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Neue Bundesartenschutzverordnung

Tiere |

Die Bundesartenschutzverordnung, die seit 1987 eine gesetzliche Meldepflicht für die Haltung besonders geschützter Wirbeltiere vorschreibt, wurde Ende Februar geändert. Die Einhaltung der Meldepflicht, die viele exotische Tiere wie Papageien, Schlangen, Schildkröten oder Chamäleons betrifft, wird im Rhein- Kreis Neuss durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt beaufsichtigt, das über die wichtigsten Änderungen in der Bundesartenschutzverordnung informiert: Meldepflicht Einige besonders geschützte Tierarten sind nun von der Meldepflicht ausgenommen, da sie häufig nachgezüchtet werden und damit für den illegalen Handel weniger interessant geworden sind. Es handelt sich insbesondere um einige häufig gehaltene Reptilien- und Amphibienarten: Grüner Leguan (Iguana iguana), Königspython (Python regius), Abgottschlange (Boa constrictor constrictor und Boa constrictor imperator), Madagaskar-Taggecko (Phelsuma madagascariensis), Goldstaub-Taggecko (Phelsuma laticauda), Goldbaumsteigerfrosch (Dendrobates auratus) und Blauer Pfeilgiftfrosch (Dendrobates azureus). Für besonders geschützte Tiere muss ein Halter auch den legalen Erwerb nachweisen können. Welche Tiere besonders geschützt sind, kann im Internet z. B. in der Artenschutzdatenbank des Bundesamtes für Naturschutz "WISIA" nachgesehen werden (www.wisia.de). Kennzeichnungspflicht Einige gefährdete Vogelarten (vor allem Papageien) sind erstmalig einer Kennzeichnungspflicht unterworfen. Andere, leicht züchtbare, Vogelarten wurden von dieser Pflicht freigestellt. Gezüchtete Vögel sind vorrangig mit einem geschlossenen Fußring zu kennzeichnen. Andere Vögel können entweder mit einem offenen Ring oder einem Transponder (implantierter Micro-Chip) gekennzeichnet werden. Für die Kennzeichnung dürfen nach wie vor nur Ringe und Transponder von den zugelassenen Verbänden (Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e. V., Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e. V.) verwendet werden. Die Rückgabepflicht ungenutzter Ringe an diese Verbände ist jetzt entfallen. Bei Reptilien (z. B. Schildkröten) ist es aus Tierschutzgründen jetzt auch gesetzlich möglich, bei der Kennzeichnung auf den Transponder zu verzichten. Die Dokumentation wurde als gleichwertige Kennzeichnungsmethode anerkannt. Unter einer Dokumentation versteht man Fotos von individuellen Körpermerkmalen, die eine Identifizierung des Tieres ermöglicht. Zuchtverbot für Greifvogel-Kreuzungen In Deutschland ist es künftig verboten, Kreuzungen verschiedener Greifvogelarten zu züchten. Gelangen diese so genannten Hybride bei Freiflugübungen in die Natur, können sie zu einer ernsthaften Gefahr für den Bestand der heimischen Greifvogelarten werden. Das Verbot der Greifvogelhybrid-Zucht ist mit einer Übergangsfrist von zehn Jahren für bestehende Zuchtbetriebe verbunden. Schon während dieser Übergangsfrist ist der Freiflug von Greifvogel-Hybriden nur noch mit Fernüberwachung zulässig, damit die Identifizierung und Ortung des Vogels möglich ist. Außerdem gilt in Zukunft auch ein Haltungsverbot für Greifvogel-Hybride. Altbestände bleiben davon unberührt.

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