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Landrat Petrauschke ist froh, dass nun Klarheit über den Kohleausstieg besteht. © D. Nolden / Rhein-Kreis Neuss

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Landrat zum Kohleausstieg: "Gut, dass nun Klarheit herrscht"

Wirtschaft |

"Es ist gut, dass für alle Betroffenen jetzt Klarheit über die Umsetzung des Kohlekompromisses herrscht", so kommentiert Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die Einigung der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der betroffenen Länder zum Kohleausstieg. Dies gelte auch für den Tagebau Garzweiler, der weiter in den Grenzen der Leitentscheidung aus dem Jahr 2016 betrieben werden soll, und die dazugehörigen Umsiedlungen. "Das Rheinische Revier wird in den kommenden Jahren einen schnelleren Beitrag zum Klimaschutz leisten", so Petrauschke.

Die Einigung müsse nun schnell rechtlich bindend festgelegt werden, fordert der Landrat: "Dabei muss auch die finanzielle Förderung der vier Bundesländer mit 40 Milliarden Euro festgeschrieben werden."

"Es ist gut, dass für Mitarbeiter von RWE ein Anpassungsgeld gezahlt werden soll. Es müssen nun neue Arbeitsplätze geschaffen werden um den Wegfall auch für jüngere Arbeitnehmer bei RWE und in den Zulieferbetrieben auszugleichen", blickt Petrauschke auf die von den Kraftwerksschließungen betroffenen Arbeitnehmer.

Die Strukturmittel müssen jetzt schnellstmöglich dazu genutzt werden, um die notwendigen neuen Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. "Hierzu müssen vier wesentliche Punkte umgesetzt werden: Wir benötigen ausreichend Industrie- und Gewerbegebiete. Die Verkehrsinfrastruktur muss bedarfsgerecht gestärkt werden, einschließlich der Schienenverbindung Düsseldorf – Neuss – Grevenbroich - Aachen. Zudem benötigen wir flächendeckend Breitband- und 5G-Ausbau sowie schnellere Genehmigungsverfahren", erläutert Petrauschke. Zum Erhalt der energieintensiven Industrie sei es zudem wichtig, dass auch künftig jederzeit kostengünstiger Strom aus heimischen Energiequellen verfügbar sei.

"Wenn dies gelingt, bin ich mir sicher dass wir auch nach 2038 einer der wirtschafts- und innovationsstärksten Kreise in Deutschland bleiben", blickt Petrauschke positiv in die Zukunft.