Eine Menschengruppe
V.l.: Ralph Köllges, Dörte Schall, Karsten Mankowsky, Barbara Albrecht und Dr. Michael Dörr © A. Tinterg / Rhein-Kreis Neuss

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Bürger zum Impfen motivieren: Rhein-Kreis Neuss und Mönchengladbach schließen Impfbündnis

Gesundheit |

Zu einem Impfbündnis haben sich die Stadt Mönchengladbach und der Rhein-Kreis Neuss zusammengeschlossen. Sie wollen gemeinsam mit Ärzten, Apothekern und Krankenkassen die Impfrate steigen, Impflücken schließen und die Bevölkerung auf die Bedeutung des Themas aufmerksam machen.

Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky weist darauf hin, dass allein in diesem Jahr im Rhein-Kreis Neuss 913 Erkrankungen verzeichnet wurden, die durch eine rechtzeitige Impfung verhindert worden wären. "Impfungen schützen vor Krankheiten wie Masern, Mumps, Grippe, Keuchhusten und Diphterie", betont Mankowsky. "Der Schutz gilt für jeden einzelnen persönlich, hat aber auch das Ziel, eine flächenhafte Ausbreitung zu verhindern."

Ralph Köllges, der sich als niedergelassener Kinderarzt für das Impfbündnis in Mönchengladbach engagiert, fügt hinzu, dass bei einer hohen Akzeptanz der Impfung sogar eine Ausrottung der Erkrankung möglich sei. Die eigentliche Bedrohung gehe nicht von militanten Impfgegnern aus – dies sind maximal nur vier Prozent der Bevölkerung –, sondern von den 30 bis Prozent, die impfmüde sind und Impftermine für nicht mehr so wichtig halten.

Für die Beigeordnete Dörte Schall, Dezernentin für Recht, Soziales, Jugend, Gesundheit und Verbraucherschutz bei der Stadt Mönchengladbach, ist es wichtig, dass das Thema Impfen in Öffentlichkeit präsent ist. "Wir bieten zum Beispiel Impfberatungen an verkaufsoffenen Sonntagen in Einkaufszentren an", berichtet sie.

Barbara Albrecht, Leiterin des Kinder und Jugendärztlichen Dienstes des Kreisgesundheitsamtes, berichtet, dass im Rhein-Kreis Neuss 96,5 Prozent der Kinder vor Schuleintritt bereits die komplette Mumps-Masern-Rötelnimpfung aufweisen. Kreisgesundheitsamtsleiter Dr. Michael Dörr weist darauf hin, dass mit Aktionen und Plakaten auch in den Kommunen im Rhein-Kreis Neuss für Impfungen geworben wird. Dabei geht der Kreis mit gutem Beispiel voran: Mehr als 110 Mitarbeiter haben sich in den vergangenen Tagen gegen Grippe impfen lassen.

Im Rahmen des Impfbündnisses wollen der Rhein-Kreis Neuss und die Stadt Mönchengladbach Firmen, Vereine, Behörden, Schulen und Kindertagesstätten mit ins Boot holen. Der Kreis stellt sein Impfmobil in Zukunft auch der Stadt Mönchengladbach zur Verfügung. Darüber hinaus sind Fortbildungen für Fachpersonal sowie eine Integration der Masern-Mumps-Röteln-Impfung in die Schuleingangsuntersuchung geplant.