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Kein Abschluss ohne Anschluss

Mit KAoA "Kein Abschluss ohne Anschluss" führt das Land Nordrhein-Westfalen seit dem Schuljahr 2012/13 schrittweise ein einheitliches und verbindlich gestaltetes Übergangssystem Schule - Beruf in allen weiterführenden, allgemeinbildenden Schulen ein.

Der Rhein-Kreis Neuss beteiligt sich seit dem Schuljahr 2014/15 an KAoA.

Das Konzept der Landesinitiative umfasst vier Handlungsfelder

  • Berufs- und Studienorientierung,
  • Systematischer Übergang von der Schule in den Beruf,
  • Steigerung der Attraktivität des dualen Systems,
  • Ziele und Aufgaben der Kommunalen Koordinierung.

Das neue Übergangssystem Schule - Beruf in NRW unterstützt Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I frühzeitig ab Klasse 8 sowie fortfahrend in der gymnasialen Oberstufe systematisch bei der Berufs- und Studienorientierung, der Berufswahl und beim Eintritt in Ausbildung und Studium.

Ziel ist es, allen jungen Menschen nach der Schule eine Anschlussperspektive für die Berufsausbildung und/oder das Studium zu eröffnen und durch ein effektives, kommunal koordiniertes Gesamtsystem unnötige Warteschleifen zu vermeiden.

Ein wichtiges Anliegen des Landesvorhabens ist darüber hinaus, über die Attraktivität der dualen Berufsausbildung mit einer gemeinsamen Strategie und gezielten Maßnahmen zu informieren.

Die Kommunalen Koordinierungsstellen, gefördert aus Landes- und ESF-Mitteln, koordinieren und moderieren die Aktivitäten vor Ort. Akteure und Partner im Übergangsprozess sind z.B. die Bundesagentur für Arbeit mit den Arbeitsagenturen und Jobcentern, allgemeinbildende Schulen, Berufskollegs, Jugendhilfe, Bildungsträger, Wirtschaftsorganisationen, IHK und Kammern.

Angesichts der großen Zahl von Schülerinnen und Schülern wird das neue Übergangssystem Schule - Beruf schrittweise eingeführt. Im Jahr 2016/17 werden dann alle allgemeinbildenden Schulen in ganz NRW verpflichtend an der Landesinitiative teilnehmen.

Zu KAoA gehört die Umsetzung festgelegter Standardelemente. Es startet in der Jahrgangs-stufe 8 mit einer eintägigen Potenzialanalyse. Darauf aufbauend finden ebenfalls in der Jahrgangsstufe 8 drei Berufsfelderkundungstage pro Schüler oder Schülerin statt. Die Ergebnisse werden in einem Portfolioinstrument festgehalten. In der Jahrgangsstufe 9 absolvieren die Schülerinnen und Schüler aufbauend ein zwei- bis dreiwöchiges Betriebspraktikum. Zudem werden spezielle Beratungsmöglichkeiten und Maßnahmen für förderbedürftige Jugendliche angeboten, wie zum Beispiel Praxiskurse und Ergänzungspraktika in den Jahrgangsstufen 9 und 10.

Potenzialanalyse

Die Potenzialanalyse findet im Schuljahr 8.1 statt und wird eintägig von außerschulischen Partnern (Bildungsträgern) durchgeführt. Sie kombiniert wissenschaftlich anerkannte Testverfahren sowie handlungsorientierte Aufgaben und Elemente von Assessmentverfahren. Außerdem bezieht sie Lebens- und Arbeitswelten ein, berücksichtigt die Verschiedenartigkeit der Schülerinnen und Schüler und erfasst individuelle Interessen und Neigungen. Nach der Durchführung erhalten alle Schüler  und Schülerinnen einen Auswertungsbogen und ein individuelles Auswertungsgespräch.

Berufsfelderkundung

Eine Berufsfelderkundung findet im Schuljahr 8.2 statt und entspricht zeitlich einem Schultag. An diesem Tag findet kein Unterricht statt. In Begleitung eines Ausbilders, Auszubildenden oder anderen Mitarbeiters des Unternehmens werden verschiedene Arbeitsplätze besucht, um einen Eindruck von den Aufgaben und Arbeitsabläufen eines bestimmten Berufsfeldes zu gewinnen. Dieser soll gestaltet sein wie ein eintägiges Schnupper-Praktikum, bei dem die Jugendlichen einen ersten und vor allem praktischen Einblick in die Tätigkeiten erhalten und den Betrieb nicht nur besichtigen sondern erleben.

