Klaviertasten
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Leben und Überleben: Letzte Dinge und fortgeschrittene Demokratie

Musik |

Große Vokalwerke mit Rheinischer Kantorei und Vox Bona, Beethoves Fünfte und Midori Seiler

Es geht ums "ÜberLeben": So lautet das Thema des 27. Festivals Alte Musik Knechtsteden im Gedenkjahr 2018. In rund 10 Veranstaltungen zieht das Festival Parallelen vom Beginn des 30jährigne Krieges vor vierhundert Jahren und dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 zum aktuellen Geschehen. Das Festival begegnet vom 22. bis 29. September Überlebensstrategien, Friedensbotschaften und Schicksalsmusiken von Mittelalter über hochbarocke Meisterwerke bis zur Zwölftonmusik des 20. Jahrhunderts.

Tod, Gericht, Himmel und Hölle: Letzte Dinge zu Auftakt und Abschluss:

Im Auftaktkonzert wird neben Beethovens Fünfter - seiner Schicksalssymphonie - das selten aufgeführte Oratorium "Die vier letzte Dinge" des Mozart-Schülers Joseph Eybler unter der Leitung von Hermann Max mit der Rheinischen Kantorei und dem ensemble reflektor zu erleben sein. Zu einem Eifersuchtsdrama hat Tolstoi die Intimität von Beethovens Kreutzer-Sonaten in seiner gleichnamigen Novelle inspiriert. Stargäste Midori Seiler und Christian Bezuidenhout musizieren Beethovens Violinsonaten, zu denen Rainer Iwersen aus dem so international wie zeitlosen Beziehungs-Psychogramm des russischen Dramatikers liest. Von Telemanns Markus-Passion lässt Hermann Max in einem weiteren Highlight mit Rheinischer Kantorei und dem Kleinen Konzert den Videokünstler Valerij Lisac Parallelen zu Verfolgten und Mutigen der Weltgeschichte ziehen. Den Kreis der letzten Dinge schließt das Abschlusskonzert, wenn Hermann Max am 29. September Buxtehudes "Jüngstes Gericht" in einer Edelbesetzung mit Solisten wie Dorothee Mields und Markus Brutscher und dem Kleinem Konzert am 29. September aufführt. Die apokalyptischen Bilder des Hieronymus Bosch stimmen als düstere Kulisse darauf ein - zu erleben in der Stadtbibliothek Dormagen.

Visionen von einer besseren Welt: Simplicissimus und Advanced Democracy

Das Ensemble all’impriviso geht mit Lesung, Tanz und Musik den Abenteuern des Simplicissimus Teutsch nach. In einem Familienkonzert lassen sie Christoffels "tumben Thor" aus dem 30jährigen Krieg im Knechtstedener Bullenstall satirisch der Welt den Spiegel vorhalten. Die Gregorianische Nacht hat in diesem Jahr das Ensemble Heinavankar zu Gast. Die Gregorianik-Spezialisten aus Estland lassen in der romanischen Basilika die Zeit der (oft gewaltsamen) Christianisierung der baltischen Stämme im Mittelalter auferstehen. Bachs Kunst der Rhetorik in seinen Präludien und Fugen entdeckt wiederum die Heidelberger Organistin Beate Rux-Voss zusammen mit dem Kölner Rhetorik-Professor Karl-Heinz Göttert an der 2015 eingeweihten Kampherm-Orgel in der Dormagener Christuskirche in einem neuen AfterWork-Format. Ein Versprechen für eine bessere Welt sind schließlich die Vokalwerke im Chorkonzert mit der international ausgezeichneten Vokalformation

Vox Bona unter der Leitung von Karin Freist-Wissing. Der Konzerttitel "Friede auf Erden" greift Schönbergs gleichnamiges Werk auf und stellt Motetten von Bach, Mendelssohn und Brahms mit Werken des 20. Jahrhunderts gegenüber. Brittens "Advanced Democracy" wird hier programmatischer Kontrapunkt des ÜberLebens.

WDR und Deutschlandfunk begleiten das Festival auch in diesem Jahr mit Aufzeichnungen. Der WDR wird Telemanns Markus-Passion und Das jüngste Gericht von Dietrich Buxtehude mitschneiden, der Deutschlandfunk die Gregorianische Nacht. Das Eröffnunskonzert wird live auf der Facebook-Seite des Festivals in einem Videostream übertragen.

Weitere Informationen unter www.knechtsteden.com.

Über das Festival Alte Musik Knechtsteden

Das Festival Alte Musik Knechtsteden wird seit 1992 von seinem Gründer Hermann Max künstlerisch geleitet und hat in den letzten 27 Jahren eine Vielzahl musikalischer Raritäten in Eigenproduktion hervorgebracht. Von den mehr als 200 Konzerten seit seiner Gründung wurden ca. 70 in Radiomitschnitten von WDR und Deutschlandfunk festgehalten und europaweit gesendet; mehr als 15 hauseigene Knechtstedener Produktionen unter der Leitung von Hermann Max wurden als Einspielungen auf CD veröffentlicht. Förderer und Partner 2018 sind die Sparkasse Neuss, die Stiftung Kulturpflege der Sparkasse Neuss, die EVD, BayerKultur, die RheinEnergieStiftung Kultur, die Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, Currenta, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, der Rhein-Kreis Neuss, die Stadt Dormagen, die Bürgerstiftung Dormagen, die Ev. Kirchengemeinde Dormagen und Ford Pesch; Medienpartner sind WDR3, Deutschlandfunk, Neuss-Grevenbroicher-Zeitung.

  • Veranstaltung: 27. Festival Alte Musik Knechtsteden
  • Zeitraum: 22.-29.09.2018
  • Weitere Informationen: www.knechtsteden.com
  • Geschäftsstelle: info@knechtsteden.com
  • Karten über KölnTicket (www.koelnticket.de, Tel. 0221-2801)

Quelle:

  • Festival Alte Musik Knechtsteden