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Für spätere Generationen 4.200 Bäume und Sträucher gepflanzt

Umwelt |

Dass es den Kindern riesigen Spaß machte, Bäume selbst zu pflanzen, daran bestand kein Zweifel. Mit bunten Spaten bewaffnet und großem Eifer gingen die Schüler der Klasse 2c der Erich-Kästner Grundschule aus Grevenbroich ans Werk, die letzten von insgesamt 4.200 Bäume und Sträucher in den Boden zu setzen. Das 1,3 Hektar große Waldstück in Noithausen ist der erste sichtbare Erfolg der Waldvermehrungsaktion "Autos für Bäume" des Rhein-Kreises Neuss. Mit Hilfe von Bürgern und Unternehmen will Landrat Dieter Patt mehr Wald in den Rhein-Kreis Neuss bringen. Unterstützt wird die Aktion auch vom Lokalsender NE-WS 89,4.

"Wir leben mit und von den Bäumen, die die Generationen vor uns gepflanzt haben. Sie haben für uns vorgesorgt. Die Bäume, die wir heute gemeinsam mit den Kindern in die Erde pflanzen, werden gewisse Zeit brauchen, bis sie eine imposante Größe entwickelt haben. Nur das, was wir heute säen, können unsere Kinder und Kindeskinder einmal ernten. Es geht vor allem darum, den künftigen Generationen eine liebens- und lebenswerte Heimat zu hinterlassen." Mit diesen Worten erläuterte Landrat Dieter Patt das Ziel der Aktion. Patt dankte der Fielmann AG, die durch Berthold Willems, Niederlassungsleiter in Grevenbroich, vertreten war, der Stiftung Wald in Not und den vielen Bürgern und Firmen, die diese erste Aufforstungsfläche mit ihren Spenden ermöglicht haben. So hatte die Stiftung Wald in Not mit Hilfe der Spende der Fielmann AG, Hamburg, die Aufforstung der ersten Teilfläche mit mehr als 2.000 Bäumen und Sträuchern ermöglicht. Die andere Teilfläche wurde mit Hilfe von Spenden von Bürgern und weiteren Unternehmen aufgeforstet. Jeder gespendete Euro wird ausschließlich und zusätzlich zum kreiseigenen Waldvermehrungsprogramm für die Neupflanzung von standortgerechten Bäumen und Sträuchern verwendet.

Auch Grevenbroichs stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Kwasny freute sich, dass Grevenbroich als erste Aufforstungsfläche ausgewählt wurde, und dankte Landrat Patt für das Engagement des Kreises. Patt kündigte an, dass weitere zusätzliche Waldflächen im gesamten Kreisgebiet entstehen sollen - hierfür liegen bereits Spendenzusagen von weiteren Unternehmen vor. Aufgrund des Erfolges will sich Patt im Dialog mit der heimischen Landwirtschaft und den Städten und Gemeinden im Rhein-Kreis um die Bereitstellung weiterer Aufforstungsflächen bemühen.

Mit gerade 8,2 Prozent Waldfläche, im Bundesdurchschnitt sind es 26 Prozent, zählt der Rhein-Kreis Neuss zu waldärmsten Regionen Deutschlands. Das hat Gründe: Die Lage an Rheinstrom und an der Erft, die außerordentlich guten Ackerböden, die zu den wertvollsten in Deutschland gehören, sorgten schon vor 2.000 Jahren für eine dichte Besiedelung und intensive landwirtschaftliche Nutzung im Rhein-Kreis Neuss. Aus dem wirtschaftlich stark geprägten Rhein-Kreis Neuss mit dem größten Wirtschaftswachstum in Nordrhein-Westfalen wird natürlich auch in Zukunft kein Schwarzwald entstehen. Langfristiges Ziel ist aber, bis im Jahre 2100 den Waldanteil von derzeit 8,2 auf rund 12 Prozent zu steigern.

Die neue Waldvermehrungsaktion, für die das Amt für Kreisentwicklung verantwortlich ist, fiel in den wenigen Monaten seit dem Start auf fruchtbarem Boden. 10.490 Euro sind seitdem auf dem Sonderkonto des Rhein-Kreises Neuss eingegangen.

Die eifrigen Schüler der Erich-Kästner-Schule erhielten von Landrat Patt für ihren Einsatz einen Schokoladen-Nikolaus und eine Waldführung mit dem Kreisförster des Rhein-Kreises Neuss.

Daneben will der Rhein-Kreis Neuss aber auch sein eigenes Waldvermehrungsprogramm fortführen, mit dem seit 1988 bereits rund 158 Hektar Waldfläche mit rund 650.000 Bäumen und Sträuchern entstanden sind. "Bäume sind lebenswichtig. Sie nehmen bei ihrem Wachstum das Kohlendioxid aus der Luft auf und geben Sauerstoff wieder ab. Aufforstung und andere Waldverbesserungsmaßnahmen haben somit direkten Einfluss auf den CO²-Anteil in der Luft und sind ein wirksames Mittel gegen den zunehmenden Treibhauseffekt", sagte Landrat Dieter Patt. Zudem biete der Wald wichtigen Erholungsraum für Menschen und Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere.

Schon für den kleinen Beitrag von 10 Euro können sich Bürger, Unternehmen und Autofahrer an der Aufforstung eines neuen Waldstückes beteiligen: Kreiskasse Neuss, Kontonummer 120 600 bei der Sparkasse Neuss (BLZ 305 500 00), Kennwort "Ein Herz für Bäume".

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