich gegen Tollwut impfen lassen

Tiere |

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Kreises Neuss bittet alle Hunde- und Katzenbesitzer, nicht impfmüde zu werden und ihre Tiere jährlich gegen Tollwut impfen zu lassen. "Tollwut ist eine immer tödlich verlaufende Viruskrankheit, die alle warmblütigen Tiere, vorwiegend Säugetiere, und den Menschen befällt", weiß Amtsleiter Dr. Gerhard Fischer.

Hauptüberträger der Tollwut ist der Fuchs. Eine Gefahr für den Menschen geht auch von der Fledermaustollwut aus, die außer in Amerika und Asien in Norddeutschland und Dänemark aufgetreten ist. Wildtollwutfälle werden zurzeit vermehrt in Hessen, Baden-Württemberg und im südlichen Rheinland-Pfalz registriert. "Das Tollwutvirus wird grundsätzlich über den Speichel infizierter Tiere ausgeschieden. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch den Biss tollwutkranker Tiere oder durch Kontakt infektiösen Speichels mit der Schleimhaut", erläutert Dr. Fischer. "Die Viren", so der Kreisveterinär, "wandern die Nervenbahnen entlang zum Gehirn, wo sie sich intensiv vermehren. Vom Gehirn aus verbreiten sie sich im Körper, wobei sie auch in die Speicheldrüse gelangen. Damit ist der Kreislauf wieder geschlossen." Wie Dr. Fischer betont, muss jeder Biss eines wild lebenden Tieres Ernst genommen werden. Der Anteil der Haustiere am Tollwutvorkommen liegt bei 15 bis 20 Prozent. Betroffen sind Weiderinder, Schafe, Pferde, Katzen und Hunde. Pflanzenfresser und der Mensch stellen Endglieder der Infektkette dar.

Ungeachtet der aktuellen und tragischen Tollwutfälle nach Organtransplantationen sind in den letzten 20 Jahren in Deutschland nur wenige Menschen an einer Tollwuterkrankung gestorben. Dabei handelt es sich ausschließlich um im Ausland erworbene Infektionen. "Die geringe Erkrankungszahl in Deutschland ist auch zurückzuführen auf Aufklärungskampagnen, auf die Impfung von Hunden und Katzen und auf die regelmäßige Fuchs-Impfung durch Köder", erklärt Dr. Fischer, der gleichzeitig darauf hinweist, dass die Verbreitung der Tollwut in Richtung Osten zunimmt: "Die Gebiete jenseits der Weichsel sowie der Balkan, Kleinasien und der Nahe Osten sind endemisch verseucht." In Indien sterben jährlich 40.000 bis 50.000 Menschen an Tollwut. In China werden pro Jahr 5.000 Erkrankungen gemeldet. Auch mit der Einschleppung der Tollwut durch Tiere als illegales Reisemitbringsel z. B. aus der Türkei, Griechenland, Kroatien, Rumänien oder Bulgarien müsse jederzeit gerechnet werden, warnt Dr. Fischer.

Die Bekämpfung der Tollwut konzentriert sich im Wesentlichen auf die Vorbeugung. Sowohl für den Menschen als auch für Säugetiere stehen wirksame und verträgliche Impfstoffe zur Verfügung. Kreisveterinär Dr. Fischer: "Mit rechtzeitigen und regelmäßigen Impfungen von Hunden und Katzen wird die Tollwut vom Menschen ferngehalten. Auch Weidetiere sollten zumindest in tollwutgefährdeten Gebieten regelmäßig geimpft werden. Alle Tollwutbekämpfungsmaßnahmen dienen dazu, die Haustiere zu schützen, und Schutz der Haustiere bedeutet auch stets Schutz des Menschen."

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