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Der Euro ist 20 Jahre alt - Europäisches Parlament erinnert am 15.02.2019 in einer feierlichen Sitzung an das Jubiläum

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Am 01. Januar 2019 ist der Euro - das Zahlungsmittel in 19 der 28 EU-Mitgliedstaaten - 20 Jahre alt geworden. Denn am 01. Januar 1999 führten 11 EU-Mitgliedstaaten das europäische Zahlungsmittel ein und damit eine gemeinsame Währungspolitik unter der Leitung der Europäischen Zentralbank; diese hatte am 01. Juni 1998 in Frankfurt ihre Arbeit aufgenommen. Zwischen dem 01. Januar 1999 und dem 01. Januar 2002 war der Euro eine virtuelle Währung, erst zu Beginn des Jahres 2002 führten 11 EU-Mitgliedstaaten die Euro-Banknoten (insgesamt 8 Mio.) und Euro-Münzen (insgesamt 38 Mio.) ein. Die ersten Mitglieder waren Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland folgte 2001. Danach haben sieben weitere Mitgliedstaaten (Estland 2011, Lettland und Litauen 2014, Malta und Zypern 2008, die Slowakei 2009, Slowenien 2007) den Euro eingeführt.

Die am zweithäufigsten genutzte Währung der Welt

Der Euro ist heute die zweitwichtigste internationale Währung, da er in rund 60 Ländern als Zahlungsmittel genutzt wird oder die Landeswährung an ihn gekoppelt ist. Damit ist der Euro als internationales Zahlungsmittel akzeptiert.

Für die Europäische Kommission ist der 20. Geburtstag des Euro ein Meilenstein auf dem Weg zu Stabilität und Wohlstand in Europa. Er habe den europäischen Privathaushalten, Unternehmen und Staaten sehr greifbare Vorteile gebracht: stabile Preise, niedrigere Transaktionskosten, sichere Ersparnisse, transparentere und wettbewerbsfähigere Märkte sowie eine Ausweitung des Handels. Diesen Weg des Erfolgs will die Europäische Kommission mit dem Euro weitergehen und hat seit dem Bericht der fünf Präsidenten der EU-Organe vom Juni 2015 zahlreiche Reflexionspapiere und Fahrpläne zur Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion vorgelegt, zuletzt im Dezember 2018 mit Vorschlägen zur Stärkung der globalen Rolle des Euro in der Welt.

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der als damaliger Regierungschef von Luxemburg 1992 den Vertrag von Maastricht unterzeichnete, mit dem die Einführung des Euro besiegelt wurde, erinnert sich an schwierige Verhandlungen. Heute sei er aber überzeugt, … "dass dies die wichtigste Unterschrift meines Lebens war".

Zustimmung zum Euro ist so hoch wie nie

Die Unterstützung der Bürger/innen zum Euro ist in 2018 so hoch gewesen wie nie zuvor. So vertraten bei der diesjährigen Erhebung im Euroraum 74% der Befragten die Auffassung, der Euro sei gut für die EU, damit ist der Wert seit dem Rekordhoch von 2017 konstant geblieben. Weiterhin 64% der Befragten im Euroraum vertraten ferner die Auffassung, der Euro sei gut für ihr Land. Für 36% der Europäerinnen und Europäer ist der Euro eines der wichtigsten Symbole der Europäischen Union, womit er direkt nach der Freiheit kommt.

Würdigung des Euro durch die fünf Präsidenten der EU-Organe und -Gremien (Europäische Kommission, Europäisches Parlament, Europäischer Rat, Präsident der Europäischen Zentralbank und Präsident der Eurogruppe)

Anlässlich dieses Jubiläums äußerten sich die Präsidenten der fünf unmittelbar für den Euro zuständigen EU-Organe und -Gremien.

Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission: "Als einziger noch politisch aktiver Unterzeichner des Vertrags von Maastricht erinnere ich mich an die zähen, doch wegweisenden Verhandlungen über die Schaffung der Wirtschafts- und Währungsunion. Insbesondere erinnere ich mich an unsere tiefe Überzeugung, dass wir ein neues Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte aufschlagen würden - ein richtungsweisendes Kapitel für die Rolle Europas in der Welt und die Zukunft all seiner Bürger. Nach 20 Jahren bin ich heute davon überzeugt, dass dies die wichtigste Unterschrift meines Lebens war. Der Euro ist zu einem Symbol der Einheit, der Souveränität und der Stabilität geworden. Er hat unseren Bürgerinnen und Bürgern Wohlstand und Schutz gebracht, und wir müssen dafür sorgen, dass er dies auch weiterhin tut. Wir arbeiten daher weiter intensiv an der Vollendung unserer Wirtschafts- und Währungsunion sowie an einer weiteren Stärkung der internationalen Rolle des Euro."

