Grüne Weltkugel auf Gras
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Kreisforstbetrieb

Acker vor Wald

Waldinsel Liedberger Haag

Der Forstbetrieb des Rhein-Kreises Neuss umfasst rund 332 Hektar (ha). Er ist gekennzeichnet durch die zerstreute Lage und die überwiegende Kleinflächigkeit seiner Wälder. Größte zusammenhängende Waldflächen sind der ehemalige Bahndamm zwischen Ramrath und Rommerskirchen (30 ha) und das Naturschutzgebiet auf dem Liedberger Haag (16 ha).

Aufgrund des seit etwa 35 Jahren fortschreitenden Umbaus nicht standortgerechter Bestände sowie der Neuanlage standortgerechter Laubmischwälder sind Buche und Eiche heute die vorherrschenden Baumarten. Die früher dominierende Pappel ist nur noch in einigen Restbeständen erhalten. Nadelhölzer kommen nur vereinzelt vor. Der Kreisforstbetrieb ist ein sogenannter Aufbaubetrieb: 94% der Waldbestände sind jünger als 60 Jahre.

Die Erfüllung aller verlangten Waldfunktionen setzt eine fachkundige Bewirtschaftung der vorhandenen Waldflächen voraus. Diese ist für den öffentlichen Waldbesitz im Landesforstgesetz vorgeschrieben. Zuständig für die Bewirtschaftung des kreiseigenen Waldbesitzes ist die Forstdienststelle im Amt für Umweltschutz. Hauptaufgaben der Kreisförster sind Planung und Vollzug aller notwendigen forstlichen Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere Planung, Anlage und Pflege neuer Waldflächen im Rahmen des Waldvermehrungsprogrammes, die Durchforstung der Bestände, die Vermarktung des Holzes sowie die Unterhaltung der vorhandenen Wege zum Zwecke der Erholung. Neben dem kreiseigenen Wald werden auch die Forstbetriebe der Städte Neuss und Kaarst, der Gemeinden Jüchen und Rommerskirchen sowie der Kreiswerke Grevenbroich GmbH durch die Mitarbeiter der Kreisforstdienststelle betreut.

Der Kreisforstbetrieb verfügt nicht über einen eigenen Betriebshof und eigene Waldarbeiter; alle anfallenden Arbeiten werden daher durch Forstunternehmen ausgeführt.

Wälder bieten nicht nur Erholungsmöglichkeiten für die Kreisbevölkerung, sie haben in unserer Landschaft auch eine enorme Bedeutung für den Schutz von Klima, Boden, Wasser und Luft sowie für den Biotop- und Artenschutz. Für den Waldbesitzer hat der Wald zudem eine nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Funktion. Jeder Wald, ob in privatem (43%) oder öffentlichem (57%) Besitz, erbringt Schutz- und Erholungsfunktionen. Wie alle Waldbesitzer erfüllt auch der Forstbetrieb des Rhein-Kreises Neuss hier eine große Aufgabe, die, angesichts der stetig steigenden Fläche naturnah bewirtschafteter Wälder und der damit verbundenen Verbesserung der Lebensqualität, den Einsatz sicher lohnt. Eine finanzielle Gegenleistung erhält der Waldbesitzer dafür jedoch nicht. Wirtschaftlicher Erfolg wird derzeit lediglich aus dem Verkauf forstwirtschaftlicher Produkte sowie durch die Jagdpacht erzielt.

In einem dicht besiedelten und waldarmen Gebiet ergibt sich für fast jede vorhandene Waldfläche eine Überlagerung verschiedener Waldfunktionen. Zahlreiche Interessengruppen, wie Fußgänger, Jogger, Radfahrer, Reiter, Jäger, Imker, Naturschützer, Förster, sind auf engstem Raum aktiv. Erholung, Naturschutz und Nutzung müssen in der Regel gleichzeitig in den Wäldern erbracht werden. Toleranz gegenüber jeweils anderen Waldbesuchern und Waldnutzern ist daher dringend erforderlich.