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Wo heute noch der Braunkohletagebau die Region prägt, sollen künftig Zukunftsprojekte das Bild bestimmen. Dafür sprach sich der Kreistag in einem Strategiepapier aus © Rhein-Kreis Neuss

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Strukturwandel im Braunkohle-Revier: Kreistag verabschiedet Strategiepapier

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Der Kreistag hat einstimmig ein Strategiepapier zum Strukturwandel im rheinischen Braunkohle-Revier verabschiedet. "Es dient dazu, den Prozess anzuschieben und ist auch für die neue Stabsstelle ,Strukturwandel‘ des Kreises eine gute Arbeitsgrundlage", so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Entscheidend bei allen Bemühungen sei es, "regional zu denken".

Das Papier umfasst neben strategischen Zielen und Vorgaben wie etwa für den Bereich "Verkehr und Mobilität" auch konkrete Vorschläge für die Projektentwicklung. Es ist kein abgeschlossener Katalog, sondern wird fortgeschrieben, ergänzt und aktualisiert. "Die Realisierung einer dauerhaft sicheren, bezahlbaren Energieversorgung einerseits und der Erhalt und die Schaffung neuer, auch industrieller Ausbildungs- und Arbeitsplätze sind grundlegende Prämissen für die Zukunft des Industrie- und Wirtschaftsstandorts Rhein-Kreis Neuss", heißt es. Gelinge dies, seien die Jobs in den energieintensiven Unternehmen gesichert.

Das Strategiepapier listet zahlreiche konkrete Projekte auf, die die Region nach vorn bringen sollen. Dazu gehört der "Campus Changeneering". Dessen Ziel ist es, für die Sektoren Metall, Chemie und Gesundheit, Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam, anwendungsorientiert, vernetzt und kooperativ Innovationen unter besonderer Berücksichtigung der Digitalisierung voranzutreiben. Bei "ALU-Valley 4.0 Rheinisches Revier" ist das frühzeitige Aufzeigen und Erarbeiten neuer Perspektiven unter Aktivierung möglichst aller gesellschaftlichen Akteure zur Stärkung des Reviers als Zukunftsstandort für die innovative Anwendung und Nutzung von Aluminium gefragt.

Nicht in Vergessenheit gerät die Teilnahme am Wettbewerb "Modellregion Wasserstoffmobilität NRW". Die Städte Düsseldorf und Wuppertal sowie der Rhein-Kreis Neuss möchten gemeinsam mit örtlichen Unternehmen eine Vorreiterrolle im Bereich der Wasserstoffmobilität einnehmen. Ziel ist ein Konzept, das die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt, das heißt Erzeugung, Speicherung, Transport, Verteilung und Nutzung von Wasserstoff mit dem Schwerpunkt auf Verkehr. Dabei stehen die räumliche Nähe von Erzeugung und Verbrauch sowie die überregionale Vernetzung im Fokus.

Das Strategiepapier setzt außerdem auf schnelle Internetverbindungen. "Neben dem flächendeckenden, gigabitfähigen Breitbandausbau, insbesondere des Glasfaserausbaus der Gewerbegebiete, ist dem Mobilfunk eine immer größer werdende Rolle zuzuordnen. Das Rheinische Revier und besonders der Rhein-Kreis Neuss sollen daher Modellregion für die neue Mobilfunkgeneration 5G werden", so die Autoren des Konzepts. Dies könne der Region einen großen Vorteil bei der Ansiedlung verschiedenster Unternehmen, Start-ups oder Freiberufler geben. Der 5G-Standard werde mit "der Wachstumsmotor für digitalisierte Produktionskonzepte sein".

Der Bereich "Neue Wohnflächen und bezahlbarer Wohnraum" nimmt außerdem einen wichtigen Teil der Schrift ein. "Im Regionalplan ausgewiesene Wohnbauflächen sind im Zuge der kommunalen Bauleitplanung zügig beziehungsweise bedarfsgerecht umzusetzen", so die Experten. Der Verband der Wohnungswirtschaft Rheinland/Westfalen erarbeitet für den Rhein-Kreis Neuss aktuell ein Konzept, wie eine Zusammenarbeit zur Schaffung von zusätzlichem, preisgünstigem Wohnraum ausgestaltet sein kann.