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Europäische Kommission begrüßt Einigung der EU-Mitgliedstaaten auf Reformen des Europass - Lebenslauf und Berufsabschlüsse im Ausland werden leichter verständlich

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Der Europass wurde als Folge des sog. "Bologna-Prozesses" eingeführt, der zum Ziel hat, Ausbildungs- und Studienabschlüsse vergleichbarer und verständlicher zu machen, um so z.B. den Absolvent/innen einen leichteren Wechsel in ein anderes europäisches Land zu ermöglichen. Mit dem Europass-Rahmenkonzept wurden fünf Dokumente eingeführt, mit denen eine europaweit einheitliche übersichtliche und transparente Präsentation von Qualifikationen und Kompetenzen für den europäischen Arbeitsmarkt ermöglicht wird; diese Dokumente sind:

  • Der europass Lebenslauf
  • Der europass Sprachenpass
  • Der europass Mobilität
  • Der europass Diploma Supplement
  • Der europass Zeugniserläuterungen

Die Dokumente sind kostenlos, können in allen 24 Amtssprachen ausgefüllt und jedes für sich einzeln genutzt werden; sie gelten für alle 28 EU-Mitgliedstaaten, die EWR-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein sowie die Schweiz, außerdem die Türkei und Mazedonien. Hinsichtlich des Europass Mobilität gilt, dass dieser in Deutschland nur in Papierform das Original ist.

Mit dem von der zuständigen EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, Marianne Thyssen, erläuterten Neuerungen können Qualifikationen und Kompetenzen noch besser sichtbar gemacht werden. Der neue Rahmen bietet ein E-Portfolio für die Speicherung und den Austausch von Informationen, Instrumente für die Selbstbewertung der Kompetenzen sowie Instrumente für die Beschreibung der in informellen Lernprozessen erworbenen Kompetenzen und Qualifikationen. Erstmals wird Europass nach Angaben der Europäischen Kommission auch Informationen zur Unterstützung der Karriereplanung anbieten, u.a. zu Trends und Anforderungen des Arbeitsmarktes sowie zu Beratungs- und Weiterbildungsangeboten in ganz Europa, Informationen und Unterstützung für die Anerkennung von Qualifikationen sowie aufbereitete Informationen darüber, welche Kompetenzen am meisten auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind und wo dies der Fall ist.

Anlässlich der Vorstellung des neuen Rahmens sagte Marianne Thyssen: "Der Europass ist seit über einem Jahrzehnt ein wichtiges Instrument, um Kompetenzen und Qualifikationen verständlich zu machen und besser darüber zu kommunizieren. Als Bindeglied zwischen der Arbeitswelt und dem Bildungsbereich spielt er eine entscheidende Rolle. Pro Tag verzeichnet das Europass-Portal über 55.000 Besucher, und seit 2004 wurden über 100 Millionen Europass-Lebensläufe heruntergeladen." …."Die Kommission freut sich bereits darauf, den Europass-Rahmen in enger Zusammenarbeit mit den
Mitgliedstaaten und den einschlägigen Interessenträgern in die Tat umzusetzen und so in eine neue Ära einzutreten. Ich möchte mich bei allen Beteiligten für das Engagement bedanken, mit dem sie sich für eine Verbesserung der Instrumente und Dienste eingesetzt haben, die wir unseren Bürgerinnen und Bürgern im Bereich ‚Kompetenzen und Qualifikationen‘ anbieten können".

In jedem teilnehmenden Land koordiniert ein Nationales Europass-Zentrum sämtliche Aktivitäten in Verbindung mit den Europass-Dokumenten. Dieses nationale Zentrum ist die erste Anlaufstelle für alle Personen und Organisationen, die den Europass nutzen oder mehr über ihn erfahren wollen. In Deutschland ist das Nationale Europass Center in der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn angesiedelt.

Die Europäische Kommission verweist darauf, dass in Deutschland besonders der europass Mobilität zum Nachweis von Lernaufenthalten im Ausland beliebt ist und rege genutzt wird. So wurden bis März 2018 in Deutschland 250.000 Mobilitätsausweise beantragt, damit liegt Deutschland an erster Stelle. Nach Ansicht der Europäischen Kommission hat die rege Teilnahme auch damit zu tun, dass die ausstellende Institution den europass Mobilität problemlos über eine bedienerfreundliche Datenbank beantragen kann.

Mit der hier erzielten Einigung konnte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben alle zehn Maßnahmen umsetzen, die in der europäischen Kompetenzagenda vom Juni 2016 festgelegt wurden.

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell vom 12.04.2018
  • Europass Info