Stethoskop vor einem Plastikherz
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Welcher Schaden entsteht langfristig?

Multiresistente Bakterien sind unempfindlich gegen mehrere Antibiotika, das heißt sie können durch diese Antibiotika nicht abgetötet werden. Infektionen mit diesen Bakterien sind oftmals schwer zu behandeln. Zurzeit sterben jährlich weltweit ungefähr 700.000 Menschen an Infektionen, die durch multiresistente Bakterien hervorgerufen werden. Diese Zahl wird aber in den nächsten Jahren extrem ansteigen, sagt ein Bericht von Jim O´Neill aus dem Jahr 2016, der von David Cameron in Auftrag gegeben wurde.

Die Hochrechnungen besagen, dass im Jahr 2050 mehr Menschen an diesen Infektionen sterben werden, als an Krebs oder Verkehrsunfällen. Obwohl Deutschland weltweit zu den Nationen mit geringerem Vorkommen von multiresistenten Bakterien gehört, sterben auch hier bereits jährlich schätzungsweise 15.000 Menschen, an den sogenannten Krankenhauskeimen. Diese Zahl ist alarmierend. Doch noch können wir etwas tun: Durch einen gezielten Einsatz von Antibiotika kann die Entstehung von multiresistenten Erregern zwar nicht verhindert, aber zumindest erschwert werden. Dazu ist es wichtig, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Patienten sollten bei ihrem Arzt keine Antibiotikaverordnung einfordern und Ärzte dürfen Antibiotika nur sinnvoll einsetzen. Das Umdenken muss jetzt erfolgen, denn es ist 5 vor 12.

Ein bekannte Vertreter dieser Bakterien ist der sogenannte MRSA Keim (Methicillin-resistente S. aureus). Seit Einführung der Meldepflicht wurden im Rhein-Kreis-Neuss jährlich mehr als 50 lebensgefährliche Blutstrominfektionen durch diesen Keim bei Patienten hervorgerufen. Diese Zahl liegt über dem deutschen Durchschnitt.