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Kreisgesundheitsamt schlägt Alarm bei Fußpflege- und Tatöwiereinrichtungen

Gesundheit |

Fußpflege, Tätowieren und Piercing haben nicht nur vermeintlich schöne Seiten, sondern bergen nach Feststellung des Kreisgesundheitsamtes in zunehmendem Maße auch Risiken für die menschliche Gesundheit. Bei 92 Betriebskontrollen in 2004 wurde jede fünfte Einrichtung durch die Gesundheitsaufsicht des Kreises beanstandet.

Dabei ist die Zahl der Gewerbeanmeldungen von rund 200 in 2003 auf rund 500 in 2004 gestiegen. Immer mehr Menschen machen sich offensichtlich seit der Einführung der "Ich -AG" im Bereich der Gesundheitsberufe selbständig. "Häufig haben die Anbieter nur eine ein- bis zweiwöchige Kurzausbildung absolviert und weisen erhebliche Mängel über notwendige Maßnahmen der Hygiene und im Fachwissen auf", weiß Hauke Eißing, zuständige Gesundheitsaufseherin im Kreisgesundheitsamt zu berichten. Erschreckend, dass beispielsweise nur die wenigsten mobilen Fußpfleger während ihres Einsatzes Desinfektionsmittel mit sich führen.

Auch der Fall einer Fußpflegerin, die in einem Altenheim an mindestens zehn Heinbewohner Fußpflege mit dem gleichen Instrumentenset durchführte, ist der Gesundheitsaufseherin noch in guter Erinnerung. Immer wieder deckt die Gesundheitsaufsicht bei ihren Kontrollen die Verwendung falscher beziehungsweise ungeeigneter Desinfektionsmittel sowie -geräte zur Sterilisation auf. Fehlendes Wissen über die Übertragungsmöglichkeiten von Krankheitserregern, räumliche und bauliche Mängel, mangelhafte Instrumentenaufbereitung und häufig fehlende Dokumentationen in Form eines Hygieneplans runden das schockierende Ergebnis der Kontrollen ab.

Darüber hinaus bieten einige Fußpflegerbetriebe auch Fußreflexzonen und Fußpunktdruckmassagen an, obwohl sie nach dem Heilpraktikergesetz hierfür gar nicht ausgebildet sind. Selbst bei Kosmetikbetrieben wurden die Gesundheitsaufseher fündig. Dortige Angebote zur Faltenunterspritzung und manuellen Lymphdrainage sind nämlich primäre medizinische Maßnahmen. Allergische Hautrekationen, Narben und Entzündungen bis hin zu Lähmungserscheinungen können die Folgen des gerade bei jungen Menschen in Mode gekommenen Piercing sein, bei der die Haut oder Schleimhaut durchstochen wird.

Bei mangelnder Hygiene und fehlendem Fachwissen können die gesundheitlichen Folgen für den Kunden fatal sein, wie die durch eine unsachgemäße Tätowierung ausgelöste schwere Hepatitis C-Erkrankung einer jungen Frau im Rhein-Kreis Neuss belegt. Auch HIV-, Tetanus-, Geschlechts- und Herpeserkrankungen können durch mangelhafte Sterilisation der Instrumente übertragen werden, warnt das Kreisgesundheitsamt. In jedem Fall rät das Kreisgesundheitsamt den Bürgern, sich den jeweiligen Betrieb gut anzusehen und sich über Fachkenntnisse, Hygienemaßnahmen sowie mögliche Gesundheitsrisikien ausführlich aufklären zu lassen, bevor man sich gegebenenfalls unter das Messer oder die Nadel begibt.

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