Insgesamt muss jeder Schüler und jede Schülerin an drei Berufsfelderkundungstagen in drei unterschiedlichen Berufsfeldern teilnehmen. Die Auswahl des Berufsfeldes soll die Ergebnisse der Potenzialanalyse einbeziehen.

Um die organisatorische Zusammenarbeit bei der Durchführung der Berufsfelderkundungen zwischen Unternehmen und Schulen zu erleichtern, wurde eine Online-Datenbank ins Leben gerufen. Auf dieser Plattform können Berufsfelderkundungsangebote von der Wirtschaft hinterlegt und von den Schülern, den Schülerinnen und den begleitenden Lehrkräften abgerufen werden.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler die Berufsfelderkundungen trägergestützt durchführen. Das bedeutet, dass sie drei unterschiedliche Berufsfelder an drei verschiedenen Tagen in den Werkstätten eines Bildungsträgers, der auf die Durchführung der Berufsfelderkundungen spezialisiert ist, praktisch kennenlernen und erleben können.

Betriebspraktikum

Ab dem 9. Jahrgang absolvieren die Jugendlichen zwei- bis dreiwöchige Praktika in Betrieben. Die Praktika werden in der Schule vor- und nachbereitet und durch die Lehrerinnen und Lehrer inhaltlich begleitet. Die Ergebnisse der Potenzialanalyse und der Berufsfelderkundungen der 8. Klassen fließen dabei in eine zielgerichtete Auswahl des Praktikumsplatzes ein. Auswahl und Bewerbung um Praktikumsplätze werden eigenverantwortlich durch die Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage des bisherigen Berufs- und Studienorientierungsprozesses durchgeführt.

Langzeitpraktikum - ehemals BUS-Klassen

Ein Langzeitpraktikum ist ein Angebot für förderbedürftige Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufen. Es findet ergänzend zum Betriebspraktikum einmal wöchentlich statt. Die Kernstunden gemäß Stundentafel sind dabei einzuhalten, da die Jugendlichen an diesem Tag nicht am Unterricht teilnehmen. Die Teilnahme an einem Langzeitpraktikum setzt die Empfehlung der Klassenkonferenz, die Zustimmung der Schülerin oder des Schülers und deren bzw. dessen Erziehungsberechtigten voraus.

Mit einem Langzeitpraktikum wird das Ziel verfolgt, den Jugendlichen einen weiteren praktischen Einblick in den Berufsalltag zu vermitteln und damit die Chance zur Erreichung eines Schulabschlusses zu erhöhen.

Portfolioinstrument

Das Portfolioinstrument begleitet den gesamten schulischen Prozess der Berufs- und Studienorientierung und wird für alle Schülerinnen und Schüler spätestens ab der Jahrgangsstufe 8 eingeführt. In diesem Portfolioinstrument werden die Ergebnisse und Teilnahmebescheinigungen der Standardelemente (Potenzialanalyse, Praxisphasen,…) durch die Schülerinnen und Schüler dokumentiert und viele Anregungen zur Berufs- und Studienorientierung sowie zur Vor- und Nachbereitung von Maßnahmen gegeben. Fächerübergreifend und fortlaufend kann und soll er im Unterricht genutzt und dem entsprechend geeignet aufbewahrt werden. Das Schulministerium sowie das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW empfehlen als solches den Berufswahlpass NRW.

Anschlussvereinbarung

Zum Ende des 9. Jahrgangs formulieren die Schülerinnen und Schüler ihre Anschlussperspektive. Dabei stehen Lehrkräfte, Berufsberater und Eltern den Jugendlichen beratend und unterstützend zur Seite, um die gemachten Berufsorientierungserfahrungen zu reflektieren. Diese wird mit Eintritt in die Oberstufe zum Ende der Jahrgangsstufe 11 fortgeschrieben und um Erfahrungen in der Studienorientierung ergänzt.

Die Anschlussvereinbarung gibt sinnvolle Hinweise auf den weiteren Ausbildungs- und/oder Studienweg, mögliche Berufsfelder, eine individuelle Prioritätenliste für eigene Optionen, Ansprechpartner und -partnerinnen für die nächsten Schritte sowie möglicherweise Angebote im Übergangssystem bei nicht ausbildungsreifen Jugendlichen ohne Ausbildungsplatzaussicht.

Das Gesamtkonzept "Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule-Beruf in NRW" finden Sie in der nachstehenden Linkbox.