Ein Weg
Der Lößhohlweg in Rommerskirchen wird ab 18. Februar gesperrt. © Rhein-Kreis Neuss

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Naturdenkmal wird rekonstruiert: Lößhohlweg bei Butzheim ist ab 18. Februar gesperrt

Umwelt |

Der Rhein-Kreis Neuss stellt zusammen mit der Gemeinde Rommerskirchen das Naturdenkmal "Lößhohlweg östlich von Butzheim" wieder her. Um sonnenexponierte Steilwände zu rekonstruieren, werden dort ab dem 18. Februar in einzelnen Bereichen Bäume und Sträucher gefällt. Das Amt für Entwicklungs- und Landschaftsplanung des Rhein-Kreises Neuss weist darauf hin, dass der Weg wegen dieser Arbeiten in der zweiten Februarhälfte aus Verkehrssicherheitsgründen voll gesperrt wird.

Um am Hohlweg wieder seltene Tier- und Pflanzenarten anzusiedeln, werden ausgewählte Bäume und Sträucher auf insgesamt rund 150 Meter langen Teilabschnitten beseitigt. "Dadurch ermöglichen wir wieder die ursprüngliche Besonnung", erläutert Volker Große, Produktgruppenleiter im Kreisplanungsamt. "Außerdem kappen wir einzelne Bäume, so dass sie sich zu Kopfbäumen entwickeln können, wie sie historisch an Hohlwegen vorkamen." Auf dem überwiegenden Teil des Lößhohlweges bleibt der Gehölzbestand bestehen und wird weiterhin naturnah gepflegt.

Im Vorfeld des Projektes hat eine Artenschutzprüfung stattgefunden, die gemeinsam mit dem landschaftspflegerischen Begleitplan die ökologische Verträglichkeit bei den erforderlichen Fällarbeiten garantiert.

Zum Hintergrund: Mit finanzieller Förderung durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen soll der als Naturdenkmal geschützte Lößhohlweg im Rahmen des Programms "Grüne Infrastruktur" in den historischen Zustand zurückversetzt werden. Der Weg östlich von Butzheim ist mit einer Gesamtlänge von zwei Kilometern und teils acht Meter tiefen Einschnitten der wichtigste Hohlweg im Rhein-Kreis Neuss. Er hat sich im Lauf der Jahrhunderte dadurch gebildet, dass eisenbeschlagene Räder aus Holz früher tiefe Spuren im Löß hinterließen. Neben der Dauernutzung durch Handkarren-Nutzer trugen standfester Lößboden, eine hohe Niederschlagsintensität und eine gewisse Hangneigung dazu bei, dass dieses Naturdenkmal entstehen konnte.

Hohlwege sind kultur- und landschaftshistorisch besonders wichtig, weil sie mit ihren sonnigen Steilwänden besonderen Lebensraum für wärmeliebende Insekten – zum Beispiel besondere Wildbienen-, Wespen-, Hummeln- und Käferarten – bieten. Diese spezielle Fauna und Flora war im Butzheimer Hohlweg zuletzt kaum noch vorhanden, da die meisten Steilwände durch Erosion verschüttet wurden und die verbliebenen Steilwandreste durch Baumaufwuchs stark verschattet waren.