Die Mitarbeiterin Daniela Frimmersdorf steht vor einer blauen Wand
Daniela Frimmersdorf © Rhein-Kreis Neuss

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Tipps zur Einschulung: Wie kann ich meinem Kind den Schulstart erleichtern?

Schule |

Für 4.295 Erstklässler im Rhein-Kreis Neuss beginnt in dieser Woche ein neuer Alltag. Oft sind die Eltern aufgeregter als die Kinder selbst. Daniela Frimmersdorf, seit 2011 Diplom-Psychologin beim Schulpsychologischen Dienst des Rhein-Kreises Neuss, gibt Tipps zur Einschulung.

Was sollte mein Kind bei der Einschulung können?

Vor allem sollten die Kinder selbständig sein – zum Beispiel beim An- und Ausziehen und auch beim Schleife binden. Aber I-Dötzchen müssen nicht schon am ersten Schultag lesen, schreiben und rechnen können. Das lernen sie alles in der Schule. Wichtig ist, dass Eltern nicht zu ehrgeizig sind, ihrem Kind Zeit geben und Geduld mit ihm haben. Die I-Dötzchen müssen erst einmal im neuen Alltag ankommen. Der Übergang vom Kindergarten zur Schule ist für sie eine Riesen-Umstellung.

Wie können Eltern ihr Kind im Alltag unterstützen?

Wir empfehlen, ein Gleichgewicht zu finden zwischen Begleitung und Selbständigkeit. Ein gutes Beispiel ist das Packen des Tonis, der Schultasche. I-Dötzchen sollten ihren Toni schon allein packen. Am Anfang ist es sinnvoll, wenn sie danach zusammen mit den Eltern kontrollieren, ob sie auch alles dabei haben. Wichtig ist auch, dass die Kinder schon abends die Tasche für den nächsten Tag packen, damit morgens keine Hektik aufkommt. Auch die Hausaufgaben sollten sie alleine erledigen. Es bringt nichts, wenn Eltern dem Kind ständig auf die Finger schauen oder – noch schlimmer – alle Lösungen vorsagen.

Inwieweit sollten Eltern sich in den Schulalltag einmischen?

Mütter und Väter können, dürfen und sollen das Schulleben mitgestalten. Ihre Unterstützung zum Beispiel als Lesemutter, bei Sportfesten, Wandertagen, im Förderverein oder beim Tag der Offenen Tür ist nicht nur für die Schule wichtig – auch die Eltern selbst profitieren davon. Denn so kommen sie in Kontakt mit anderen Eltern und Klassenkameraden und können sie bei Bedarf auch leichter ansprechen. Außerdem erhalten sie so einen besseren Einblick in das Leben ihres Kindes können Situationen, von denen das Kind zu Hause berichtet, besser einschätzen.

Was sollten Eltern tun, wenn ein Problem auftaucht?

Zunächst sollten Eltern immer ein offenes Ohr für die Probleme ihrer Kinder haben und versuchen, gemeinsam mit den Kindern Lösungen zu suchen. Wilder Aktionismus hilft allerdings nichts. Das Wichtigste ist die Kommunikation untereinander. Und wenn etwas anders läuft als geplant, sollten Kinder zunächst mit ihren Lehrkräften sprechen, bevor sich die Eltern einmischen. Nur im Notfall sollte die Schulleitung eingeschaltet werden.

Welche Empfehlungen haben Sie zum Thema Schulweg?

Kinder sollten so schnell wie möglich allein den Schulweg zurücklegen. Der gemeinsame Schulweg ist wichtig für die Kinder: Sie kriegen Sauerstoff, bewegen sich und haben direkt Kontakt mit ihren Mitschülern. Auf das alles müssen sie verzichten, wenn sie von ihren Eltern Kind direkt mit dem Auto bis zum Schultor gefahren werden.

Infos zum Schulpsychologischen Dienst

Der Schulpsychologische Dienst des Rhein-Kreises Neuss unter der Leitung von Jutta Bellen ist in Neuss, Grevenbroich, Dormagen, Korschenbroich und Meerbusch mit Beratungsstellen und Sprechtagen präsent. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Ansprechpartner für Eltern, Kinder und Lehrkräfte. Zum Thema Einschulung bieten sie Infoveranstaltungen bereits für die Eltern von Vierjährigen in Kindergärten an. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 02131/928-4070.