Stethoskop vor einem Plastikherz
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Gender Medizin: Gesundheit von Frau & Mann

Gender Medizin

Auf dem Bild ist eine Tastatur dargestellt. Zwei Tasten sind rot hervorgehoben. Auf einer Taste ist das Symbol für Weiblichkeit, auf der anderen das Symbol für Männlichkeit aufgedruckt.

Die Gendermedizin (Gender bedeutet auf Englisch "Geschlecht") betrachtet medizinische Forschung, Diagnosefindung sowie Therapien unter geschlechtsspezifischen Aspekten. Gendermedizin wurde von Österreich ausgehend seit Anfang der 1990er Jahre etabliert.

Ein früh untersuchter Bereich ist die Herzgesundheit. Frauen erleiden heute bereits in jungen Jahren ab 45 Herzinfarkte und sterben im höheren Lebensalter öfter als Männer an einem Herzinfarkt.

Andererseits ist bekannt, dass Männer im Vergleich zu Frauen eine verkürzte Lebenserwartung haben. Der Anteil der Männer in höheren Altersklassen sinkt aktuell. Bei den über 45jährigen Menschen sind knapp die Hälfte aller Personen männlich, bei den über 75jährigen Menschen in Deutschland liegt der Anteil der Männer nur noch bei 37 Prozent (Quelle: www.zensus2011.de).

Vermutete Ursachen sind eine vermehrte Anzahl an Risikofaktoren für Männer und teils nicht adäquate oder fehlende Beratungs- und Gesundheitsangebote. So führen unterschiedliche Risikofaktoren und körperliche Voraussetzungen dazu, dass Frauen und Männer unterschiedliche Krankheitshäufigkeiten und differenzierte Symptomenkomplexe zeigen.

Eine männergerechte Prävention, verbunden mit genderspezifischer Gesundheitsförderung und der dazugehörigen Gesundheitsberichterstattung ist analog der schon aufgebauten frauenbezogenen Maßnahmen erforderlich.

Hier stehen aktuell der Bereich der psychischen Gesundheit, vorrangig das Krankheitsfeld Depressionen, bei Männern in oft nicht erkannter Symptomenkonstellation und der Bereich der Vorsorgeuntersuchungen bei Männern im Fokus.

Im Gegensatz zu den allgemein sinkenden Krankenständen haben die durch psychische Störungen bedingten Fehlzeiten zugenommen - und zwar deutlich stärker bei Männern als bei Frauen. Erste Auswertungen des Jahres 2011 zeigen, dass 5 Prozent aller Krankschreibungen und 12,5 Prozent aller betrieblichen Fehltage durch psychische Erkrankungen verursacht werden. Somit gehören psychische Störungen zu den häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen.

Handlungsbedarf besteht beim Ausbau der Beratungsangebote für Männer, bei der Ausgestaltung der therapeutischen Angebote und bei der Motivation zur Übernahme von Eigenverantwortung.