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KDVZ und Rhein-Kreis Neuss bilden "Competence-Center für Verkehrswesen"

Straßenverkehr |

Die Kommunale Datenverarbeitungszentrale Neuss (KDVZ) und das Straßenverkehrsamt des Rhein-Kreises Neuss koordinieren seit dem 1. August 2005 die Computerprogramme in 13 Kraftfahrzeug-Zulassungsstellen im Rhein-Ruhr Gebiet. Wie Landrat Dieter Patt dazu berichtet, wird die Verwaltung der Daten von 3,1 Millionen Fahrzeugen im Rahmen eines so genannten "Competence-Center Verkehrswesen" gemeinsam verantwortet. Dies sind 5 Prozent des Gesamtfahrzeug-Bestandes in Deutschland - und zwar alle Kennzeichen mit NE, D, MG, KR, VIE, DU, OB, BOT, BO, WES, KLE, BOR und ST.

"Die KDVZ Neuss setzt so konsequent den Weg der arbeitsteiligen Kooperation mit anderen Datenzentralen fort", betont Landrat Patt, der Vorsitzender der Verbandsversammlung des kommunalen IT-Dienstleisters ist. "Mit dieser interkommunalen Zusammenarbeit können wir das Potential wirtschaftlicher IT-Nutzung voll ausschöpfen", so Patt. Mit dabei sind die Städte Bochum, Dortmund, Duisburg, Mönchengladbach, Düsseldorf und die beiden Datenzentralen KDVZ Neuss und KRZN in Moers. Gemeinsam haben sie die "IT-Kooperation (ITK) Rhein/Ruhr" gegründet. "In dem Einzugsbereich von 4,4 Millionen Einwohnern werden künftig 36.000 Computerarbeitsplätze nach einheitlichen Kriterien strukturiert sein; natürlich unter der Berücksichtigung örtlicher Erfordernisse", erläutert Landrat Patt weiter.

Nach dem Motto "einer für alle" teilen sich die Datenzentralen die Aufgaben in der IT-K Rhein/Ruhr. Bei sowieso gleicher Aufgabenstellung muss ja nicht jeder alles selber machen. Die Lösung: Jede Datenzentrale übernimmt die Verantwortung für einzelne Aufgaben und stellt die Arbeitsergebnisse allen anderen zur Verfügung. Erste Konsequenz war die Abschaffung der örtlichen Großrechner und Nutzung eines gemeinsamen Zentralrechners seit Juli 2004. In weiteren Schritten werden jetzt die Aufgaben verteilt. Zum Beispiel ist bereits auch ein Competence-Center der KDVZ mit der Stadt Mönchengladbach im Aufbau: für den Bereich "Sozial- und Jugendwesen".

Seit dem 1. Juli 2005 ist im Competence-Center-Verkehrswesen auch die neue Software mit dem griffigen Namen "OK.VORFAHRT" in Betrieb. Sie löst das bisherige, zwanzig Jahre alte Zulassungsverfahren ab. "Hiermit sind wir rechtzeitig auf die neuen EU-Regelungen vorbereitet", freut sich Peter Söhngen, Verbandsvorsteher der KDVZ Neuss: "Dann werden nämlich der Kraftfahrzeugbrief und der Kraftfahrzeugschein durch "Zulassungsbescheinigungen" abgelöst. Außerdem erwartet das Kraftfahrtbundesamt ab dem 1. Oktober 2005 die Datenübermittlung nach den neuen EU-Regelungen: Einheitliche Fahrzeug-Typenschlüssel und erheblich mehr Informationen als bisher werden dann in Flensburg registriert."

Mit "OK.VORFAHRT" ist es natürlich auch weiterhin möglich, ein Wunschkennzeichen im Internet zu reservieren. Zur Beschleunigung der Anmeldungen können Autohändler die Fahrzeugdaten selber online über das Internet eintragen. Das verkürzt die Bearbeitungsdauer im und die Wartezeit vor dem Straßenverkehrsamt. "Das ist praktiziertes eGovernment. Neben dem sichtbaren Service laufen viele Aktionen im Hintergrund", erläutert Klaus Schirm, Leiter des Straßenverkehrsamtes der Kreisverwaltung: "z. B. der Datenaustausch mit dem Kraftfahrtbundesamt und die Informationen über die Fahrzeug- und die Halterdaten an das Finanzamt wichtig für die Kfz-Steuer." Rund um die Uhr steht der Polizei ein Zugriff auf die Daten zur Verfügung. Die Bußgeldstelle hat die Möglichkeit, Fahrzeughalter zu recherchieren. Zahlreiche Funktionen ermöglichen effizientere Sachbearbeitung in der Kfz-Zulassungsstelle.

Dieter Guderley leitet die Einführung des Programms bei der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale Neuss. Er koordiniert die Installation der Software, die Übernahme der Datenbestände und die Unterstützung im laufenden Betrieb - für 552 Arbeitsplätze der angeschlossenen Städte und Kreise - fachlich-inhaltlich unterstützt vom Straßenverkehrsamt des Rhein-Kreises Neuss.

Für Harald Zillikens hat der Rhein-Kreis Neuss mit dem Programmwechsel weitere Schritte ins eGovernment vollzogen. Der Leiter des Bereichs Informations- und Kommunikationstechnologie stellt nicht nur den Service für die Bürger sondern auch die Optimierung der internen Arbeitsprozesse in den Vordergrund: "Ideal ist es, beides mit "OK.Vorfahrt" realisieren zu können. Wenn wir demnächst noch die elektronische Archivierung eingebunden haben, müssen alte Fahrzeugdaten nicht mehr aus den Microfilmen herausgesucht werden". Die Anfragen der Versicherungen können künftig also in den kreisweit vier Dienststellen des Straßenverkehrsamtes sowie im Bürger-Service-Center der Kreisverwaltung schneller beantwortet werden. Programmiert wurde "OK.VORFAHRT" von der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB).

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