Wirtschaftsförderer Robert Abts, Gründungsberaterin Hildegard Fuhrmann und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.
Dritte „FuckUp Night“ im Rhein-Kreis Neuss (von links): Wirtschaftsförderer Robert Abts, Gründungsberaterin Hildegard Fuhrmann und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. © Rhein-Kreis Neuss

Sie befinden Sich hier:

Inhalt

Lernen aus dem Scheitern: Große Resonanz auf ''FuckUp Night'' im Rhein-Kreis Neuss

Wirtschaft |

''Aus Fehlern lernt man mehr'' lautete jetzt der Titel der dritten ''FuckUp Night'' im Rhein-Kreis Neuss. Veranstalter waren die Kreiswirtschaftsförderung und die Agentur Blanko aus Düsseldorf. Die ''FuckUp Nights'' kommen aus Mexiko und entsprangen der Idee vier befreundeter Unternehmer. In gemütlicher Atmosphäre tauschten sie sich über ihre Misserfolge und gescheiterten Projekte aus. Diese Idee hat sich schnell verbreitet und wurde zu einer weltweiten Bewegung.

Jetzt redeten drei mutige Sprecher vor über 300 Besuchern im ''Gare du Neuss'' über ihre Flops und ließen Gründungswillige, Gründer, Unternehmer oder bereits Gescheiterte an ihren Erfahrungen teilhaben. Im Nachgang folgte eine Frage- und Diskussionsrunde. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der zum ersten Mal bei einer ''FuckUp Night'' dabei war, ist von diesem Format überzeugt: ''Die hohe Teilnehmerzahl zeigt uns, dass das Thema 'Scheitern' auf großes Interesse bei Unternehmern stößt und dass das Lernen aus Fehlern anderer einen hohen Stellenwert bei dieser Zielgruppe hat.''

Am Anfang stellte Taylan Demirkol den ''FuckUp seines Lebens'' vor. Er hatte sich in der Türkei mit einem Online-Shop selbständig gemacht. An alles hatte er gedacht: unter anderem an eine gute Homepage, exklusive Ware, an einen Kredit von der Bank und an ein gutes Marketingkonzept. Nur nicht an seine Zielgruppe: den Online-Kunden. Die Türken sind nämlich sehr stolz, ihre neu erworbenen Kleidungsstücke in einer Tüte durch die Straßen nach Hause zu tragen. Ware im Online-Shop zu bestellen kam damals für sie noch nicht in Frage. Am Ende hatte Demirkol einen sechsstelligen Schuldenberg und musste seine Selbständigkeit aufgeben. Sein Rat an die Zuschauer: Die Zielgruppe genau definieren und beobachten! Danach stellten Elle Nerdinger und Uwe Rotermund ihre gescheiterten Projekte vor.

Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich bei argentinischen Empanadas und kühlen Getränken über die ''FuckUp Night'' auszutauschen. Aufgrund des großen Interesses laufen bereits die Planungen für die vierte Auflage der Veranstaltung im nächsten Jahr.