Pressesprecher Harald Vieten
Pressesprecher Harald Vieten © A. Woitschützke/Rhein-Kreis Neuss

Sie befinden Sich hier:

Inhalt

Verzögerungen beim Archivbau in Zons: Budget wird eingehalten, Eröffnungstermin nicht

Bauen |

Ein Winter mit viel Feuchtigkeit und großer Kälte sowie historische Funde im Boden, die erst noch archäologisch dokumentiert werden mussten, hatten den Bauzeitplan für den Archiv-Erweiterungsbau in Dormagen-Zons bereits durcheinander gewirbelt. Nun informiert der Rhein-Kreis Neuss als Bauherr: Der verlegte Terrazzo-Boden im Erdgeschoss zeigt so große Schäden, dass für die Sanierung nur ein kompletter Austausch des Bodenaufbaus inklusive Heiz-Estrich in Frage kommt. Das ist das Ergebnis von zwei Sachverständigen-Gutachten, die der Kreis eingeholt hat. Der Termin für die Eröffnung des Archivs im Herbst dieses Jahres ist damit nicht mehr zu halten. Das eingeplante Budget sieht der Kreis aber nicht gefährdet.

Der vorläufige Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf ca. 200.000 Euro, die sich der Kreis von der beauftragten Terrazzo-Firma wiederholen will. "Eigentlich waren wir schon auf der Zielgeraden. Fenster, Türen und Elektrik waren schon eingebaut und die Malerarbeiten weitestgehend abgeschlossen", berichtet der neue Kreisbaudezernent Harald Vieten, der im März sein Amt übernommen hat.

Zunächst gab es Überlegungen, den Fußboden durch Teilsanierung zu retten, so wie es auch die Terrazzo-Baufirma vorschlägt. Ein Termin vor Ort mit den Sachverständigen brachte diesbezüglich jedoch Ernüchterung. "Die Risse sind zum Teil über einen Meter lang und nahezu in jedem Bereich des Fußbodens erkennbar. Dazu gibt es noch zahlreiche Schüsselungen, die zeigen, wie sehr der Boden unter Spannung steht", so Vieten. Nach dem Sachverständigen-Gutachten für Terrazzo habe die Baufirma bei der Verlegung offensichtlich Fehler begangen, die zu diesem großen Schadensbild geführt haben.

Nun muss sich die Rechtsabteilung des Kreises mit dem Fall befassen und die Regulierung des Schadens bei der Firma einfordern. Der Abbruch des Fußbodens und die Neuverlegung des Estrichs mit neuem Bodenbelag und Fußbodenheizung wird auf jeden Fall Zeit kosten. Das Amt für Gebäudewirtschaft des Kreises rechnet für den Innenausbau mit einer Bauverzögerung von sechs bis neun Monaten. Der Termin für die Eröffnung des Archivs im Herbst dieses Jahres ist nicht mehr zu halten. "Dafür gab es in den vergangenen Monaten zu viele Rückschläge", bedauert Vieten.

Auch die Außenanlage wird nicht wie geplant bis Ende Mai, sondern erst im Juli fertiggestellt sein. Der Drainbeton konnte u.a. auf Grund der bis weit in den März hinein herrschenden Kälte nicht aufgebracht werden. Das Amt für Gebäudewirtschaft will aber die Beeinträchtigungen der Anwohner verringern. Dazu wird man sich mit der ausführenden Firma beraten und das Gespräch mit den unmittelbaren Nachbarn suchen.

Trotz aller Widrigkeiten schaut Baudezernent Harald Vieten nach vorn und bekräftigt, dass sich der Archivbau unter denkmalpflegerischen und baukulturellen Belangen sehr gut in die wertvolle Umgebung der Altstadt von Zons einfüge. "Die Aufenthaltsqualität wird mit dem Neubau deutlich verbessert. Auch dass wir das Budget von 6,5 Millionen Euro trotz Bauverzögerungen und Problemen einhalten können, ist eine gute Nachricht."