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Februar: Internet-Therapie

Tele-Seele - Safer Internet Day am 9. Februar 2016

Das World Wide Web (WWW) ist ein integraler Bestandteil unseres Lebens geworden. So ist es nicht verwunderlich, dass es auch im Gesundheitsbereich inzwischen eine elementare Rolle einnimmt. Richtet man den Fokus auf medizinische Internet-Lösungen für den Patienten steht die Beschaffung von Gesundheitsinformationen auf elektronischem Wege im Vordergrund. Nicht umsonst baut das neu gegründete Unternehmen "Alphabet" als Google-Holding mit Knowledge-Graph das System der Informationskästen neben den Link-Trefferlisten aus. Diese Knowledge-Panels bieten bei Nachfragen zur Gesundheit bereits validierte und teilweise redaktionell bearbeitete Informationen an. Weitere WWW-Anwendungen beinhalten Terminreservierungen bei Ärzten und Gesundheitsämtern,  kommunikative Strukturen zum Austausch von Fachinformationen wie Chats, Blogs oder Foren, Teilnahme an internetbasierten Schulungen zu Themen wie Gewichtsreduktion und Raucherentwöhnung sowie personalisierte Bereiche, die eigene Gesundheitsdaten verwalten lassen.

Der letztere Sektor birgt ein großes Expansionspotential. Seitdem nämlich am Körper befindliche Mikrostrukturen, sogenannte Wearables, in der Lage sind, Parameter wie Blutzuckerspiegel, Kreislaufparameter, Blutdruck, Schlaf-Wach-Rhythmen, Atemfrequenz oder Wegstrecke zu erfassen, können Gesundheitsinteressierte sich jederzeit einen Überblick über ihre gesundheitliche Verfassung verschaffen. Viele Zusatzfunktionen sollen dem Nutzer die neuen Möglichkeiten schmackhaft machen: So können differenzierte und grafisch ansprechende Auswertungen vorgenommen werden. Besonders Leistungswillige vermögen sich durch Teilnahme an Vergleichgruppen besonders zu motivieren. Und schließlich werden Krankenkassen einen Zugriff auf diese Daten zu honorieren wissen.

Spätestens bei dieser letzten Option, stellt sich aber auch eine gewisse Skepsis ein, denn die sich hierbei aufdrängenden Fragen weiß niemand zur Zufriedenheit zu beantworten. Was passiert eigentlich mit diesen Daten? Wem gehören sie letztendlich? Wie lange werden sie gespeichert?

Ungeachtet dessen ist aber an dieser Stelle auf segensreiche telemedizinische Anwendungen hinzuweisen, die über alle Zweifel erhaben sind, weil sie mit Hilfe der modernen Technik eine komfortable Patientenbetreuung erlauben. So werden in der Kardiologie inzwischen patienteneigene Herzschrittmacher überwacht und einer Fernwartung unterzogen, ohne dass der Träger den Arzt konsultieren muss.    

In diesen Kontext gehört auch eine neue Art der Online-Psychotherapie der St. Augustinus-Kliniken in Neuss namens "Net-Step": Per Mausklick bietet dieses Pilotprojekt Menschen, die unter sozialen Phobien, Angst- und Panikstörungen oder Depressionen leiden, professionelle Hilfen. Begleitet werden die Patientinnen und Patienten während ihrer viermonatigen Therapie von erfahrenen Psychologen. Nach einem persönlichen Erstgespräch kommunizieren Therapeut und Patient dann ausschließlich via Computer und Internet miteinander - unabhängig von regionaler Nähe, Sprech-, Öffnungs- und Wartezeiten, ganz nach individuellem Bedarf und Tempo.