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Kies- und Sandgewinnung

Die übertägige Gewinnung von Kiesen und Sanden erfolgt im Rahmen sog. Trocken- oder Nassauskiesungen, die auch als Abgrabungen bezeichnet werden. Dabei spricht man von einer Trockenabgrabung, wenn nur oberhalb des Grundwassers abgegraben und von einer Nassabgrabungen, wenn durch den Abbau das Grundwasser freigelegt wird und ein Gewässer entsteht.

Zuständig für die Zulassung und Überwachung dieser Abgrabungen sind die Kreise und kreisfreien Städte. Beim Rhein-Kreis Neuss wird diese Aufgabe durch die Untere Wasserbehörde im Amt für Umweltschutz wahrgenommen.

Bei einer Trockenabgrabung wird ein Genehmigungsverfahren nach dem Abgrabungsgesetz durchgeführt. Die Nassabgrabung erfordert ein Planfeststellungsverfahren nach dem Wasserhaushaltsgesetz, da es sich hierbei neben der Gewinnung von oberirdischen Bodenschätzen auch um die Herstellung eines Gewässers handelt. In diesem Verfahren wird auch über die Zulässigkeit der Abgrabung nach dem Abgrabungsgesetz entschieden. Unabhängig davon, ob es sich um eine Trocken- oder Nassabgrabung handelt, ist bei einer Vorhabensfläche von mehr als 10 ha eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen.

Im Rahmen der Zulassung der jeweiligen Abgrabung ist auch über die Art der Wiederherrichtung zu entscheiden, zu der der Vorhabensträger verpflichtet ist.

Während die Nassabgrabungen grundsätzlich als die bekannten Baggerseen zurückbleiben, die hinsichtlich der Folgenutzung dem Natur- und Artenschutz und/ oder der (stillen) Erholung gewidmet sind, werden Trockenabgrabungen gelegentlich wieder mit Bodenaushub auf das ursprüngliche Geländeniveau verfüllt, um das Landschaftsbild und ggf. die frühere (landwirtschaftliche) Nutzung wiederherzustellen. Die bedeutendsten Naherholungsseen, die durch Nassabgrabung entstanden sind, sind der Kaarster und der Straberg-Nievenheimer See.

Im Rhein-Kreis Neuss werden aktuell 6 Nassabgrabungen betrieben. Eine Trockenabgrabung wird derzeit mit dem Rekultivierungziel verfüllt, dort die frühere landwirtschaftliche Nutzung wieder zu ermöglichen.

Alle noch nicht abgeschlossenen Abgrabungen werden von der Unteren Wasserbehörde regelmäßig örtlich überprüft. Dabei wird die Einhaltung der Zulassungsauflagen kontrolliert. Ferner werden die nach Maßgabe des durch den Rhein-Kreis Neuss aufgestellten Gewässeruntersuchungsprogramms vom Abgrabungsunternehmer durchzuführenden Gewässeruntersuchungen ausgewertet.