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Netzwerk des Glaubens - Prämonstratenser zwischen Rhein und Weichsel

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Eine gemeinsame Ausstellung des Dom-Museums Brandenburg und des Kreisarchivs Neuss mit dem Titel "Netzwerk des Glaubens - Prämonstratenser zwischen Rhein und Weichsel" ist anlässlich der Europawoche 2005 jetzt im Lichthof des Kreishauses Neuss zu sehen. Die kirchlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen waren auf Anregung von Dr. Herbert Jacobs, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Europa Union Deutschland/Kreisverband Neuss, ein Themenschwerpunkt des diesjährigen Europatags des Rhein-Kreises Neuss. Die Ausstellung, die noch bis zum 20. Mai zu sehen ist, veranschaulicht einen Aspekt der deutsch-polnischen Beziehungen, der auch im Gebiet des heutigen Rhein-Kreises Neuss greifbar wird. Der Reformorden der Prämonstratenser wurde 1120 von dem aus einem niederrheinischen Adelsgeschlecht stammenden Kanoniker Norbert von Xanten (um 1082 bis 1134) in Prémontré (Picardie, Nordfrankreich) gegründet. Die Ideale der im weißen Ornat gekleideten Mönche und Nonnen lagen und liegen im einfachen und gottgefälligen Leben, in der Seelsorge und der Mission. Eng mit dem Missionsgedanken verbunden war die wirtschaftlich bedeutsame Erschließung neuer Gebiete für Siedlung und Landwirtschaft, insbesondere im östlichen Mitteleuropa. Im Jahr 1126 wurde Norbert von Xanten zum Erzbischof von Magdeburg ernannt, das zum Ausgangspunkt für die Ausbreitung des Ordens in den slawischen Raum wurde. Im 12. und 13. Jahrhundert entstand ein europaweites Netz von prämonstratensischen Männer- und Frauenklöstern, darunter auch die Klöster in Knechtsteden (um 1130), Langwaden (um 1151) und Meer (1166) im heutigen Rhein-Kreis Neuss sowie Zwierzyniec an der Weichsel (um 1160). Der Blick auf die grenzüberschreitende Ausrichtung der Prämonstratenser zeigt, dass in der Welt des Mittelalters gemeinsame und verbindende Fundamente liegen, die zur Schaffung eines vereinten Europa in Gegenwart und Zukunft dienen können.

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