Antonio Tajani, Präsident des Europäischen Parlaments: "Der Euro ist heute beliebt wie nie zuvor; drei von vier Bürgerinnen und Bürgern des Euro-Währungsgebiets glauben, dass er sich positiv auf unsere Wirtschaft auswirkt. Damit die Europäer uneingeschränkt von den Arbeitsplätzen, dem Wachstum und der Solidarität profitieren können, die die einheitliche Währung mit sich bringt, müssen wir unsere Wirtschafts- und Währungsunion vollenden und zu diesem Zweck zu einer echten Finanz-, Fiskal- und politischen Union ausbauen. Dies wird es Europa zudem ermöglichen, seine Bürger in Zukunft besser vor potenziellen Krisen zu schützen."

Donald Tusk‚ Präsident des Europäischen Rates: "Wie die Befreiung Mittel- und Osteuropas und die deutsche Wiedervereinigung war auch die Schaffung des Euro vor 20 Jahren ein einschneidender Moment in der europäischen Geschichte. Heute ist unsere einheitliche Währung Zeugnis der politischen und wirtschaftlichen Kraft, die die Europäische Union auf der internationalen Bühne charakterisiert. Der Euro hat sich trotz verschiedener Krisen als widerstandsfähig erwiesen; von seiner Stärke profitieren neben den elf ursprünglichen Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets auch die acht nachträglich beigetretenen Staaten. Angesichts des anhaltenden Wandels werden wir unsere Wirtschafts- und Währungsunion weiter ausbauen und stärken."

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank: "Der Euro war eine logische und notwendige Konsequenz aus dem Binnenmarkt. Er erleichtert das Reisen, den Handel sowie die unterschiedlichsten Transaktionen innerhalb des Euro-Währungsgebiets und darüber hinaus. Nach 20 Jahren ist nun eine Generation herangewachsen, die keine andere Landeswährung mehr kennt. Während dieser Zeit ist die EZB ihrer Hauptaufgabe nachgekommen und hat für Preisstabilität gesorgt. Doch tragen wir auch zum Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger des Euro-Währungsgebiets bei, indem wir sichere, innovative Banknoten entwickeln, sichere Zahlungssysteme fördern, im Rahmen der Bankenaufsicht die Widerstandsfähigkeit von Banken sicherstellen und die Finanzstabilität im Euro-Währungsgebiet überwachen."

Mário Centeno, Präsident der Euro-Gruppe: "Die einheitliche Währung gehört zu den größten Erfolgsgeschichten Europas; an ihrer Bedeutung und Tragweite in den ersten zwanzig Jahren ihres Bestehens kann es keinen Zweifel geben. Das nächste Kapitel dieser Geschichte muss jedoch noch geschrieben werden, weshalb wir eine historische Verantwortung tragen. Der Euro und die daraus resultierende enge wirtschaftliche Zusammenarbeit sind im Laufe der Zeit stärker geworden, sodass entlang des Weges verschiedene Hindernisse überwunden werden konnten. Seit seiner Einführung hat der Euro einen weiten Weg zurückgelegt und im Zuge der Wirtschaftskrise wichtige Veränderungen erfahren, die uns dabei geholfen haben, die Krise hinter uns zu lassen. Dieser Prozess ist jedoch noch nicht abgeschlossen und erfordert in guten wie in schlechten Zeiten anhaltende Reformbemühungen. Unseren politischen Willen, die Wirtschafts- und Währungsunion zu stärken, dürfen wir nicht infrage stellen. Wir müssen auf mögliche Zukunftsszenarien vorbereitet sein - das sind wir unseren Bürgerinnen und Bürgern schuldig."

Das Europäische Parlament wird auf seiner Sitzung am 15.02.2019 in einer feierlichen Sitzung an den 20. Jahrestag des Euro erinnern. Danach folgt eine Diskussion mit Mario Draghi, Präsident der EZB über den Jahresbericht der EZB und den Stand der Bankenunion.

Quelle und weitere Informationen:

  • Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 31.12.2018
  • EP.NEWS vom Januar 2019