Eine Menschengruppe
Euro-Informations- und Diskussionsrunde (v.l.n.r.): Ruth Harte, Leiterin Europabüro Rhein-Kreis Neuss und Europe Direct Informationszentrum Mittlerer Niederrhein, Dr. Stefan Berger, Dr. Volker Gärtner, Hans-Jürgen Petrauschke, Silke Wettach, Jochen Pöttgen und Professor Paul J.J. Welfens. © Anja Tinter/Rhein-Kreis Neuss

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Experten informierten und diskutierten über Erfolge und Aussichten des Euro

Europa |

"Erfolge und Aussichten des Euro" war das Thema einer Veranstaltung, zu der der Rhein-Kreis Neuss und sein Informationszentrum "Europe Direct" in die Räume der Sparkasse Neuss eigeladen hatte. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke begrüßte dazu rund 80 Besucher im Sparkassen-Forum an der Oberstraße in Neuss.

"Heute ist der Euro die Währung in 19 EU-Mitgliedstaaten und somit Zahlungsmittel für mehr als 340 Millionen Menschen", so Petrauschke zum Erfolgsmodell Euro. Der Euro sei aber mehr als ein einheitliches Zahlungsmittel: "Er ist auch Ausdruck europäischer Identität."

Wie der Leiter der Regionalen Vertretung der Europäischen Kommission Bonn, Jochen Pöttgen, berichtete, habe das Wirtschaftswachstum in der EU und im Euroraum in den letzten Jahren bei 2 Prozent gelegen, alle 28 EU-Mitgliedstaaten hätten hier 2018 eine positive Entwicklung verzeichnet und würden trotz weltwirtschaftlicher Herausforderungen auch 2019 und 2020 weiter wachsen. Die Arbeitslosigkeit sei EU-weit insgesamt auf dem niedrigsten Stand seit Anfang des Jahrhunderts und die Beschäftigung mit 240 Millionen Arbeitnehmern in der EU auf einem neuen Höchststand.

Auch Dr. Stefan Berger, Europaabgeordneter für die Region Niederrhein, bescheinigte dem Euro eine gute Entwicklung, so sei die Inflationsrate in Deutschland seit der Einführung des Euro deutlich niedriger als noch bei der D-Mark. Angesichts wachsender Herausforderungen durch die Globalisierung halte er Bankenfusionen für unausweichlich und verwies darauf, dass es in den USA nur neun große Banken gebe, in Europa hingegen insgesamt 3.000. Die Debatte um die Einlagensicherung sei im Zuge der Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion richtig und wichtig.

Professor Paul J.J. Welfens, Präsident des Europäischen Instituts für Internationale Wirtschaftsbeziehungen, Wuppertal, sprach der Europäischen Zentralbank mit ihrer Bankenaufsicht hohe Glaubwürdigkeit zu, weil sie über eine professionelle Analyseabteilung verfüge. Unter der neuen Präsidentin werde es jedoch keine Änderung der 0-Zins-Politik geben. Genau dies wurde bei der Veranstaltung auch kritisiert. Denn die Niedrigzinspolitik der EZB, so Sparkassenvorstand Dr. Volker Gärtner, bereite nahezu allen Geldinstituten Kopfzerbrechen.

Die Musikschule Rhein-Kreis Neuss sorgte für den musikalischen Rahmen des Euro-Forums. Silke Wettach von der Zeitschrift "Wirtschaftswoche" in Brüssel hatte die Moderation.