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Beziehungen zwischen Rhein-Kreis Neuss und Kolumbien weiter gestärkt

Wirtschaft |

Seit 1994 unterhält der Rhein-Kreis Neuss wirtschaftliche, soziale, kulturelle und sportliche Kontakte nach Kolumbien. Das 2002 eröffnete deutsch-kolumbianische Handelsbüro in Neuss ist ein besonders herausragendes Beispiel dafür. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit waren Landrat Dieter Patt und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Neuss, Heinz Welter, nach Bogotá gereist, um an einer von der Weltbank und der Sparkassenstiftung für internationale Kooperationen, Bonn, veranstalteten Wirtschaftskonferenz teilzunehmen. Zu den Konferenzteilnehmern gehörte für die Sparkassenstiftung der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Peter Langkamp. Thema der Konferenz war unter anderem die Möglichkeit einer Übertragung des deutschen Sparkassensystems auf Kolumbien.

"Die Beziehungen zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und Kolumbien haben eine weitere Stärkung erhalten", zieht Patt nach seiner Rückkehr ein positives Fazit. Nicht nur die Wirtschaftskonferenz werde nachhaltig Wirkung zeigen, so Landrat Patt, der auch als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Neuss nach Kolumbien gereist war. Wie Dr. Langkamp berichtet, hat die Konferenz in Bogotá großes Interesse gefunden und als Ergebnis wurde mit dem kolumbianischen Bankenverband und dem Erziehungsministerium ein Lehrprogramm für Grundschulen vereinbart, bei dem Kinder mit dem Thema Geld vertraut gemachte werden - im Sinne, so Heinz Welter, des Stichwortes "Jugendwirtschaftserziehung". Außerdem sollen in einer Studie Vorschläge erarbeitet werden, wie Kolumbiens Finanzsektor seine Angebotspalette erweitern kann.

Zu den Stationen von Landrat Patts Besuchsprogramm gehörte auch ein Treffen mit dem kolumbianischen Vizepräsidenten, Francisco Santos, und dem Präsidenten des kolumbianischen Industrieverbandes ANDI, Luis C. Villegas. Beide sagten ihre Unterstützung für die Errichtung eines deutsch-kolumbianischen Handels- und Distributionszentrums im Rhein-Kreis Neuss zu. Aber nicht nur wirtschaftliche Aspekte standen in Kolumbien auf der Tagesordnung. Landrat Patt besuchte dort auch den Neusser Orden der Schwestern vom armen Kinde Jesu und die Shakira-Stiftung "Pies Descalzos" (übersetzt: barfuß), die sich für in Armut lebende Kinder einsetzt. In Bogotá konnte Patt der Stiftung eine Spende in Höhe von 2.550 Euro überreichen, die im Rahmen eines Wohltätigkeitsprojekts der Städtischen Realschule Dormagen gesammelt worden war.

Zu den Ergebnissen von Landrat Patts Kolumbienreise gehören auch drei Vereinbarungen über deutsch-kolumbianische Kooperationsprojekte:

Zusammenarbeit mit der Universidad del Rosario:

Die Universidad del Rosario in Bogotá und der Rhein-Kreis Neuss wollen künftig zusammenarbeiten. Eine entsprechende Erklärung unterzeichneten der Rektor der Universität, Hans Peter Knudsen, und Landrat Patt. Dabei steht zunächst ein gemeinsamer Kongress in Kolumbien im Jahr 2005 im Mittelpunkt. Ziel der Konferenz wird u. a. sein, Kenntnisse über politische und kulturelle Beziehungen zwischen beiden Ländern zu vertiefen, einen deutsch-kolumbianischen Studentenaustausch mit der Universität Düsseldorf und der FOM in Neuss vorzubereiten, den Rhein-Kreis Neuss als wirtschaftlichen und kulturellen Partner vorzustellen und das Deutsch-Kolumbianische Handelsbüro in Neuss mit seiner Brückenfunktion für Unternehmen aus beiden Ländern zu präsentieren. Teilnehmer auf deutscher Seite sollen neben dem Rhein-Kreis Neuss die IHK, die beteiligten Hochschulen und Unternehmen aus der Region sein sowie deutsche Einrichtungen, die in Kolumbien angesiedelt sind, wie die Botschaft, das Goethe Institut und der DAAD.

Zusammenarbeit mit der Region Atlántico:

Der Rhein-Kreis Neuss ist nicht nur Standort mit dem größten Wirtschaftswachstum in Nordrhein-Westfalen, sondern auch führend in der Umwelttechnologie, insbesondere in der Müllverwertung. Eine Vielzahl von Unternehmen hat hier erhebliches Know-how aufgebaut, das als Grundlage für eine langjährige Verbindung mit der Region Atlántico dienen soll. Als weitere Grundlage dient eine bestehende Umweltvereinbarung zwischen der nordrhein-westfälischen Landesregierung und der kolumbianischen Regierung.

Das Kooperationsabkommen zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und der Region Atlántico hat eine intensive und praxisorientierte Zusammenarbeit in den Bereichen Wissens-, Kultur- und Technologietransfer zur Verbesserung der ökologischen und sozialen Verhältnisse zum Inhalt. Zu den Kooperationsthemen gehören auch Abfallmanagement und Müllverwertung. Weitere Ansatzpunkte sind Landschaftsrecycling und Landschaftsgestaltung einschließlich Wiederaufforstung, erneuerbare Energien und die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus.

Zusammenarbeit mit dem Karneval von Barranquilla:

Beim Karneval von Barranquilla handelt es sich um eines des wichtigsten und größten Volksfests Kolumbiens. Dieses Fest wurde von der UNESCO wegen seiner langjährigen Tradition zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit erklärt. Es hat große Bedeutung für die gesamte Republik Kolumbien und darüber hinaus. In Deutschland gehört das Rheinland zu den Hochburgen des Karnevals, dessen Bedeutung ebenfalls weit über die regionalen Grenzen hinausgeht. Der Rhein-Kreis Neuss hat eine lange Karnevalstradition, die insbesondere durch die Karnevalsgesellschaften gepflegt werden. Eine dieser Karnevalsgesellschaften sind die Blauen Funken, die insbesondere an einer Zusammenarbeit mit dem Karneval von Barranquilla interessiert sind.

Auf dieser Grundlage unterzeichneten Landrat Patt und die Direktorin des Karnevals von Barranquilla, Dr. Maria Cecilia Donado, im Auftrag der kolumbianischen Botschafterin in Deutschland eine Vereinbarung, den Austausch des Brauchtums zu pflegen. Hierzu gehören gegenseitige Besuche - wie der zum Karneval 2005 geplante Aufenthalt einer kolumbianischen Karnevalsgruppe in Neuss.

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