Stethoskop vor einem Plastikherz
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Warzen

Gewöhnliche Warzen und Dellwarzen gehören zu den häufigsten von Viren verursachten Hauterkrankungen. Personen beiderlei Geschlechts können in jedem Alter befallen werden, jedoch ist das Vorkommen von Warzen, insbesondere von Dellwarzen, unter Kindern und Jugendlichen besonders häufig.

1. Allgemeines über Warzen und Dellwarzen

Die gewöhnlichen Warzen sind runde oder unregelmäßig begrenzte knötchenartige Hautveränderungen von grau- bis gelb-schwarzer Farbe, die bevorzugt an Streckseiten der Hände, Finger, auf den Handtellern und Fußsohlen vorkommen. Insbesondere im Fußsohlenbereich täuschen sie auch Schwielen und Hühneraugen vor oder wachsen druckbedingt wie ein Dorn in die Tiefe, wodurch bei Belastung erhebliche Schmerzen entstehen (Dornwarzen, Plantarwarzen).

Flachwarzen treten typischerweise als flache, rötliche Knötchen von 2 bis 4 mm Größe im Gesicht und am Handrücken auf und bilden sich meist spontan zurück.

Dellwarzen sind stecknadelkopf- bis erbsengroße Knötchen mit glatter, oft glänzender Oberfläche. Bisweilen, aber nicht immer, weisen sie in der Mitte eine Vertiefung (Delle) auf. Durch Kratzen können sie verletzt und bakteriell infiziert werden. Sie können überall am Körper vorkommen, man findet sie jedoch bevorzugt auf den Armen (einschließlich der Hände und Finger), auf dem Rücken, auf der Brust und am seitlichen Rumpf. Erreger ist das Poxivirus mollusci.

2. Infektion

Die Infektion findet oft in Turneinrichtungen, Saunen und Schwimmbädern statt.
Dabei kommt die Virusübertragung nicht etwa durch erregerhaltig gewordenes Schwimmbadwasser, sondern durch den direkten oder indirekten Kontakt mit Warzenträgern zustande (direkte Körperberührung beim Turnen, Spielen, gemeinsame Benutzung von Handtüchern, Türklinken, Kontakt mit Hautschuppen auf dem Fußboden etc.). Hierbei finden die Viren infolge der durch Nässe und Feuchtigkeit bedingten Aufweichung der Haut (z.B. beim Duschen oder im Schwimmbad) ideale Eintrittspforten. Um eine Warzenbildung hervorzurufen, bedarf es offensichtlich aber auch einer entsprechenden Veranlagung des Betreffenden.
Man geht davon aus, dass Dellwarzen durch direkten Mensch-zu-Mensch-Kontakt übertragen werden; gewöhnliche Warzen werden dagegen hauptsächlich indirekt, durch Kontakt mit virushaltigem Material oder Gegenständen, weitergegeben. Die Übertragung von Plantarwarzen erfolgt insbesondere über den Fußboden. Abgeschilferte Hautschuppen, die mit Viren infiziert sind, haften am Boden und können bei Begehen mit nackten Füßen zu einer Infektion führen. Die Hauterscheinungen können erst Monate nach der stattgefundenen Infektion auftreten.

3. Diagnose und Behandlung

Die Diagnose wird in der Regel auf Grund des typischen Aussehens der Warzen gestellt.
Zur Behandlung steht eine Vielzahl von Verfahren zur Verfügung. Infolge einer hohen Sontanheilungsrate lassen sich diese hinsichtlich ihrer Effektivität jedoch nur eingeschränkt beurteilen. Die Therapiepalette umfasst die Vereisung mit flüssigen Stickstoff, die Abschabung und die chirurgische Entfernung. Medikamentös setzt man im Bereich der Warzen anwendbare, aufweichende Lösungen und Pflaster ein. Der Arzt soll entscheiden, ob und welche Art der Behandlung durchzuführen ist.

4. Vorbeugung

Bei der Prophylaxe steht die Aufklärung der Benutzer von Schwimmbädern, Saunen und Turnhallen im Vordergrund. Insbesondere Sportlehrer und Kindergartenpersonal sollten Kinder und Jugendliche über die Übertragbarkeit von Warzen regelmäßig aufklären.

Dabei ist auf das Folgende hinzuweisen:

  1. Die gemeinsame Benutzung von Handtüchern, Hautcremes etc. durch mehrere Personen ist zu vermeiden.
  2. Warzenträgern (oder den Erziehungsberechtigten) ist ein Arztbesuch dringend zu empfehlen.
  3. Ausschluss der Warzenträger vom Schwimmunterricht oder von Tätigkeiten bei denen barfuß gelaufen wird, bis der behandelnde Arzt eine Wiederzulassung befürwortet.
  4. Warzenträger sollten ihre Mitmenschen durch Abdecken der Warze mit einem wasserfesten Pflaster und Badeschuhen vor einer Ansteckung schützen.
  5. Einführung von eigenen Badeschuhen in Schwimmbädern und Duschen.
  6. Aufgrund der Warzenproblematik haben Betreiber von Schwimmbädern, Saunen und Turneinrichtungen eine tägliche gegebenenfalls mehrmalige Reinigung der Gänge, der Dusch- und Umkleideräume sowie sonstiger Barfußbereiche und Sitzflächen durchzuführen bzw. zu veranlassen.
  7. Nach Beendigung des Betriebes in Schwimmbädern, Saunen und Turneinrichtungen sind alle barfußbegangenen Flächen sowie Sitzflächen mit einem Flächendesinfektionsmittel zu desinfizieren. Auf Einhaltung der erforderlichen Desinfektionsmittelkonzentration und Einwirkzeit ist besonders zu achten.