Start-up-Center an der Moselstraße geplant
Start-up-Center an der Moselstraße geplant (von links): Neuss‘ Erster Beigeordneter Frank Gensler, Fabian Winkler, Thomas Belting, Markus Lezaun, Uwe Beyer und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. © S. Büntig/Rhein-Kreis Neuss

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Kreis, Stadt, Sparkasse und Eigentümer planen Start-up-Center in Neuss

Wirtschaft |

Der Rhein-Kreis Neuss, die Stadt Neuss, die Sparkasse Neuss und die neuen Eigentümer der Immobilie Moselstraße 14 („Pressehaus“) beabsichtigen, einen sogenannten Innovationshub für Start-up-Unternehmen zu etablieren. Die Vorarbeiten soll die Kommunikations- und Innovationsagentur Blanko GmbH, die bereits das „Super7000“-Co-Working-Space in Düsseldorf betreibt, in Kooperation mit den Wirtschaftsförderungen von Kreis und Stadt erbringen.

„Ziel ist es, das Klima für innovative Gründungen bei uns durch den Aufbau der dafür erforderlichen Infrastruktur weiter zu stärken“, so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Kreis, Stadt und Sparkasse kooperierten schließlich schon seit Jahren bei der Beratung und Begleitung klassischer Existenzgründungen, so dass die Zusammenarbeit bei diesem „Co-Working-Space“-Projekt naheliege.

Andreas Galland, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung der Stadt Neuss, verspricht sich ebenfalls viel von dem Vorhaben: „Gemeinsam mit unseren Partnern gehen wir einen weiteren, wichtigen Schritt zur Schärfung des Profils als Gründungsstandort. Wir aktivieren die Bestandsunternehmen und loten mit ihnen gemeinsam die Zielvorgaben und Schwerpunkte für die künftige Entwicklung aus. So gewährleisten wir eine bedarfsgerechte Verfestigung der Start-up-Szene. Davon werden letztlich alle Beteiligten, der Bestand und die Gründer, profitieren.“

Auch Fabian Winkler, Bereichsdirektor Privat- und Firmenkunden der Sparkasse Neuss, betrachtet den Innovationshub als ein Stück Zukunftssicherung: „Die Sparkasse ist der Netzwerkpartner für junge und etablierte Unternehmen. Wir freuen uns, innovative Unternehmen auf ihrem Weg zum wirtschaftlichen Erfolg zu begleiten und eine Plattform zum Austausch mit etablierten Kunden zu bieten.“

Der Rhein-Kreis Neuss ist seit 2016 einer von vier Gesellschaftern des „digihub Düsseldorf/Rheinland“ und hat mit dem ChemLab bereits einen branchenbezogenen Innovationshub mit der Stadt Dormagen und dem Chempark-Betreiber Currenta initiiert. Die Stadt Neuss kooperiert im Rahmen ihres Immobilienservice schon lange mit Anbietern kleinerer Co-Working-Spaces und ist vom Rat ermächtigt worden, eine Kooperation mit dem noch zu errichtenden „Ideengeberhaus“ einzugehen, das sich an Start-ups aus der Informationstechnologie und verwandte Branchen richtet.

Die Kooperationspartner stimmen aber in der Einschätzung überein, dass das bestehende beziehungsweise in der Entstehung begriffene Co-Working-Space-Angebot mittelfristig nicht ausreichend ist, um der Start-up-Szene in Kreis und Stadt den gewünschten Rückenwind zu geben. Es fehle ein Leuchtturm-Projekt, um junge Unternehmensgründer für den Standort zu interessierten, heißt es. Und das soll sich nun ändern.

Die Eigentümer des Pressehauses um Thomas Belting und Uwe Beyer haben schon Erfahrungen mit dem Aufbau eines Innovationshubs gemacht. Ihnen gehört die Immobilie Rather Straße 25 in Düsseldorf, in der „Super7000“ sehr erfolgreich etabliert werden konnte. Das aus der Garage Bilk hervorgegangene Zentrum gilt als Start-up-Hotspot und wird als „Mutter aller Co-Working-Spaces“ bezeichnet. Mitgründer und Mitgeschäftsführer ist Markus Lezaun von der Blanko GmbH.

Die Co-Working-Space-Planer haben sich darauf verständigt, dass die öffentlich-rechtlichen Kooperationspartner die externen Kosten der Initiierungsphase tragen, wogegen die Eigentümer der Immobilie die Kosten der externen Beratung und Unterstützung der Implementierungsphase übernehmen. Zusätzlich erbringen Kreis und Stadt über ihre Wirtschaftsförderungen unter Leitung von Robert Abts beziehungsweise Andreas Galland Eigenleistungen in Form von Expertise und personellen Ressourcen.

Die beiden Gebietskörperschaften teilen sich außerdem die Kosten für die Produktion von Werbemitteln und Arbeitsmaterialien und gegebenenfalls die Anmietung von Räumen und das Catering. Die öffentlich-rechtlichen Kooperationspartner beabsichtigen, sich auch im Betrieb des Innovationshubs einzubringen. Dies kann etwa durch das Angebot von Beratungsleistungen oder die Durchführung von Veranstaltungen in den Räumlichkeiten geschehen.