V.l.: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Brunhilde und Reiner Strauss und Kaarsts Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus
V.l.: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Brunhilde und Reiner Strauss und Kaarsts Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus © Rhein-Kreis Neuss

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Bundesverdienstmedaille für Reiner Strauss: Seit 2001 im Einsatz für die Kaarster Nepal Initiative

Presse |

Reiner Strauss aus Kaarst freute sich jetzt über eine besondere Auszeichnung: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke überreichte dem 77-Jährigen im Beisein von Kaarsts Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus die Bundesverdienstmedaille. „Sie leisten mit der Kaarster Nepal Initiative zusammen mit vielen Gleichgesinnten vorbildliche Entwicklungshilfe für eines der ärmsten Länder der Welt“, würdigte Petrauschke das Engagement von Strauss in seiner Laudatio.

Reiner Strauss wurde 1941 in Düsseldorf geboren und lebt mit seiner Familie in Kaarst. Als langjähriges CDU-Mitglied unterstützte er von 2004 bis 2011 den Jugendhilfeausschuss der Stadt Kaarst. Er gründete 2001 in seiner Kirchengemeinde Holzbüttgen, in der er als Presbyter aktiv war, die Kaarster Nepal Initiative (KNI). Durch Patenschaften und Geldspenden der Vereinsmitglieder hat die Initiative in den letzten Jahrzehnten viele Menschen in Nepal unterstützt. Mittlerweile betreut sie mehr als 130 Patenkinder.

Für den Diplom-Ingenieur ist wichtig, dass die KNI Hilfe zur Selbsthilfe leistet – unter anderem bei einem Trinkwasser- und bei einem Ofenbauprojekt. So sorgte er mit seinem Fachwissen und mit praktischer Hilfe dafür, dass heute 39 Familien und eine Schule frisches Wasser erhalten. Die Menschen, die auf hochgelegenen Reis-Bauernhöfen leben, mussten früher lange Wege auf sich nehmen, um Wasser in Quellen zu schöpfen. Beim Ofenbau-Projekt leiten Experten Menschen auf dem Land dazu an, praktische Küchenherde aus Lehm, Reisstroh und Kuhdung zu bauen. Das Modell hat Schule gemacht und vier Einheimische wurden bereits zu Ofenbauern ausgebildet, die ihr Wissen weitergeben.

Darüber hinaus hat die KIN Spenden für die Errichtung von zwei Kinderheimen gesammelt. Auch eine Krankenstation für die ambulante Versorgung und eine Geburtsstation sind bereits mit Hilfe aus Kaarst entstanden. Nach dem schweren Erdbeben im Frühjahr 2015 hat der Verein mit Sachspenden und medizinischen Hilfsgütern den Wiederaufbau unterstützt.

In der Feierstunde betonte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke: „Ihr Engagement ist ein großartiges Beispiel dafür, wie ein Mensch mit Herz, Hand und Verstand effektiv Entwicklungshilfe leisten kann.“ Kaarsts Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus dankte dem Geehrten dafür, dass er Nepal fest in Kaarst verankert habe. „Sie haben viele Kaarster für Ihre Initiative begeistert und dabei ein vorbildliches Durchhaltevermögen bewiesen“, sagte sie.

Reiner Strauss, der die Auszeichnung im Beisein seiner Frau Brunhilde entgegen nahm, betonte, dass die Kaarster Nepal Initiative von persönlichen Patenschaften lebe. „Ich konnte das alles nicht alleine schaffen“, blickt er zurück, „sondern nur dank vieler Menschen, die unsere Initiative mittragen.“ Er reiste bereits 47 Mal nach Nepal und schöpft seine Motivation immer wieder aus den persönlichen Begegnungen. „Besonders freue ich mich zum Beispiel darüber, dass ein ehemaliges Patenkind heute eines unserer Kinderheime in Pokhara leitet“, nannte er ein Beispiel.