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28. Festival Alte Musik Knechtsteden, 20. - 29. September 2019

Musik |

Visionäre Bach und Mendelssohn: Eine persönliche Huldigung

Zwei Hauptwerke der Musikgeschichte mit Bachs "H-Moll-Messe" und Mendelssohns Oratorium "Paulus" // Gäste: u.a. Kristian Bezuidenhout, Elina Albach, Kai Wessel, Duo Hesperi (London), Tiburtina Ensemble (Prag) - VVK-Start ab 6. Mai

Visionäre waren sie beide: Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Der eine erfüllte den Kontrapunkt mit neuem Leben und löste die irdischen Schranken von Raum und Zeit auf. Der andere wirkte als musikalischer Erneuerer, Konservatoriumsgründer, Vater der modernen Dirigierkunst und Exeget Bachs. Der Dirigent und Festivalmacher Hermann Max hat sein Werk immer wieder unbekannten Komponisten von Barock bis Romantik gewidmet. Er macht sich des Mainstreams unverdächtig, wenn er im 28. Festival Alte Musik Knechtsteden vom 20. bis 29. September den beiden Komponisten der Superlative ganz persönlich huldigt und in elf Konzerten auch unbekannte Facetten und Hintergründe ausleuchtet. Mit der Programmvorstellung am 1. April können sich Mitglieder des Freundeskreises schon vor dem offiziellen Beginn des Kartenvorverkaufs am 6. Mai ihre Wunschtickets sichern.

Größtes Kunstwerk aller Zeiten und Völker // "Elias" und "Humboldt-Kantate" von Mendelssohn

Mit der H-Moll-Messe eröffnet Bachs Opus Maximus am 20. September die Festivalsaison in Knechtsteden. Alle Proben hierfür mit der Rheinischen Kantorei und Das Kleinen Konzert in der Kulturhalle Dormagen sind öffentlich, ein kostenloses Werkstattgespräch mit wissenschaftlichen Gästen beantwortet Fragen rund um die Komposition, die 2015 von der UNESCO ins Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde. Das Chorkonzert "Jesu meine Freude", ebenfalls eine Eigenproduktion mit den Festivalensembles, widmet sich Bachs gleichnamiger Motette und ergründet in seiner Notensammlung die Wurzeln der Musikerdynastie. Kristian Bezuidenhout und Elina Albach kontrastieren "Clavierconcerte" von Bach und Mendelssohn auf Cembalo und Hammerklavier - darunter Bachs Wohltemperiertes Clavier, das schon in Konzertprogrammen des 19. Jahrhunderts Furore machte. Die Verbindung zwischen den beiden Musikern findet sich auch im moderierten Orgelkonzert mit After Work-Empfang in der Dormagener Christuskirche wieder. Es entdeckt zum Humboldt-Jahr mit der Kantate "Begrüßung" für Männerchor und Orgel eine Rarität wieder, die Alexander von Humboldt 1826 zu einem "Klimagipfel" in Berlin mit 600 Wissenschaftlern an den jungen Mendelssohn beauftragte. Das junge Duo Hesperi aus London verbindet Mendelssohns Bewunderung für Bachs kontrapunktisches Genie mit barocken Anklängen an seinen Sehnsuchtsort Schottland im Konzert "From Counterpoint to Caledonia". Ein Erweckungserlebnis für Mendelssohn ist sein Besuch der Sixtinischen Kapelle am Karfreitag 1831, wonach er das ergreifende "Miserere" Allegris nach Gehör niederschreibt. In der Gregorianischen Nacht wird seine Fassung der Komposition mit mittelalterlichen Passionsmusiken von Vox Werdensis zu hören sein. Die Basilika ist auch Schauplatz der Romanischen Nacht, wenn das prominent besetzte Frauen-Vokalensemble Tiburtina aus Prag eine Brücke von der Gregorianik zur "Diaphonia" und frühen Mehrstimmigkeit der der Notre-Dame Schule schlägt. Mendelssohns "Paulus" beschließt die Festivalwoche am Sonntag, 29. September. Das Oratorium entstand unter dem Eindruck seiner neuzeitlichen Erstaufführung von Bachs Matthäus-Passion. Zu hören sein wird der exquisite Harvestehuder Kammerchor mit der Rheinischen Kantorei und handverlesenen Solisten unter der Leitung von Hermann Max.

Daneben gibt es die traditionelle Landpartie in der Theaterscheune Knechtsteden, dieses Jahr unter dem Thema "Ein Sommernachtstraum". Countertenor Kai Wessel, zwei Barocktänzer und das Bläserensemble MuFaFem entführen das Publikum in die zauberhafte Welt der "Fairy Queen". Mit Lovesongs durchwandern Elena Harsányi und Konstantin Paganetti in einem multimedialen Liederabend den romantischen Liedkosmos von Mendelssohn und Zeitgenossen. Vor allen Abendmusiken in der Basilika ist ein "Bach-Menu" nach historischer Vorlage beim benachbarten Klosterhof Knechtsteden buchbar.

WDR und Deutschlandfunk begleiten das Festival auch in diesem Jahr mit Aufzeichnungen. Beim WDR können das Oratorium "Paulus" und das "Clavierconcert" nachgehört werden, der Deutschlandfunk zeichnet die Gregorianische Nacht, die Romanische Nacht sowie Bachs Notensammlung auf.

Quelle und weitere Informationen

  • www.knechtsteden.com