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Englische Planer zu Gast im Rhein-Kreis Neuss

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Seit September 2003 sind die im Nordwesten Englands gelegene Grafschaft Cheshire und die Stiftung Schloss Dyck Projekt-Partner in einem von der Europäischen Union geförderten Programm zur Pflege und Weiterentwicklung des Erbes europäischer Gartenkultur, dem "European Garden Heritage Network". Zur Vertiefung der Kontakte in den Rhein-Kreis Neuss war jetzt eine fünfköpfige Delegation aus Cheshire im Kreisständehaus in Grevenbroich zu Gast, wo Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke die britischen Planungsexperten und Landschaftsarchitekten begrüßte. Kreisdirektor Petrauschke stellte der Delegation unter der Leitung von Alan Thornley, Leiter des Planungsreferates der Grafschaft Cheshire, den Rhein-Kreis Neuss, der mit 446.000 Einwohnern der zehntgrößte Kreis Deutschlands ist, als modernen und erfolgreichen Standort im Herzen Europas vor. "Tradition und Wandel, das sind für uns - wie auch bei Ihnen in Großbritannien - keine Gegensätze. Auf beidem, der Pflege des Bewahrenswerten und der Kraft zur Innovation, beruht die Vielseitigkeit unseres Standortes, beruhen die hohe Lebensqualität und unser wirtschaftlicher Erfolg", sagte Petrauschke, bevor sich die Gäste durch den neuen englischsprachigen Image-Film des Rhein-Kreises einen detaillierten Eindruck verschaffen konnten. Delegationsleiter Thornley stellte eine Reihe von Gemeinsamkeiten zwischen Cheshire und dem Rhein-Kreis Neuss fest. So blickt die englische Grafschaft, die heute rund 680.00 Einwohner zählt und deren Verwaltungssitz die Stadt Chester ist, ebenfalls auf eine römische Geschichte zurück. Wie der Rhein-Kreis Neuss gehört sie zu den wirtschaftlich erfolgreichen Regionen ihres Landes und liegt - wie der Rhein-Kreis mit Düsseldorf und Köln - in der Nähe zweier Metropolen, und zwar Manchester und Liverpool. Auch der Abbau von Bodenschätzen - Mineralien - und damit verbunden auch das Thema Rekultivierung spielt in der Grafschaft Cheshire eine Rolle. Vor dem Hintergrund, dass in England die Landschaftsplanung zurzeit einen Wandel erfahre, betonte Alan Thornley, sei man besonders an einem Ideen- und Erfahrungsaustausch mit dem Amt für Entwicklungs- und Landschaftsplanung des Rhein-Kreises interessiert. So verfolgten die britischen Experten dann auch mit großem Interesse einen Vortrag von Amtsleiter Johannes Nordmann, der neben den Aufgaben seines Planungsamtes auch zukunftsweisende Projekte im Rhein-Kreis Neuss präsentierte. Mit der Unterstützung des Rhein-Kreises ist zum Beispiel das Projekt "Hombroich-Raumortlabor" geplant, dessen Ziel es ist, auf einer 400 Hektar großen Fläche zwischen Neuss und Grevenbroich eine neue Stadtlandschaft zu entwickeln. Die entsprechenden Entwürfe international renommierter Architekten wurden bereits mit großem Erfolg und hoher Anerkennung durch die Fachwelt auf der Architektur-Biennale 2004 in Venedig präsentiert. Im Rahmen der gemeinsamen Projektarbeit der Grafschaft Cheshire und der Stiftung Schloss Dyck im europäischen Gartenkultur-Netzwerk stehen vor allem zwei Themen im Mittelpunkt. Ziel des Schwerpunktbereichs "Europäische Garten-Routen" ist es, das gartenkulturelle Erbe mit seinen historischen Gemeinsamkeiten und lokalen Besonderheiten einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Im Internet werden einzelne charakteristische Gärten beschrieben und den interessierten Besuchern in Wort und Bild mehrsprachig vorgestellt zur ersten Orientierung für eine Gartenreise durch Europa. Der zweite Arbeitsschwerpunkt lautet "Regionalplanung der Zukunft". "Die Untersuchungen in diesem Zusammenhang richten sich in erster Linie an Politik und Verwaltung", erläutert der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Stiftung Schloss Dyck, Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes. "Angestrebt werden", so Lonnes, "integrative Planungsstrategien, die mit dem Fokus auf Parks und Gärten deren regionale In-Wert-Setzung fördern, deren Management und Marketing optimieren, Perspektiven zur touristischen Vermarktung und Nutzung aufzeigen und insgesamt zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung beitragen. Es sollen Kriterien und Konzepte für eine innovative regionale Raumentwicklung erarbeitet werden, die über nationale Grenzen hinaus zum Einsatz kommen können." Tillmann Lonnes wird nun zum Gegenbesuch nach England reisen, um vor Ort die Zusammenarbeit im "European Garden Heritage Network" fortzuführen.

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