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Neue EU-Verordnungen verpflichten Lebensmittel-Betriebe zu mehr Eigenkontrolle

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Verbraucher fordern von den Unternehmen der Ernährungswirtschaft sichere und qualitativ hochwertige Produkte. Eine Reihe neuer EU-Verordnungen soll dazu einen Beitrag leisten. Wie das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Kreises Neuss informiert, löst das neue EU-Hygienepaket zum Jahreswechsel nationale Bestimmungen ab. Bis dahin müssen alle Lebensmittel-Betriebe ein so genanntes HACCP-System eingerichtet haben. HACCP steht für "Hazard Analysis And Critical Control Points" und ist ein System, das Gefahren in Lebensmitteln identifiziert, bewertet und unter Kontrolle bringt.

"Rund 3.600 Betriebe im Rhein-Kreis Neuss müssen ab dem 1. Januar ein funktionierendes Gefahrenabwehrsystem nach dem HACCP-Konzept dokumentieren können", erläutert der Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, Dr. Gerhard Fischer. Sein Amt wird alle betroffenen Unternehmen anschreiben und detailliert auf die neuen gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam machen. "Denn vor dem Hintergrund des EU-Hygienepakets ist es für Gewerbetreibende, die mit Lebensmitteln zu tun haben, schon jetzt wichtig, sich intensiv mit dem Thema Eigenkontrolle auseinanderzusetzen", sagt Dr. Fischer. Es gehe zum Beispiel um Bereiche wie Wareneingang und Warenausgang, Temperaturüberwachung, Schädlingsbekämpfung, Desinfektion, Personalschulung oder Kontrollpunkte in Produktion und Verkauf. Wirksamkeit und Dokumentation der getroffenen Maßnahmen würden ab 2006 verstärkt bei Betriebskontrollen überprüft.

Informationen über die neuen Bestimmungen sind im Internet in dem Merkblatt "Umsetzung des neuen Lebensmittelhygienerechts" unter www.rhein-kreis-neuss.de/veterinaer nachzulesen. Wer ins Suchfenster der Kreis-Homepage "code572" eingibt, gelangt direkt zum Merkblatt, zu dem u. a. auch eine Liste mit wichtigen Ansprechpartnern gehört. Eine praxisnahe Wissensplattform zum Thema Hygiene- und Qualitätsmanagementsysteme für kleine und mittlere Unternehmen der Ernährungswirtschaft steht unter www.giqs.org - Stichwort "Knowledge" - zur Verfügung. In die Wissensdatenbank der Universität Bonn und des Grenzüberschreitende integrierte Qualitätssicherung e. V. Kleve (GIQS) sind die Erfahrungen aus einem gemeinsamen Pilotprojekt eingeflossen, das unter der Federführung des Rhein-Kreises Neuss Ende 2002 gestartet und im Februar 2005 erfolgreich abgeschlossen worden ist. Im Rahmen des INTERREG III A-Projekts "Grenzüberschreitende integrierte Qualitätssicherung in Lebensmittelbetrieben" waren bei sechs im Rhein-Kreis Neuss und drei in den Niederlanden ansässigen Betrieben des Lebensmittelhandwerks Qualitätsmanagementsysteme aufgebaut worden.

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