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Anlässlich des Weltkrebstages startet die Europäische Kommission eine Konsultation für einen europäischen Plan zur Krebsbekämpfung

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Am 04. Februar 2020 ist der Weltkrebstag, den die Europäische Kommission zum Anlass nahm, am selben Tag eine breite öffentliche Konsultation zum Thema Krebsbekämpfung zu starten. Die Ergebnisse sollen in einen europäischen Plan zur Krebsbekämpfung eingehen, der bis Ende 2020 vorliegen soll. Die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die Krebsbekämpfung unter der Politischen Priorität "Eine Wirtschaft, deren Rechnung für die Menschen aufgeht" einen solchen Plan angekündigt, der die EU-Mitgliedstaaten bei der Verbesserung der Krebsbekämpfung und -behandlung unterstützen soll.

Ziel der Konsultation ist, den EU-Bürger/innen und Interessenvertreter/innen (z.B. Ärzteorganisationen, Krankenhäuser, Forschungszentren) Gelegenheit zu geben, sich in die Fachdiskussion einzubringen und darzulegen, wie das Thema in der EU am besten angegangen werden kann. Die Konsultation soll über drei Monate laufen, die Ergebnisse sollen in den Entwurf des europäischen Krebsbehandlungsplans einfließen und dabei helfen, die Themenbereiche und den Umfang der möglichen Maßnahmen auf EU und nationaler Ebene zu bestimmen.

Die Krebsbekämpfung ist für Europas Zukunft von fundamentaler Bedeutung. Die Europäische Kommission verweist darauf, dass jedes Jahr bei 3,5 Mio. Menschen in der EU Krebs diagnostiziert wird und dass 40 Prozent der Bürger/innen in der EU im Laufe ihres Lebens mit Krebs zu tun haben. Alle 9 Sekunden werde in der EU ein neuer Krebsfall diagnostiziert. Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die zweithäufigste Todesursache. Außerdem stellten Krebserkrankungen eine massive Belastung für die Gesundheits- und Sozialsysteme dar, setzten die öffentlichen Haushalte unter Druck und beeinträchtigten Produktivität und Wachstum der Wirtschaft, einschließlich der Gesundheit der Arbeitskräfte in der EU. Bis 2035 könnte sich die Zahl der Krebsfälle verdoppeln, und wenn nicht mehr getan werde, könnte Krebs in der Europäischen Union zur häufigsten Todesursache werden.

Krebs ist eine komplexe Erkrankung, die durch ein Zusammenspiel multipler Faktoren ausgelöst wird, u.a. die genetische Veranlagung, Umwelteinflüsse oder Lebensgewohnheiten sowie Infektionserreger. Gleichzeitig gebe es aber einen großen Handlungsspielraum für Gegenmaßnahmen, die durch den europäischen Krebsplan initiiert und beschlossen werden sollen.

Der europäische Plan zur Krebsbekämpfung soll Maßnahmen auf allen Stufen, von der Vorsorge bis zur Heilbehandlung umfassen:

  • Prävention: Durch Prävention lässt sich die Zahl der Krebserkrankungen in der EU am einfachsten und am wirksamsten senken. Präventionsmaßnahmen könnten Folgendes umfassen: einen besseren Zugang zu gesunder Ernährung und eine höhere Durchimpfungsrate, Maßnahmen zur Eindämmung umweltbedingter Risikofaktoren wie Luftverschmutzung und Einwirkung von Chemikalien, Forschung und Aufklärung.
  • Frühzeitige Erkennung und Diagnose: Maßnahmen zur Verbesserung der Chance auf günstigere Gesundheitsfolgen durch Frühdiagnose könnten Folgendes umfassen: Verbesserung der Abdeckung der Zielpopulation mit Blick auf Screening-Programme, verstärkter Einsatz digitaler Lösungen und technische Unterstützung für die Mitgliedstaaten.
  • Behandlung und Versorgung: Maßnahmen zur Erhöhung des Erfolgs der Versorgung und Behandlung von Krebskranken könnten Folgendes umfassen: Verbesserung des Zugangs zu hochwertiger Behandlung und der Inanspruchnahme neuer Therapien; Gewährleistung der Verfügbarkeit und Bezahkbarkeit wichtiger Medikamente, Innovation und Forschung.
  • Lebensqualität: Maßnahmen zur Gewährleistung der höchstmöglichen Lebensqualität für Krebspatienten, Krebsüberlebende und Pflegepersonen könnten Folgendes umfassen: Verbesserung der beruflichen Wiedereingliederung, Maßnahmen gegen Diskriminierung, Palliativbehandlung und Austausch bewährter Verfahren.

Zum Start der Konsultation sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Europäischen Parlament: "Wir alle haben Freunde, Kollegen oder Angehörige, die von der Krankheit betroffen sind oder waren. Wir alle haben uns traurig und hilflos gefühlt. Aber wir können etwas tun - jeder für sich und wir alle gemeinsam. Auf Ebene der Mitgliedstaaten und auf Ebene der Europäischen Union."

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell vom 04.02.2020