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Erklärung der Allianz für die Kunststoffkreislaufwirtschaft: Behörden und Unternehmen verpflichten sich zur stärkeren Nutzung von recycelten Kunststoffen

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Am 20. September 2019 haben sich mehr als 100 öffentliche und private Partner in der Erklärung der Allianz für die Kunststoffkreislaufwirtschaft dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2025 jährlich 10 Mio. Tonnen recycelter Kunststoffe bei der Herstellung neuer Produkte einzusetzen. Die Erklärung wurde von kleinen und mittleren Unternehmen, Großunternehmen, Wirtschaftsverbänden Normungsgremien, Forschungseinrichtungen sowie lokalen und regionalen Behörden genehmigt und unterzeichnet, darunter sind Unternehmen wie BASF, Henkel und mehrere deutsche Verpackungshersteller.
In der Erklärung wird erläutert, wie die Allianz das Ziel, jährlich 10 Mio. Tonnen recycelter Kunststoffe bei der Herstellung neuer Produkte einzusetzen, erreichen will. Ferner beinhaltet die Erklärung die Zusage, keine Kunststoffabfälle mehr in die Natur gelangen zu lassen und unbehandelte Abfälle nicht mehr in Deponien zu entsorgen.

Zur Erreichung dieser Ziele enthält die Erklärung folgende Maßnahmen:

  • Verbesserung der Gestaltung von Kunststoffprodukten, damit diese leichter recycelt werden können und mehr recycelte Kunststoffe enthalten;
  • Erschließung des ungenutzten Potenzials für die Sammlung, das Sortieren und das Recycling von Kunststoffabfällen in der gesamten EU sowie Ermittlung der entsprechenden Investitionslücken;
  • Erarbeitung einer Forschungs- und Entwicklungsagenda für eine kreislauforientierte Kunststoffwirtschaft;
  • Einrichtung eines transparenten und zuverlässigen Überwachungssystems zur Erfassung aller Ströme von Kunststoffabfällen in der EU.

Der für nachhaltige Entwicklung zuständige Erste Vizepräsident der Kommission, Frans Timmermans, erklärte: "Ich freue mich, dass sich die Branche bereit erklärt hat, die Art und Weise, in der wir Kunststoffe herstellen und verwenden, zu überdenken. Wenn wir Kunststoffe effizient recyceln, sorgen wir für einen saubereren Planeten. Und wir tun etwas gegen den Klimawandel, wenn wir fossile Brennstoffe im Produktionsprozess durch Kunststoffabfälle ersetzen."

Hintergrund:

Nach Angaben der Europäischen Kommission wird das Potential für das Recycling von Kunststoffabfällen - insbesondere im Vergleich zu anderen rercyclungsfähigen Materialien wie Papier, Glas oder Metalle - kaum ausgeschöpft. In der gesamten EU werden jährlich über 27 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle gesammelt, aber nur weniger als ein Drittel kommt auch in Recyclinganlagen an; dies hat dazu geführt, dass im Jahr 2016 weniger als vier Mio. Tonnen recycelter Kunststoffe in Europa verkauft wurden (entspricht lediglich acht Prozent des EU-Markts für Kunststoffe).
Im Januar 2018 hatte die Europäische Kommission eine Strategie für Kunststoffe verabschiedet und veröffentlicht; danach sollen ab 2030 alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recylingfähig sein, der Verbrauch von Einwegkunststoffen wird reduziert und die absichtliche Verwendung von Mikroplastik beschränkt.

Als weitere Reaktion kündigte die Europäische Kommission am 11. Dezember 2018 die Gründung der Allianz für die Kunststoffkreislaufwirtschaft an. Diese hat sich erstmals am 05. Februar 2019 anlässlich der Europäischen Industrietage getroffen. Auf dieser Sitzung einigten sich die Teilnehmer/innen auf das o.g. Ziel und vereinbarten zur Erreichung folgende Aktionen:

  1. Sammlung und Sortierung von Kunststoffabfällen,
  2. Produktgestaltung für das Recycling,
  3. Anteil aus recyceltem Kunststoff in Produkten,
  4. Forschung und Entwicklung sowie Investitionen, zum Beispiel im Hinblick auf chemisches Recycling, und
  5. Überwachung recycelter Kunststoffe in der EU.

Zu diesen Aktionen wurden unverzüglich Arbeitsgruppen eingerichtet, deren Zusammenkunft zu der gemeinsam unterzeichneten Erklärung führte.

Hinweis:

Die Erklärung kann laufend unterzeichnet werden, durch Unternehmen, Wirtschaftsverbände und auch Behörden aus allen EU-Mitgliedstaaten

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell vom 20.09.2019
  • Erklärung der Allianz für die Kunststoffkreislaufwirtschaft